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16.07.2018 18:03
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Risikooptimierung macht den EURO STOXX 50® zum Überflieger

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Als Anleger muss man nicht immer nur Deutschland und den deutschen Vorzeigeindex DAX im Visier haben. Denn auch in Euroland schlummert erhebliches Potenzial.

Eine Kolumne von Michael Schnoor. Der Finanz­mathematiker ist Spezialist für die Strukturierung risiko­optimierter Aktien­indizes bei der VILICO Investment Service GmbH, die unter anderem den sysShares® Large Cap Europe MinVar TR-Index initiiert hat, der seit dem Start seiner Berechnung am 29.12.1991 einen Kurszuwachs von 2.462 % (13,0 % p.a.) verzeichnet (Stand: 29.06.2018).

Wirtschaftlich schlummert im Euroland erhebliches Potenzial. Faktoren, wie ein solides Wachstum über 2 Prozent und eine lockere Geldpolitik sprechen ebenso für eine Investition, wie das persönliche Bekenntnis zu dieser Wirtschafts­region.

Die Top-Unternehmen des Eurolandes, wie Unilever, adidas, SAP und auch Phillips sind im europäischen Leitindex, dem EURO STOXX 50® vertreten. Er startete am 31. Dezember 1991 bei einer Indexbasis von 1.000 Punkten und enthält 50 große, börsennotierte Unternehmen aus dem Euro-Währungsraum, die nach den Kriterien Markt­kapitalisierung des Streubesitzes, Orderbuch­umsatz und Branchen­zugehörigkeit ausgewählt werden. In regelmäßigen Abständen wird die Index­zusammen­setzung überprüft, bei der die (Kurs-) Verlierer aussortiert und durch "Newcomer" ersetzt werden. Den EURO STOXX 50® gibt es sowohl als Kursindex ohne Dividenden, als auch als Total Return-Index, in dem die Dividenden reinvestiert werden. Wichtig zu wissen: In den (Finanz-) Medien wird beim DAX (fast) immer die Entwicklung des Total Return-Index gezeigt, während beim EURO STOXX 50® (fast) immer nur der Kursindex dargestellt wird.

EURO STOXX 50®-Investoren: Nie besser als Durchschnitt

Der EURO STOXX 50® ist nichts anderes, als ein gut struk­turiertes Aktien­portfolio, das trotz zwischen­zeitlicher Marktkorrekturen eine lukrative Möglichkeit darstellt, langfristig am Wertsteigerungs­potential europäischer Blue Chip-Aktien zu partizipieren und damit Vermögen aufzubauen und zu mehren. Welche Bedeutung der EURO STOXX 50® für Investoren hat, untermauern gigantische 34,9 Milliarden Euro, die private und institutionelle Anleger in Indexfonds investiert haben, die die Wert­entwicklung des EURO STOXX 50 passiv 1:1 nachbilden.

Tops und Flops

In den letzten 12 Monaten konnte der EURO STOXX 50® TR Index einen Kurszuwachs von 0,42 Prozent verzeichnen. Der DAX hat im gleichen Zeitraum 0,89 Prozent verloren. Die ASML Holding hat es als EuroStoxx 50 Index Mitglied in diesem Zeitraum sogar auf ein Kursplus von 44 Prozent geschafft. Die RWE als bester DAX Wert schaffte nur einen Anstieg um 24 Prozent. Trauriges Schlusslicht im EURO STOXX 50® und DAX bildet die Deutsche Bank mit einem Minus von 41,30 Prozent.

Euro Stoxx 50 TR - Gewinner und Verlierer im 12 Monatszeitraum

Einfach in den EURO STOXX 50®, sprich in den "Markt" zu investieren ist eine solide Strategie. Jedoch werden Anleger mit dieser Strategie niemals über­durchschnittliche Erträge erzielen können. Der Grund ist simpel: Jeder Marktindex spiegelt nichts anderes als die Summe aller Anlage­entscheidungen wider, und das ist nun mal die im Durchschnitt von allen Markt­teilnehmern erzielte Performance.

