finanzen.net
21.09.2019 12:04
Bewerten
(0)

Studie: Manager-Müdigkeit breitet sich aus

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland haben einer neuen Studie zufolge keine Lust auf Führungsverantwortung. Nur sieben Prozent der Mitarbeiter in Deutschland möchten in den kommenden fünf bis zehn Jahren eine Führungsposition übernehmen. Das ergab eine Umfrage der Boston Consulting Group (BCG). "Eine Rolle im Management scheint hierzulande unattraktiv zu sein", sagte BCG-Berater und Studien-Autor Nicolas Hunke der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Studie befragten die Autoren rund 5000 Führungskräfte und Mitarbeiter in fünf Ländern. Neben Deutschland wurden auch Menschen in China, Frankreich, Großbritannien und den USA über ihre Karrierepläne befragt.

In Deutschland finden 82 Prozent der Manager ihren Job heute schwerer als früher. In Frankreich schätzen das 85 Prozent ebenso ein, und auch in Großbritannien stimmen 83 Prozent dem zu. Trotzdem scheinen die Manager in Deutschland im Vergleich mit den Kollegen aus den vier weiteren berücksichtigten Ländern besser mit ihrer Rolle umzugehen.

"Die Ergebnisse aus Deutschland zeigen, dass sich Führungskräfte in Deutschland im Vergleich zu ihren Kollegen aus westlichen Ländern insgesamt leicht besser fühlen", sagte BCG-Experte Hunke.

So sind Manager in Frankreich und Großbritannien öfter gestresst (74 Prozent) als in Deutschland (64 Prozent). Auch beklagten gerade einmal 34 Prozent der Führungspersonen hierzulande, überfordert zu sein. In Frankreich (51 Prozent) und dem Vereinten Königreich (60 Prozent) hingegen sind es mehr als die Hälfte.

Auf der anderen Seite herrsche in Deutschland immer noch ein überholtes Bild einer Führungskraft vor, die vor allem koordiniert und Entscheidungen trifft "oder schlimmer noch durchreicht, die aber weniger inhaltliche Arbeit macht", sagte Hunke. Dieses Bild scheine für Befragte außerhalb des Managements kein attraktives Zukunftsmodell für ihre eigene Karriere zu sein.

Viele Befragte aus dem mittleren Management fühlen sich in ihrer Position insgesamt nicht wohl. "Das ist nichts Neues - sie sind etwas verloren zwischen den Rollen als Fach- und Führungskraft", sagte Hunke. Was jedoch neu und überraschend sei, ist das hohe Bewusstsein, dass dieses Modell nicht nachhaltig ist. So gaben viele Befragte aus dem mittleren Management an, überzeugt zu sein, dass ihre Rolle "verschwinden" werde.

Den Firmen empfiehlt Hunke dringend, das Thema anzugehen. Unternehmen müssten handeln, um langfristig attraktiv für Mitarbeiter zu bleiben. "Wir sehen in Zukunft einen starken Wandel in der Rolle des Managements und des Managers. Die rein koordinative Tätigkeit nimmt mit modernen Arbeitsmethoden ab, statt dessen ergeben sich neue, stärker inhaltlich geprägte Führungsaufgaben", sagte der BCG-Partner.

Die Führungskraft von morgen bestimme nicht mehr alleine. Neue Arbeitsmodelle wie agile Arbeitsmethoden und auch alternative Karrieremodelle, zum Beispiel Expertenkarrieren, könnten ein Teil der Lösung sein. Am liebsten würden 37 Prozent der befragten Vorgesetzten in Deutschland gar nicht mehr arbeiten - der höchste Wert unter den analysierten Ländern.

Das internationale Ergebnis: 81 Prozent der Manager finden ihren Job härter als in den vergangenen Jahren. 37 Prozent von ihnen sind sich sicher, dass ihr Job in den nächsten Jahren in der jetzigen Form so nicht mehr existieren wird. Die Konsequenz: Gerade mal 9 Prozent der Arbeitnehmer streben in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Führungsposition an.

In der Studie bleibt allerdings offen, in welchen Branchen es Arbeitnehmern und Führungskräften besonders schwer fällt, sich als Manager zu sehen. Immerhin: Knapp 40 Prozent der Manager hierzulande möchten in Zukunft in einer Führungsrolle bleiben. In Frankreich, Großbritannien und USA sind es weniger. Nur China sticht hervor: Hier können sich 70 Prozent vorstellen, weiterhin Manager zu bleiben./nia/DP/zb

So folgen Sie Trends!

Anleger, die ohne Stra­tegie handeln, über­leben nicht lange am Markt. Die Trend­folge­stra­tegie gilt als eine der erfolg­reichsten Stra­tegien überhaupt. Wie Sie Trends früh­zeitig erkennen und wie Sie so deut­sche Aktien handeln, erfah­ren Sie im Online-Seminar. Jetzt kostenlos anmelden!
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

Dow pendelt um Nulllinie -- DAX schließt höher -- Bank of America mit Gewinneinbruch -- Wirecard weist Vorwürfe zurück -- WACKER CHEMIE, ASML, K+S, Beiersdorf, Infineon im Fokus

Tusk: Grundzüge, aber kein vollständiges Brexit-Abkommen ausgehandelt. IT-Probleme legen Produktion bei Porsche zeitweise lahm. Machtkampf bei Ceconomy eskaliert - Chef vor dem Abgang. ASOS-Aktien springen nach Zahlen hoch. EU will angeblich kartellrechtliche Maßnahmen gegen Broadcom einleiten. Pharmakonzern Roche hebt Jahresprognose erneut an.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Beruf kommt man am ehesten an die Spitze?
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Das sind die bestbezahlten Schauspieler 2019
Wer verdiente am meisten?
Die Performance der Rohstoffe in in Q3 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der TecDAX-Werte in Q3 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung erlaubt anscheinend Huawei-Technik bei Aufbau des 5G-Netzes. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
NEL ASAA0B733
Amazon906866
Microsoft Corp.870747
Infineon AG623100
BASFBASF11
Apple Inc.865985
Aurora Cannabis IncA12GS7
CommerzbankCBK100
BayerBAY001
Deutsche Telekom AG555750
TUITUAG00