Microsoft-Aktie im Blick: Bill Ackman nutzte Sell-Off zum Einstieg - das steckt hinter der KI-Wette

Pershing Square hat den jüngsten Kursrückgang genutzt, um eine neue Microsoft-Position aufzubauen. Für Anleger stellt sich die Frage, ob der Markt die KI- und Cloud-Sorgen übertreibt.
Werte in diesem Artikel
• Pershing Square kaufte im ersten Quartal Microsoft-Aktien
• Ackman sieht M365 und Azure als zentrale Gewinnmotoren
• Microsoft-Aktie legt zu
Ackman nutzt Microsoft-Schwäche zum Einstieg
Wie CNBC berichtet, hat Bill Ackmans Pershing Square im ersten Quartal eine neue Position in Microsoft aufgebaut. Auslöser war demnach der Rücksetzer nach den Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal. Ackman wertete den Kursrückgang nicht als Warnsignal, sondern als seltene Gelegenheit, eine der dominierenden Technologieplattformen günstiger einzusammeln.
Wie Ackman auf X bekanntgab, begann Pershing Square im Februar mit dem Aufbau der Position. Der Einstieg sei zu einer Bewertung von rund dem 21-Fachen der erwarteten Gewinne gelungen, also etwa auf Höhe des breiten Marktes und deutlich unter dem Bewertungsniveau, zu dem Microsoft in den vergangenen Jahren häufig gehandelt wurde. Die genaue Größe des Anteils nannte Ackman nicht. Laut CNBC bezeichnete er Microsoft aber als "Kernposition".
As two of the largest forces in equity markets -- growing index ownership and increasing amounts of capital controlled by extremely short-term-oriented, leveraged, volatility-intolerant investors -- converge, we have found occasional opportunities to acquire some of the most…
- Bill Ackman (@BillAckman) May 15, 2026WerbungWerbung
Deshalb hält Ackman die KI-Sorgen für überzogen
Der Markt hatte Microsoft zuletzt vor allem wegen zwei Themen abgestraft: der Sorge, dass KI klassische Softwareangebote angreifen könnte, und der Frage, ob Azure sein Wachstumstempo halten kann. Ackman hält diese Skepsis für überzogen. In seinem X-Beitrag verweist er darauf, dass Microsoft mit M365 und Azure zwei der wertvollsten Unternehmenssoftware-Franchises der Welt kontrolliere, die zusammen rund 70 Prozent der Gewinne ausmachen sollen.
M365 sei laut Ackman tief in den Arbeitsabläufen großer Unternehmen verankert. Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams würden täglich von mehr als 450 Millionen Menschen genutzt. Genau diese Verankerung, kombiniert mit Sicherheits-, Compliance- und Identitätsstrukturen, mache Microsoft schwer angreifbar. Auch bei Azure sieht Ackman weiter Rückenwind. Der Cloud-Bereich profitiere von der langfristigen Verlagerung von IT-Workloads in die Cloud und zusätzlich von der steigenden Nachfrage nach KI-Inferenz.
Copilot und Azure bleiben der Prüfstein
Besonders wichtig ist für Ackman die Rolle von Copilot. Der Investor schreibt auf X, Microsoft priorisiere Forschung, Entwicklung und Investitionen rund um den eigenen KI-Agenten, der direkt in M365 eingebettet ist. Mit direkter Beteiligung von CEO Satya Nadella könnten diese Bemühungen aus Ackmans Sicht zu schnellerer Produktentwicklung und stärkerer Kundennachfrage führen.
Bei Azure verweist Ackman auf ein Umsatzwachstum von 39 Prozent in konstanter Währung im vergangenen Quartal. Auch Microsofts veränderte OpenAI-Strategie sieht er nicht als Schwäche, sondern als Schritt hin zu einer offeneren Multi-Modell-Architektur. Für Anleger ist das der Kern der Investmentstory: Microsoft muss zeigen, dass die hohen KI-Ausgaben nicht nur Fantasie erzeugen, sondern in belastbares Umsatzwachstum übergehen.
Microsoft-Aktie zeigt sich erholt
An der Börse kam Ackmans Einstieg zunächst gut an. Nachdem die Aktie bereits tags zuvor zulegen konnte, zeigte sich das Papier auch vor dem Wochenende mit positiver Tendenz: Letztlich gewann Microsoft an der NASDAQ 3,05 Prozent auf 421,92 US-Dollar. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch weiterhin rund 12 Prozent im Minus.
Was bedeutet das jetzt für Anleger?
Für Anleger liefert Ackmans Einstieg vor allem eine klare Gegenposition zur Marktskepsis. Sollte Microsoft mit Copilot mehr zahlende Nutzer erzeugen und Azure das hohe Wachstum halten, könnte der jüngste Rücksetzer im Nachhinein wie eine Übertreibung wirken. Dann wäre Ackmans Kauf ein Signal, dass bei Microsoft wieder mehr Chance als Risiko eingepreist war.
Ganz ohne Haken ist die Story aber nicht. Die hohen KI-Investitionen müssen sich in den kommenden Quartalen stärker in Umsatz, Margen oder Kundennachfrage niederschlagen. Bleibt dieser Nachweis aus, könnte Microsoft trotz starker Marktstellung weiter unter Bewertungsdruck stehen. Für Anleger heißt das: Ackmans Einstieg ist ein starkes Vertrauensvotum, ersetzt aber nicht den Blick auf Azure-Wachstum, Copilot-Adoption und die Monetarisierung der KI-Ausgaben.
Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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