Studie - Trotz Konjunkturflaute wollen 73 Prozent der Deutschen 2024 verreisen

01.03.24 09:52 Uhr

Berlin (Reuters) - Trotz Konjunkturflaute und hoher Inflation wollen viele Deutsche nicht auf Urlaub verzichten.

Etwa 73 Prozent der Bevölkerung planen 2024 zu verreisen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen hervorgeht. Das Ziel stehe bei 41 Prozent fest und sei bei 32 Prozent noch offen. Das seien insgesamt mehr als vor einem Jahr und ähnliche Werte wie in den Jahren vor der Corona-Pandemie, hieß es. Für die meisten Menschen gehört demnach eine lange Urlaubsreise im Jahr zum Leben dazu. Beim wem das Geld knapper sei, der spare eher in anderen Bereichen als am Urlaub. Derweil sind laut Studie 16 Prozent noch unsicher und zehn Prozent planen keinen Urlaub. Insgesamt seien dies aber gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Tourismusjahr 2024.

Die Reiseanalyse 2024 von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) beruht auf Umfragen unter gut 12.000 Menschen. Sie gilt als detaillierteste Untersuchung zur Nachfrage nach Urlaubsreisen in Deutschland.

Im vergangenen Jahr kletterten die Gesamtausgaben für Urlaubsreisen laut der Studie erneut deutlich und erreichten einen Rekordwert von fast 87 Milliarden Euro. Dabei waren knapp 55 Millionen Urlaubende mindestens fünf Tage unterwegs - und damit zwar mehr als in den vergangenen Jahren, aber noch ein Tick weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die Zahl der Urlaubsreisen sank auf 65 (2022: 67) Millionen. Zudem gab es 74 Millionen Kurzurlaubsreisen von zwei bis vier Tagen mit Gesamtausgaben von 27 Milliarden Euro. Dies sind ähnliche Werte wie im Vorjahr, aber etwas weniger Reisen als 2019.

Bei den Reisezielen gab es einen weiteren Schub Richtung Ausland. Dorthin führten 78 Prozent der Reisen und damit so viel wie noch nie, während 22 Prozent nach Deutschland gingen. Im Ausland dominierte Spanien vor Italien, der Türkei, Kroatien und Griechenland. Der Marktanteil der Fernreisen stieg auf einen Rekord von neun Prozent. Damit einher ging ein weiteres Wachstum von Flugreisen, Hotelübernachtungen und Pauschalreisen – mit Marktanteilen klar über dem Vor-Corona-Niveau. Zudem stieg die Reisedauer 2023 auf durchschnittlich 13,1 Tage – länger als 2022 (12,6 Tage) und auch länger als 2019 (12,4 Tage).

Die weltweit größte Branchenmesse ITB findet kommende Woche von Dienstag bis Donnerstag in Berlin statt. Anders als vor der Corona-Pandemie ist es nun eine reine Fachbesuchermesse ohne Publikumstage. Im vorigen Jahr nahmen 5500 Aussteller aus 161 Ländern teil, die mehr als 90.000 Besucher zählten.

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Christian Rüttger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)