13.06.2018 16:08
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Tsakalotos mahnt Merkel zu kühneren Reformen

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BERLIN (Dow Jones)--Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehr Mut bei den Reformen der Eurozone verlangt. "Die Probleme der Eurozone werden nicht gelöst, indem wir einfach so weitermachen wie bisher", sagte Tsakalotos in einem Interview mit Zeit Online. "Frau Merkel könnte kühner sein, als sie es ist. Das wäre gut für Deutschland und für ihr Erbe als europäische Politikerin."

Es gehe nicht immer nur um Geld, sondern auch darum, "Institution zu haben, die Probleme lösen". Man solle zu einer Eurozone kommen, "die proaktiv handelt und nicht ständig nur reagiert," forderte Tsakalotos. Zudem sollte eine Währungsunion auch über einen Mechanismus verfügen, der regionale Ungleichheiten angehe. Mit Blick auf Griechenland forderte er ein Bekenntnis der Eurogruppe am Donnerstag kommender Woche zu einem Ende des Hilfsprogramms und Schuldenerleichterungen.

Tsakalotos nannte es "extrem wichtig", dass die Wirtschaftszeitungen nicht am Freitag berichteten, die Eurogruppe habe erneut die Probleme vor sich hergeschoben und die griechische Schuldenfrage nicht geklärt. "Wenn das passiert, werden wir offenkundig keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben." Es sei aber weder in Deutschlands noch in Griechenlands Interesse, weiterhin Rettungsprogramme zu haben. "Irgendwann muss man einem Land auch vertrauen, dass es seine Verantwortung ernst nimmt", mahnte er.

Über die Lage in Italien zeigte sich der griechische Finanzminister "besorgt". Dass die Menschen nicht mehr die traditionellen Parteien wählten, liege an den sehr schwierigen sozialen und regionalen Problemen. Jedoch gebe es jetzt die Chance, in eine ernsthafte Diskussion über diese Themen in der Eurozone einzusteigen. "Ich hoffe, dass Italien ein Bewusstsein dafür schafft, wie dringlich die Lage ist", sagte Tsakalotos aber.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/jhe

(END) Dow Jones Newswires

June 13, 2018 10:08 ET (14:08 GMT)

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