Apple-Aktie dennoch stärker - OpenAI erwägt wohl rechtliche Schritte gegen den iKonzern

Zwischen Apple und OpenAI gibt es wohl Spannungen. Anscheinend prüft das KI-Unternehmen sogar rechtliche Schritte wegen der Zusammenarbeit rund um ChatGPT und Siri.
Werte in diesem Artikel
• Partnerschaft zwischen OpenAI und Apple zunehmend belastet
• Laut Presseberichten erwägt der ChatGPT-Entwickler nun rechtliche Schritte gegen Apple
• Streitpunkt sind ausbleibende Vorteile aus der Integration von ChatGPT in Apples Ökosystem
Die Zusammenarbeit zwischen Apple und OpenAI scheint sich deutlich verschlechtert zu haben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet, sieht OpenAI die erwarteten Vorteile aus der Kooperation mit dem iPhone-Hersteller bislang nicht erfüllt.
Dem Bericht zufolge arbeiten die Anwälte von OpenAI inzwischen gemeinsam mit einer externen Kanzlei an verschiedenen rechtlichen Optionen. Dazu gehöre unter anderem die Möglichkeit, Apple eine Vertragsverletzung vorzuwerfen, ohne unmittelbar Klage einzureichen.
Die an der NASDAQ gelistete Apple-Aktie gewann am Freitag dennoch letztlich 0,68 Prozent auf 300,23 US-Dollar.
Erwartungen an ChatGPT-Integration offenbar nicht erfüllt
Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen wurde 2024 vorgestellt. Apple integrierte damals seine "Apple Intelligence"-Funktionen in Anwendungen wie Siri und band zugleich den Chatbot ChatGPT in seine Geräte ein. Nutzer können seither ChatGPT-Ergebnisse direkt über Siri abrufen. Zudem besteht die Möglichkeit, ChatGPT-Abonnements über das iOS-Einstellungsmenü abzuschließen.
Nach Angaben von Reuters hatte OpenAI gehofft, dass die Kooperation sowohl zu mehr ChatGPT-Abonnements als auch zu einer tieferen Integration in Apples Anwendungen führen würde. Jedoch hätten sich diese Erwartungen nicht erfüllt, zudem seien Versuche zur Neuverhandlung der Vereinbarung ins Stocken geraten.
Apple öffnet sich weiteren KI-Anbietern
Zusätzliche Spannungen entstehen laut Reuters offenbar durch Apples breitere KI-Strategie. Da Apple künftig Nutzern die Auswahl zwischen verschiedenen Drittanbieter-KI-Modellen ermöglichen wolle, könnte OpenAI seine bisherige Sonderrolle innerhalb der Apple-Software verlieren.
So teste Apple derzeit sowohl Integrationen mit Claude von Anthropic als auch mit Gemini von Google. Gleichzeitig betont Reuters unter Berufung auf die informierte Quelle, dass die möglichen rechtlichen Schritte von OpenAI nicht unmittelbar mit Apples Zusammenarbeit mit anderen KI-Anbietern zusammenhängen. Die Partnerschaft zwischen Apple und OpenAI sei von Beginn an nicht exklusiv angelegt gewesen.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger rückt damit ein neuer Unsicherheitsfaktor rund um Apples KI-Strategie in den Fokus. Die Entwicklung zeigt, dass Kooperationen im KI-Sektor trotz hoher Erwartungen schnell unter Druck geraten können.
Privatanleger sollten insbesondere beobachten, wie Apple seine KI-Partnerschaften künftig strukturiert und welche Rolle externe Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder Google dabei spielen werden. Entscheidend dürfte sein, ob Apple seine KI-Angebote erfolgreich ausbauen kann, ohne dass die aktuellen Spannungen die Produktstrategie oder das Vertrauen der Investoren belasten.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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