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03.12.2013 12:15
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Trader-Sentiment: Wissen, wo der DAX hingeht

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Trader lernen mit den Jahren, dass sie antizyklisch, also entgegengesetzt, zu ihren eigenen Emotionen handeln müssen. Was die Trader-Sentiment-Analyse zum DAX aktuell sagt.
Emotionen antizyklisch verwenden!

Als Trader kennen Sie vielleicht das Phänomen, dass Sie morgens aufwachen und denken: „Jetzt geht die Welt unter!“ Meistens erwacht dieses Gefühl an den Tagen, an denen die Börsen ihr Tief erreichen.

Und wir erkennen es auch an den Charts. An solchen Tagen sehen wir oft den typischen Ausverkauf (Sell Off). Ein Tag, an dem die Börsen ohne Halt und unter großen Umsätzen einbrechen und die Panik auch noch den letzten dazu verleitet auszusteigen.

Die kuriosesten Indikatoren

Big-Mac-Index

Der Big-Mac-Index wird regelmäßig von dem britischen Magazin The Economist erhoben und lässt Rückschlüsse auf die Kaufkraft der einzelnen Länder zu. Da McDonald's den Big Mac standardisiert hat, ist es möglich den Preis für diesen Burger in 140 Ländern zu vergleichen. Dafür wird die inländische Währung in US-Dollar umgerechnet. Hier geht es zum Big-Mac-Index Ranking 2013.

Billy-Regal-Index

Bloomberg veröffentlich jährlich denn Billy-Regal-Index. Der Index bezieht sich auf das weiße Billy Regal des schwedischen Möbelhaus Ikea. Es ist 202 cm hoch, 80cm breit und 28 cm tief. Das Möbelstück wird in 43 Ländern verkauft. Um den Index zu berechnen, wird der Dollarpreis des Billy Regals im Vergleich zum Durchschnitt gesetzt.

Herrenunterwäsche Index

Da der Kauf von Unterwäsche als Notwendigkeit gilt, ist der Verkauf recht stabil. In wirtschaftlich schlechten Zeiten wird die Zeitspanne zwischen den Käufen jedoch gestreckt. Aus diesem Grund lässt sich sogar aus dem Verkauf von Herrenunterwäsche auf die wirtschaftliche Lage eines Landes schließen.

Popcorn-Index

Auch Kinos bekommen wirtschaftlich schlechte Zeiten schnell zu spüren: Der Verkauf von Popcorn fällt. Ob dieser Indikator wirklich zuverlässig ist, ist umstritten.

Hot-Waitress-Index

Die These des Heiße-Kellnerin-Index besagt, je heißer die Kellnerin, desto schlechter die wirtschaftliche Lage. Geschäftsführer von Cafés, bespielsweise in New York, versuchen durch attraktiveres Personal mehr Gäste anzulocken.

Bier-Konsum-Index

Wenn die Arbeitsplätze in der Bierindustrie sinken, der Bierkonsum jedoch nahezu unverändert bleibt, ist das ein Zeichen für eine schwache Wirtschaft. Ein Großteil der Beschäftigten in der Bierindustrie arbeiten nicht direkt in den Brauereien, sondern in Clubs, Bars und Kneipen. Da bei einer schwachen Wirtschaft die Menschen ihr Bier lieber im Supermarkt kaufen und zuhause trinken, können hieraus Rückschlüsse gezogen werden.

Rock-Längen Index

Der Ökonom George Taylor hat in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Theorie aufgestellt: Er sah einen Zusammenhang von Rocklängen und Aktienkursen. Je kürzer die Röcke, desto besser geht es der Wirtschaft. Dieser Index ist umstritten, jedoch gibt es auch Stimmen, welche einen Einbruch der Wirtschaft befürchten, da diesen Sommer sehr lange Röcke im Trend waren.

Japanischer Haarschnitt Indikator

Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei vertritt die Meinung, dass man den wirtschaftlichen Zustand ihres Landes an den Frisuren der Japanerinnen erkennen kann. Durch langjährige Umfragen wurde ermittelt, dass in Zeiten wirtschaftlichen Wohlstandes ein Großteil der Frauen lange oder halblange Frisuren bevorzugten. Bei schlechter Wirtschaftslage hingegen überwogen die Kurzhaarfrisuren.

Baked-Beans-Index

In Großbritannien kann man die wirtschaftliche Lage über den Absatz bestimmter Lebensmittel erkennen: Wenn die Wirtschaft am Boden liegt geht der Verkauf von gebackenen Bohnen durch die Decke. Gebackene Bohnen werden von den Briten dann gerne gekauft, da sie billig und lange haltbar sind.