Risikooptimierung macht den EURO STOXX 50® zum Überflieger

Anleger, die die Chance auf über­durch­schnittliche Erträge - also "Outperformance" bzw. "alpha" - wahren wollen, setzen hingegen auf Strategien, die Effizienzvorteile mit sich bringen. Bei diesen lässt sich der rationale Investor nicht mit der im Marktindex (anhand der Markt­kapitalisierung des Streu­besitzes) durchgeführten Titelauswahl und -gewichtung abspeisen. Vielmehr bewertet er alle Aktien im Risiko-Verbund. In Krisenzeiten, deren Auslöser leider nicht prognostizierbar sind, steigt das Risiko bzw. die Volatilität und damit das Kurs­rückschlagpotential von Aktien naturgemäß an. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass risikooptimiert strukturierte Aktien­portfolios dann vergleichsweise geringe Kursrückgänge verzeichnen und somit langfristig eine bessere Wertentwicklung erzielt haben. Ein höheres Risiko wird also gerade nicht durch eine höhere Rendite entlohnt. Diese Erkenntnis beherzigt die Minimum Varianz-Methodik. Bei dieser Strategie werden aus einer Grundgesamtheit von Aktien, wie beispielsweise den 50 im EURO STOXX 50® vertretenen Werten, nur diejenigen ausgewählt und kombiniert, die in ihrem (Risiko-) Verbund das geringstmögliche Kursrückschlag­potential im Vergleich zum EURO STOXX 50® erwarten lässt. Im Ergebnis werden Marktkorrekturen abgebremst, die Zeit bis zum Verlustausgleich verkürzt und mittel- bis langfristig wird eine signifikant bessere Performance erzielt.

Wie dem Chart in der Abbildung zu entnehmen ist, brachte ein Investment in den EURO STOXX 50® Total Return Index seit seinem Start Anfang 1992 rund 598 Prozent (7,61 % p.a.). Die Minimum-Varianz-Strategie auf die Titel des EURO STOXX 50® hingegen erzielte einen Wertzuwachs von rund 2.463 Prozent (13,02 % p.a.). Kein anderer internationaler Aktienindex konnte da mithalten. Die Akzeptanz der Minimum-Varianz-Strategie ist also lohnenswert.

Chartvergleich Euro Stoxx 50 vs. DAX vs. Minimum Varianz 29.12.1991 bis 30.06.2018

Der Autor dieser Kolumne, Michael Schnoor, ist Chief Investment Officer der VILICO Investment Service GmbH, die unter anderem den sysShares® Large Cap Europe MinVar TR-Index aufgelegt hat. Dieser Index bildet die Wert­entwicklung eines aus den 50 Titeln des EURO STOXX 50® zusammen­gesetzten Minimum Varianz-Portfolios ab und ist über ein Open-End-Index­zertifikat der UniCredit (ISIN: DE000HY816C9) investierbar.

Über Michael Schnoor

Michael Schnoor - CIO von sysShares Michael Schnoor zählt seit 1998 zu den deutschen Pionieren im Bereich quantitativ-risiko­optimierter Minimum Varianz-Strategien. Er war zuvor u. a. Risiko­manager bei der Iduna Nova Versicherung und ver­antwortete Spezial­fondsmandate mit diesem wissen­schaftlich fundierten, robusten und quantita­tiven Investment­ansatz.

Die sysShares®-Strategie zielt darauf ab, das Risiko der Basis­indizes zu reduzieren und dabei die Kurs­chancen zu erhalten. Derzeit sind drei sysShares®-Strategien investier­bar, die aus den Titeln der Basis­indizes MDAX, Euro Stoxx 50 und Nikkei 225 zusammen­gesetzt werden.

Hinweise:
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
finanzen.net erhält von der Emittentin der Zertifikate auf die sysShares®-Indizes für die Bereit­stellung von Informations­material eine Zuwendung in Höhe von jeweils einem Drittel des Verwaltungs­entgelts für das jeweilige Produkt in % p.a.

Bildquellen: Horoscope / Shutterstock.com
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