Nike-Aktie dreht ins Plus: Experten werden vorsichtiger - Analyst halbiert Kursziel

Die Nike-Aktie rutscht weiter ab, während Analysten skeptischer werden. HSBC stuft den Titel herunter, auch JPMorgan bleibt zurückhaltend.
Werte in diesem Artikel
• HSBC stuft Nike auf "Hold" herab und halbiert das Kursziel
• JPMorgan bestätigt "Neutral", sieht Potenzial erst ab 2027
• Aktie bleibt im Abwärtstrend, verliert seit Jahresbeginn rund 33 Prozent
Abwärtstrend setzt sich nur zeitweise fort
Die Nike-Aktie bleibt angeschlagen. Nachdem das Papier bereits vor dem Wochenende deutlich unter Druck geraten war, setzt sich die Schwäche zu Wochenbeginn allerdings nur im frühen Verlauf fort. Im US-Handel an der NYSE gewann die Aktie 0,65 Prozent auf 4,290 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus dennoch auf rund 33 Prozent.
HSBC wird deutlich skeptischer
Für Gegenwind sorgt vor allem ein Analystendowngrade. HSBC-Experte Erwan Rambourg hat die Nike-Aktie von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel drastisch von 90 auf 48 US-Dollar gesenkt. Damit sieht die Bank aktuell nur noch rund 13 Prozent Aufwärtspotenzial gegenüber dem letzten Schlusskurs von 42,62 US-Dollar - dabei lag das Potenzial des zuvor ausgelobten Kursziels bei über 100 Prozent.
Die Begründung fällt klar aus: Der angestrebte Turnaround entwickle sich zunehmend zu einer "Show-me-Story" ohne kurzfristige Impulse. Belastend wirkten vor allem Schwächen bei der Marke Converse sowie in wichtigen Regionen wie China und EMEA. Auch im Kerngeschäft mit Sportbekleidung fehle derzeit die Dynamik.
JPMorgan bleibt zurückhaltend
Auch die US-Bank JPMorgan zeigt sich vorsichtig. Analyst Matthew Boss bestätigte die Einstufung "Neutral" mit einem Kursziel von 52 US-Dollar. Das entspricht einem moderaten Aufwärtspotenzial von rund 22 Prozent.
Laut JPMorgan dürfte eine nachhaltige Verbesserung erst mittelfristig eintreten. Die volle Produktoffensive des Konzerns werde erst im Frühjahr 2027 sichtbar. Gleichzeitig sollen die aktuellen "Win Now"-Maßnahmen bis dahin auslaufen. Kurzfristige Impulse bleiben damit begrenzt.
Analysten insgesamt weiter positiv, aber uneinheitlich
Trotz der jüngsten Skepsis bleibt das Gesamtbild gemischt. Laut TipRanks liegen derzeit 25 Analystenbewertungen vor, davon 14 mit "Buy" und 11 mit "Hold". Verkaufsempfehlungen gibt es aktuell keine. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 60,90 US-Dollar und signalisiert damit ein deutlich höheres Aufwärtspotenzial von rund 43 Prozent.
Für Anleger ergibt sich ein widersprüchliches Bild. Während einzelne Analysten ihre Erwartungen deutlich zurückschrauben, setzt ein Teil des Marktes weiterhin auf eine langfristige Erholung. Kurzfristig bleibt die Aktie jedoch im Spannungsfeld zwischen schwachem Momentum und Hoffnung auf einen späteren Turnaround.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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