17.09.2021 17:57

Taliban wandeln Frauenministerium in Sitz der Religionspolizei um

Folgen
Werbung

(Reuters) - Die Taliban haben das afghanische Frauenministerium Augenzeugen zufolge in den Sitz der Religionspolizei umgewandelt.

Am Freitag brachten Arbeiter an dem Gebäude in Kabul ein Schild an mit der Aufschrift "Ministerium für Gebet und Orientierung sowie zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung von Laster", wie auch auf Fotos zu sehen war. Unter einem ähnlichen Namen firmierte in der ersten Herrschaftszeit der radikalen Islamisten von 1996 bis 2001 die Religionspolizei, die die Scharia unter anderem auch mit öffentlichen Hinrichtungen durchsetzte. Mitarbeiterinnen des Frauenministeriums erklärten, sie seien schon seit Wochen nach Hause geschickt worden. Am Donnerstag sei schließlich das Tor des Ministeriumsgebäudes verschlossen worden.

Die Taliban reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Islamisten hatten zuvor erklärt, dass Frauen nicht mit Männern in Ministerien zusammenarbeiten dürften. In der neuen Kabinettsliste fehlte zudem das Frauenministerium, eine Abschaffung der Regierungsstelle hatten die Taliban bisher aber nicht bestätigt. Seit sie Mitte August die Macht übernommen hatten, bemühten sie sich öffentlich um ein moderateres Auftreten. So sicherten sie zu, dass Mädchen zur Schule gehen könnten, solange es sich um reine Mädchenklassen handele.

Am Freitag teilte das Bildungsministerium mit, am Samstag sollten die Schulen des Landes wieder für Jungen öffnen. Ob und wann auch Mädchen wieder zugelassen werden, blieb offen. Weiterführende Mädchenschulen waren zuletzt geschlossen. Für jüngere Mädchen gab es noch vereinzelt Unterricht in Schulen, die den Betrieb aufrechterhalten konnten. Während der ersten Taliban-Herrschaft war Frauen der Zugang zu Bildung und Arbeit verwehrt, Mädchen durften nicht zur Schule gehen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Asiens Börsen in Rot -- eBay-Zahlen übertreffen Erwartungen -- Hedgefonds Third Point fordert Aufspaltung von Shell -- VW, Daimler im Fokus

Airbus erhöht Jahresprognose für Adjusted EBIT und Cashflow. Ford hebt Ziele trotz Chipkrise an. Facebooks Krypto-Wallet Novi geht erstmals an den Start. Google will weiter im Gesundheitssektor arbeiten. Setzt China US-Unternehmen mit dem e-CNY unter Druck? 2024 sollen die ersten Xiaomi-Elektrofahrzeuge vom Band rollen.

Umfrage

Würden Sie eine verpflichtende Corona-Impfung gutheißen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln