30.06.2022 13:42

Russen ziehen sich vor Odessa zurück - Schwere Kämpfe im Osten

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- von Pavel und Polityuk

Kiew (Reuters) - Russland greift im Osten der Ukraine weiter an, zieht sich aber im Südosten des Landes von wichtigen Stellungen zurück.

Die Frontstadt Lyssytschansk stand nach Angaben der ukrainischen Behörden am Donnerstag unter Dauerbeschuss russischer Kräfte. Man versuche weiter, die verbliebenen rund 15.000 Einwohner in Sicherheit zu bringen. Dagegen haben sich die russischen Militärs nach Angaben beider Seiten von der umkämpften ukrainischen Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor Odessa zurückgezogen, die sie kurz nach Kriegsbeginn erobert hatten.

"KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel", twitterte der ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak. "Unsere Streitkräfte haben einen großartigen Job gemacht", Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete den Rückzug als "Geste des guten Willens". Der Abzug zeige, dass Russland die Bemühungen der Vereinten Nationen nicht behindere, einen humanitären Korridor für den Getreide-Export aus der Ukraine einzurichten. Die Insel südlich der ukrainischen Hafenstadt Odessa gilt als strategisch wichtig. Der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte, Valeriyj Saluzhnyj, erklärte im Nachrichtendienst Telegram, ukrainische Bohdana-Haubitzen hätten eine wichtige Rolle bei der Befreiung gespielt. Er dankte den ausländischen Partnern für ihre Unterstützung. In nahen Region Cherson schlugen die ukrainischen Kräfte nach eigenen Angaben mit Artillerieangriffen zurück.

Damit konzentrieren sich die russischen Bemühungen noch stärker darauf, die Donbass-Region im Osten der Ukraine zu erobern. Russische Truppen waren am 24. Februar in das Nachbarland einmarschiert. "Die Kämpfe gehen unaufhörlich weiter. Die Russen sind ständig in der Offensive. Es gibt keine Pause", sagte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj. Am Morgen hätten russische Truppen die Ölraffinerie von Lyssytschansk angegriffen. Die pro-russischen Separatisten in der Region erklärten, die Raffinerie sei bereits vollständig erobert. Auch alle Straßen in die Stadt würden von russischen und pro-russischen Kräften kontrolliert, sagte der Botschafter der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk laut der russischen Nachrichtenagentur RIA.

Die russischen Truppen versuchen die Stadt einzukesseln. Nach der Eroberung der wochenlang umkämpften Nachbarstadt Sjewjerodonezk am Wochenende ist Lyssytschansk die letzte größere Bastion der ukrainischen Streitkräfte in der Region Luhansk, die gemeinsam mit der Region Donezk den Donbass in der Ukraine bildet. Russland hat die Einnahme der Industrieregion Donbass als ein Hauptziel bezeichnet.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind bisher mehr als 6000 ukrainische Soldaten gefangengenommen worden oder haben sich ergeben, schrieb die Agentur RIA.

GROSSBRITANNIEN UND SCHWEDEN LIEFERN WEITERE WAFFEN

Großbritannien will der Ukraine weitere militärische Unterstützung im Wert von rund 1,15 Milliarden Euro zukommen lassen. Damit solle die ukrainische Verteidigungsfähigkeit gestärkt werden, unter anderem durch Luftabwehr-Systeme, unbemannte Flugkörper und elektronische Ausrüstung. Der Wert der britischen Militärunterstützung für die Ukraine steigt damit in diesem Jahr auf 3,8 Milliarden Pfund.

Schweden will weitere Panzerabwehrwaffen und Maschinengewehre an die Ukraine liefern. Dies kündigte das Verteidigungsministerium in Stockholm an. Auch Ausrüstung zum Räumen von Minen werde zur Verfügung gestellt.

(Bericht mehrerer Reuters-Büros, geschrieben von Andreas Rinke; redigiert von..... Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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