Stützung

Siemens pocht offenbar auf Preisabschlag für Indien-Tochter - Schadenersatz-Prozess verloren

06.11.23 17:53 Uhr

Siemens pocht offenbar auf Preisabschlag für Indien-Tochter - Schadenersatz-Prozess verloren | finanzen.net

Die Siemens AG will bei der Stützung von Siemens Energy Anteile an der gemeinsamen Indien-Tochter laut Insidern nur mit einem Abschlag auf den Börsenkurs erwerben.

Werte in diesem Artikel
Aktien

181,00 EUR -1,30 EUR -0,71%

14,24 EUR -0,01 EUR -0,04%

Grundsätzlich sei man sich einig, dass der Technologiekonzern weitere Aktien der indischen Siemens Ltd von Siemens Energy übernehmen solle, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die damit verbundene Entflechtung des Indien-Geschäfts hätte ohnehin in absehbarer Zeit angestanden. Siemens strebe dabei einen Preis an, der etwa 15 Prozent unter dem Börsenkurs von Siemens Ltd in den vergangenen Monaten liege, sagten zwei der Insider.

Siemens und Siemens Energy wollten sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.

Siemens Ltd war bei der Abspaltung von Siemens Energy 2020 nicht aufgeteilt worden, weil das wegen der Börsennotiz teuer und steuerlich ungünstig gewesen wäre. Stattdessen hatte sich Siemens Energy mit 24 Prozent daran beteiligt, die Siemens AG behielt 51 Prozent. Siemens Ltd deckt das Geschäft von beiden Unternehmen auf dem indischen Subkontinent ab, der Löwenanteil entfällt aber auf die bei der Siemens AG verbliebenen Sparten. Siemens Energy profitiert in Indien damit auch von den Gewinnen etwa beim Verkauf von Zügen oder öffentlicher Infrastruktur. Seit der Aufspaltung hat sich der Kurs von Siemens Ltd. mehr als verdoppelt.

Ein Großteil des Aktienpakets könnte nun an Siemens gehen. Das Siemens-Energy-Paket ist rund 288 Milliarden indische Rupien (umgerechnet 3,2 Milliarden Euro) wert. Das entspricht fast dem 40-fachen des operativen Gewinns (Ebitda) - zum Vergleich: Bei Siemens liegt das Verhältnis unter zehn. Ein Verkauf der Anteile ist nach dem Gesellschaftervertrag nur mit gegenseitiger Zustimmung möglich.

Siemens Energy hatte bei der Bundesregierung um Garantien für künftige Projekte angefragt, weil die Banken diese wegen der verschlechterten Bonität des Energietechnik-Konzerns und des Auftragsbuchs von mehr als 100 Milliarden Euro nicht mehr allein stemmen wollen. Die Rede ist von 15 Milliarden Euro. Die Politik pocht aber auf eine Beteiligung von Großaktionär Siemens, der noch 25,1 Prozent der Anteile an Siemens Energy hält. Dieser ziert sich, weil er eine erneute Verflechtung mit der abgespaltenen Tochter scheut. Mit dem Verkauf der Indien-Anteile könnte Siemens Energy seine Kapitaldecke aufbessern und hätte bei den Banken wieder mehr Kredit, so das Kalkül.

Siemens verliert Schadenersatz-Prozess um "HS2"-Zug-Projekt

Siemens hat keinen Anspruch auf Schadenersatz nach der Niederlage im Ringen um ein Hochgeschwindigkeits-Zugprojekt in Großbritannien.

Der Londoner High Court wies eine Klage der Zugsparte von Siemens gegen die Betreibergesellschaft HS2 ab, die den zwei Milliarden Pfund schweren Auftrag zum Bau von 54 Zügen für die Hochgeschwindigkeits-Strecke von London nach Birmingham an die Siemens-Konkurrenten Bombardier (jetzt Alstom) und Hitachi vergeben hatte. Teil des Auftrags ist auch ein zwölfjähriger Wartungsvertrag. Siemens habe nicht beweisen können, dass der Zuschlag rechtswidrig erteilt worden sei, entschied Richterin Finola O'Farrell am Montag im schriftlichen Verfahren.

Siemens hatte Zweifel daran geäußert, dass Bombardier und Hitachi die technischen Anforderungen für das Projekt erfüllen könnten. Sie hätten sich nicht an die Ausschreibungsbedingungen gehalten und nur deshalb das günstigste Angebot abgeben können. Ein Sprecher von Siemens Mobility äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung. Ein HS2-Sprecher betonte, gegen die Vergabe von Aufträgen über mehr als 20 Milliarden Pfund für das Projekt habe es bisher keine erfolgreiche Anfechtung gegeben. Alstom wollte sich zunächst nicht äußern, Hitachi war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die 54 Züge sollen mit Geschwindigkeiten von bis zu 225 Meilen (360 Kilometer) pro Stunde von London nach Birmingham, die zweitgrößte Stadt des Landes, fahren. Hitachi und Alstom wollen sie in drei Werken in Großbritannien bauen. Eigentlich sollte die Hochgechwindigkeits-Strecke bis 2026 fertig sein und weiter in den Norden Englands nach Leeds und Manchester führen. Premierminister Rishi Sunak hatte den zweiten Teil der Strecke über Birmingham hinaus aber im Oktober gestrichen.

Die Siemens-Aktie stieg via XETRA letztendlich um 0,89 Prozent auf 128,94 Euro.

Berlin/München/London (Reuters)

Ausgewählte Hebelprodukte auf Siemens

Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Siemens

NameHebelKOEmittent
NameHebelKOEmittent
Werbung

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, MICHELE TANTUSSI/AFP//Getty Images

Nachrichten zu Siemens AG

Analysen zu Siemens AG

DatumRatingAnalyst
27.02.2024Siemens BuyJefferies & Company Inc.
22.02.2024Siemens OutperformBernstein Research
21.02.2024Siemens OverweightJP Morgan Chase & Co.
21.02.2024Siemens OutperformBernstein Research
14.02.2024Siemens UnderweightBarclays Capital
DatumRatingAnalyst
27.02.2024Siemens BuyJefferies & Company Inc.
22.02.2024Siemens OutperformBernstein Research
21.02.2024Siemens OverweightJP Morgan Chase & Co.
21.02.2024Siemens OutperformBernstein Research
14.02.2024Siemens BuyDeutsche Bank AG
DatumRatingAnalyst
10.08.2023Siemens Market-PerformBernstein Research
10.08.2023Siemens HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.07.2023Siemens HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
29.06.2023Siemens Market-PerformBernstein Research
20.06.2023Siemens Market-PerformBernstein Research
DatumRatingAnalyst
14.02.2024Siemens UnderweightBarclays Capital
09.02.2024Siemens UnderweightBarclays Capital
03.01.2024Siemens UnderweightBarclays Capital
20.11.2023Siemens UnderweightBarclays Capital
13.11.2023Siemens UnderweightBarclays Capital

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Siemens AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"