Morgan Stanley rät zu europäischen Aktien - aus diesen Sektoren

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat ihre Haltung zu europäischen Aktien zuletzt deutlich angepasst und empfiehlt nun wieder einen Einstieg.
Werte in diesem Artikel
• Morgan Stanley wird wieder optimistischer für den europäischen Aktienmarkt
• Anlagestrategie mit drei Säulen
• Morgan Stanley setzt klar auf eine selektive Sektor-Strategie
Nach einer Phase vorsichtiger Einschätzungen sieht Morgan Stanley laut einem Bericht von "Investing.com" nun verbesserte Rahmenbedingungen für Europa, insbesondere durch Anzeichen einer möglichen Deeskalation im Nahen Osten. Die Strategen der US-Bank beziffern das Aufwärtspotenzial für den MSCI Europe Index auf rund 12 Prozent bis zum Jahresende. "Auch wenn die Wiederöffnung der Straße von Hormus noch mit Herausforderungen verbunden sein und einige Zeit in Anspruch nehmen könnte, empfehlen wir eine ausgewogene ‚What-to-buy‘-Strategie", werden die Experten in diesem Zusammenhang zitiert.
Diese Neubewertung markiert eine Abkehr von der zuvor seit Mitte Februar vertretenen defensiveren Positionierung, die unter anderem Absicherungsstrategien empfohlen hatte. Als Gründe für den Strategiewechsel nennt die Bank eine verbesserte Anlegerstimmung, Marktrotationen sowie eigene Analysen zur Gewinnsensitivität.
Enduring Trades: Energie, Versorger und Verteidigung
Die Experten der Bank strukturieren ihre aktuelle Empfehlung in drei zentrale Bausteine: sogenannte "enduring trades", kurzfristige Kaufgelegenheiten bei Kursrückgängen sowie eine längerfristige Rückkehr zu KI-Themen. Zu den "enduring trades" zählen Versorger, Energie und Verteidigung. Diese Bereiche dürften unabhängig vom weiteren geopolitischen Verlauf strukturell profitieren, hieß es.
Insbesondere Versorger schneiden laut Investing.com im internen Sektormodell der Bank am besten ab. Als zusätzlicher Treiber gilt der Ausbau erneuerbarer Energien im Zuge wachsender energiepolitischer Sicherheitsinteressen.
Buy the dip: Banken, Halbleiter und zyklische Themen
Für Anleger, die bei kurzfristigen Rücksetzern ("buy the dip") zuschlagen wollen, identifizieren die Experten mehrere Sektoren als attraktiv: Banken, Halbleiter, Edelmetallaktien sowie zyklische Werte mit Bezug zu KI-Investitionen. Morgan Stanley ist in Banken und Halbleitern bereits übergewichtet und verweist darauf, dass Banken historisch nach Energiepreisspitzen in geopolitischen Spannungsphasen überdurchschnittlich performt haben.
Langfristig: Rückkehr des KI-Themas
Als dritte Säule sieht Morgan Stanley langfristig eine erneute Fokussierung der Märkte auf Künstliche Intelligenz, sobald geopolitische Unsicherheiten nachlassen. In diesem Zusammenhang seien Versorger, Telekommunikation, Lebensmitteleinzelhandel und Tabak als besonders widerstandsfähig - sowohl gegenüber geopolitischen Risiken als auch gegenüber technologischen Umbrüchen durch KI. Dagegen stuft die Bank Luxusgüter, Automobilwerte und Medien als besonders anfällig ein und bewertet diese entsprechend untergewichtet.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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