10.08.2022 11:42

Ukraine-Krieg belastet Talanx - Prognose bestätigt

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München (Reuters) - Der Krieg in der Ukraine und die Inflation machen dem Versicherungskonzern Talanx zu schaffen.

"Wir werden uns ein bisschen strecken müssen, damit das passt", sagte Finanzchef Jan Wicke am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Blick auf die Gewinnprognose für das laufende Jahr. "Das ist kein Selbstläufer, aber ich bin total zuversichtlich, dass wir das schaffen", stellte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters klar. Der Konzern aus Hannover peilt einen Gewinnanstieg auf 1,05 bis 1,15 Milliarden Euro an, liegt nach einem halben Jahr aber bereits um 267 Millionen Euro über seinem Budget für Naturkatastrophen und andere Großschäden.

Ein Grund dafür sind die Folgen des Krieges in der Ukraine. In der Rück- und der Industrieversicherung habe Talanx bisher 346 Millionen Euro zurückgestellt, sagte Wicke. Fast 80 Prozent davon entfielen auf Schäden, die noch nicht gemeldet worden seien, aber vermutlich eingetreten seien. "Der Krieg dauert an, es gibt ja weitere Schäden", sagte Wicke. Die Talanx-Tochter Hannover Rück ist der weltweit drittgrößte Rückversicherer. Marktführer Münchener Rück hat für die Kriegsschäden bisher erst 200 Millionen Euro reserviert. "Bei der Ukraine sind wir sehr konservativ", sagte Wicke. Als einer der größten möglichen Schäden gilt der Verlust von Flugzeugen, die an russische Fluggesellschaften verleast sind. In der Branche werde aber bezweifelt, dass Leasinggeber hieraus große Ansprüche geltend machen könnten, sagte Wicke.

Nach den ersten sechs Monaten steht bei Talanx ein Gewinn von 560 (2021: 546) Millionen Euro zu Buche, etwas mehr als vor einem Jahr. Angesichts des Gegenwinds von der Inflation und der drohenden Rezession sei er damit zufrieden, sagte Wicke. Mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 35,96 Euro war die Talanx-Aktie einer der größten Kursverlierer im Nebenwerteindex MDax.

Einen Teil der Belastungen macht Talanx durch stärkeres Wachstum wett. Die Prämien sollen in diesem Jahr stärker zulegen als geplant: um einen hohen (bisher: mittleren) einstelligen Prozentsatz. Im ersten Halbjahr schnellten die Bruttoprämien um 18 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro in die Höhe. "Unser starkes zweistelliges Prämienwachstum zeigt, dass wir zum einen bereits mit Preisanpassungen auf die hohe Inflation reagieren sowie zum anderen ein starkes Neugeschäft ausweisen", sagte Vorstandschef Torsten Leue. In der Versicherung von Privat- und kleineren Firmenkunden steuert Talanx allerdings nur auf eine schwarze Null zu, weil die Überschwemmungen und Hagel sowie der steigende Kfz-Verkehr die Schaden-Kosten-Quote nach oben treiben. Hier will Wicke nun auf die Bremse treten, die Prämien erhöhen und wählerischer bei der Zeichnung von Risiken werden, wie er sagte.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Hans Seidenstücker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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