27.06.2022 17:40

Supreme Court weist Bayer auch im Glyphosat-Fall Pilliod ab

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FRANKFURT (Dow Jones)--Bayer scheitert in den USA auch mit dem zweiten Versuch, den jahrelangen Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat höchstrichterlich prüfen zu lassen. Der Supreme Court nahm den Antrag von Bayer auf Revision im Fall der Kläger Alberta und Alva Pilliod nicht an. Damit wird die dem Ehepaar von einem kalifornischen Gericht zugesprochene Entschädigung von knapp 87 Millionen Dollar rechtskräftig.

Erst vor einer Woche war Bayer mit einem Berufungsantrag im Fall des Klägers Edwin Hardeman in Washington abgeblitzt, dem 25 Millionen Dollar zugesprochen worden waren. Der Pharma- und Agrarkonzern hatte nach drei verlorenen Prozessen in Kalifornien eigentlich darauf gehofft, dass beim Supreme Court stärker die wissenschaftlichen Fakten zur Sprache kommen würden. Denn eine krebserregende Wirkung des glyphosathaltigen Pestizids Roundup ist bisher nicht nachgewiesen worden.

Generalstaatsanwältin Elizabeth Prelogar, die die US-Regierung beim Obersten Gerichtshof vertritt, hatte Anfang Mai allerdings empfohlen, den Fall Hardeman nicht zur Berufung anzunehmen. Mit dem zweiten Fall scheitern die Hoffnungen von Bayer, einen Schlussstrich unter den Rechtskomplex setzen zu können.

"Wir sind mit der Entscheidung des Supreme Courts nicht einverstanden, sie kommt nach der Ablehnung des Falls Hardeman vor nur einer Woche aber auch nicht überraschend", erklärte Bayer.

Seit der Monsanto-Übernahme vor vier Jahren wird der Pharma- und Agrarkonzern von einer beispiellosen Klagewelle in Atem gehalten. Um sie auch zeitlich in den Griff zu bekommen, hatte Bayer im Sommer 2020 für außergerichtliche Vergleiche 11,6 Milliarden Dollar beiseitegestellt. Bei den laufenden Prozessen hatte Bayer zuletzt Erfolge: Erst vor kurzem gewann der Konzern seinen vierten Glyphosat-Fall in Folge.

Für den Fall des Scheiterns vor dem Supreme Court hat Bayer ebenfalls vorgesorgt und im vergangenen Sommer eine weitere Rückstellung über 4,5 Milliarden Dollar gebildet. Mit dem Geld soll ein Programm finanziert werden, um in den nächsten 15 Jahren die Forderungen potenzieller neuer Kläger in den USA begleichen zu können. Krebserkrankten, die künftig über eine Klage gegen Bayer nachdenken, soll unter bestimmten Bedingungen ein Verfahren angeboten werden, bei dem sie außergerichtlich und schnell entschädigt werden können.

Überdies soll der Unkrautvernichter Roundup für den Hausgebrauch ab dem nächsten Jahr in den USA nur noch ohne den Wirkstoff Glyphosat angeboten werden. Da Gärtner und Hausbesitzer das Gros der bisher rund 138.000 Kläger ausmachten, sollte dieser Schritt langfristig dazu führen, dass keine neuen Klagen mehr kommen, erwartet Bayer. Nach bisherigem Stand sind 107.000 Klagen per Vergleich beigelegt worden.

(Mitarbeit: Olaf Ridder)

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/mgo/err

(END) Dow Jones Newswires

June 27, 2022 11:41 ET (15:41 GMT)

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