Lippenstift-Index

Von dem Geschäftsführer von Estee Lauder, Lenoard Lauder, stammt die Theorie, dass auch die Verkaufzahlen von Lippenstiften ein Indikator für die wirtschaftliche Verfassung sind. Laut Lauder wollen sich Frauen auch in schlechten Zeiten etwas gönnen. Wenn das Geld nicht für Designerkleider reicht, werden dafür Lippenstifte gekauft.

Aber auch das Gegenteil werden Sie kennen: Wenn Sie völlig euphorisch Ihre Gewinne zusammenrechnen und sich fühlen, als würde die Welt Ihnen gehören. Meistens ist das ein klarer Hinweis darauf, dass ein Top in der Nähe ist.

In der vergangenen Handelswoche wurde der DAX (fast müsste man schon „ausnahmsweise“ sagen) nicht von externen Einflüssen geleitet. (In der Woche zuvor hatten die Notenbanken Fed und EZB gehörigen Einfluss auf die Kursbewegungen.) Die Anleger konnten also dieses Mal ungestört und unbeeinflusst kaufen und verkaufen.

DAX-Anleger waren bereit, noch höhere Preise zu bezahlen

Sie waren dabei bereit, höhere Preise für ihre Aktien zu zahlen. Der Aufwärtstrend setzte sich im DAX also fort.





















Verkürzte Handelswoche in den USA

Beeinflusst war der DAX-Verlauf lediglich von der verkürzten Handelswoche in den USA. Die US-Börsen hatten am Donnerstag geschlossen, weil in den Vereinigten Staaten Thanksgiving gefeiert wurde. Und am Freitag endete der US-Handel bereits um 19 Uhr (MEZ).

Dies hatte auch enormen Einfluss auf den DAX. Der Handel schlief zeitweise fast vollständig ein. Die blauen Rechtecke im Chart zeigen, dass der DAX die meiste Zeit in einer Range von kaum mehr als 15 bzw. 30 Punkten seitwärts lief. Lediglich am frühen Montag und von Mittwoch auf Donnerstag gab es stärkere Kursbewegungen, die zu dem Wochengewinn führten.

(Dass es zu einem derart ruhigen Handelsverlauf in der vergangenen Woche kam, zeigt aber auch, wie stark der Handel sonst von den Notenbanken und von auf deren Entscheidungen einwirkenden Wirtschaftsdaten beeinflusst wird.)

DAX erzielt 8. Wochengewinn in Folge …

Immerhin schaffte der DAX in Summe ein Plus von 2,02 Prozent im Vergleich zum Schlussstand der Vorwoche. Und damit erzielte er den 8. Wochengewinn in Folge – eine beeindruckende Serie.





















… trotz überwiegend bullisher Stimmung

Zumal sich diese Serie fortsetzte, obwohl wir in den vorangegangenen beiden Abstimmungen eine überwiegend bullishe Stimmung gemessen haben, was eigentlich gegen weiter steigende Kurse sprach.

Und damit haben wir nun den Fall, nach sehr vielen sehr guten Ergebnissen der Trader-Sentiment-Analyse, dass der DAX sich entgegen den Erwartungen aus der Sentiment-Theorie entwickelt hat. Die Anleger erwarteten den 8. Wochengewinn in Folge - und sie bekamen ihn.

Es war zu erwarten, dass der DAX nicht jedes Mal den Erwartungen aus dem jeweiligen Stimmungsbild folgt. Die Anleger-Stimmung ist eben nur ein Indikator unter vielen, wenn auch, angesichts unserer vielen hervorragenden Analyse-Ergebnisse zuvor, ein recht guter.

Wie lange hält die Diskrepanz noch an?

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie lange diese unerwartete Situation (bullishe Stimmung und steigender DAX) noch anhalten wird. Denn auch für die kommende Woche erwartet die Mehrheit der Anleger weiter steigende DAX-Notierungen. 56,82 Prozent Bullen stehen aktuell 43,18 Prozent Bären gegenüber.



















Die Bullen befinden sich damit zum dritten Mal in Folge in der Überzahl.

Wie nah ist das Top?

Vor einer Woche schrieben wir: „Wenn nun aber nach fast 5 Monaten die bullishe Stimmung endlich wieder etwas beständiger ist …, dann könnte das Top der aktuellen Aufwärtsbewegung sehr nah sein und die längst überfällige Korrektur bald einsetzen.“ Wir sind sehr gespannt, ob die rund 2 Prozent Kursgewinn der abgelaufenen Handelswoche nun das Ende der Fahnenstange waren.

Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -

Weitere Infos unter: www.trader-sentiment.de

sowie unter www.stockstreet.de

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