28.06.2022 11:12

Retter suchen weiter nach Vermissten in ukrainischem Einkaufszentrum

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- von Simon Lewis

Krementschuk (Reuters) - Nach dem russischen Raketenangriff in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk suchen Rettungsteams weiter nach Vermissten in den Trümmern eines Einkaufszentrums.

Den Behörden zufolge wurden am Dienstag noch mehr als 35 Menschen vermisst. Bislang wurden mindestens 18 Tote und 25 Verletzte gemeldet. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj handelte es sich "nicht um einen zufälligen Treffer, sondern um einen kalkulierten russischen Angriff auf genau dieses Einkaufszentrum". Das russische Verteidigungsministerium teilte indes am Dienstag mit, man habe Raketen auf ein Depot mit aus dem Westen stammenden Waffen in der Stadt abgefeuert. Dadurch sei Munition explodiert. Das habe ein Feuer ausgelöst.

Der UN-Sicherheitsrat wird sich am Dienstagabend auf Bitten der Ukraine mit dem Angriff befassen. Die Vereinten Nationen verurteilten den Beschuss ebenso wie die G7 bei ihrem Gipfel in Deutschland. Die Regierung in Moskau hat wiederholt bestritten, absichtlich auf Zivilisten zu zielen. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich oft nicht unabhängig überprüfen. Krementschuk, eine Industriestadt mit 217.000 Einwohnern vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar, ist der Standort der größten Ölraffinerie des Landes.

Angehörige versammelten sich in der Nähe des Einkaufszentrums, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs am Montag mehr als 1000 Menschen befunden haben sollen. Augenzeugen schilderten drastische Szenen. "Ich flog nach oben, mit dem Kopf zuerst, Splitter trafen meinen Körper. Der ganze Ort stürzte ein", sagte die 43-jährige Ludmyla Mychailets, die nach eigenen Angaben mit ihrem Mann in dem Einkaufszentrum war, als die Rakete einschlug. "Es war die Hölle", sagte ihr Mann Mykola. Beide wurden in der Klinik von Krementschuk behandelt.

In der schwer umkämpften Stadt Lyssytschansk in der Ostukraine starben nach Angaben des Gouverneurs am Montag acht Menschen, darunter ein Kind. 21 weitere Personen seien durch Granatenbeschuss verletzt worden, als sie sich versammelten, um Trinkwasser zu holen. "Sie wollen (die Stadt) einnehmen, und dafür werden viele Ressourcen eingesetzt. (...) Wir sollten nicht unsere ganze Armee wegen einer Stadt opfern", sagte Gouverneur Serhij Hajdaj in einem Interview mit Reuters.

Nach dem Fall von Sjewjerodonezk ist Lyssytschansk die letzte größere ukrainische Bastion in der Region Luhansk. Auch die Stadt Charkiw im Nordosten wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs am Montag durch russische Streitkräfte beschossen. Fünf Menschen seien gestorben und 22 seien verletzt, nachdem Wohnhäuser und eine Grundschule getroffen worden seien.

(Geschrieben von Nette Nöstlinger und Ralf Bode, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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