10.08.2018 10:47
Bewerten
(0)

Lira-Krise ruft anscheinend EZB-Bankenaufseher auf den Plan - Banken-Aktien unter Druck

Türkei-Engagement: Lira-Krise ruft anscheinend EZB-Bankenaufseher auf den Plan - Banken-Aktien unter Druck | Nachricht | finanzen.net
Türkei-Engagement
DRUCKEN
Die EZB-Bankenaufseher schauen sich einen Medienbericht zufolge wegen des drastischen Verfalls der türkischen Währung die Verbindungen europäischer Geldhäuser zu dem Land an.
Insgesamt würden die Aufseher die Situation zwar noch nicht als kritisch einstufen, berichtete die "Financial Times" am Freitag unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Großbanken BBVA aus Spanien, die italienische UniCredit und die französische BNP Paribas seien aber besonders exponiert. Diese hätten bedeutende Geschäfte in dem Land am Bosporus. Die Aufseher würden die Situation schon seit einigen Monaten verfolgen.

Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Die Situation sei aber noch nicht kritisch.

Die Folgen des starken Kursrückgangs der türkischen Lira sollen dem Bericht zufolge sehr genau beobachtet werden. So könnten sich viele türkische Kreditnehmer nicht ausreichend gegen den Kursverfall der heimischen Währung abgesichert haben und so bei den auf Euro oder Dollar laufenden Krediten Zahlungsprobleme kommen.

Derzeit haben Banken in der Türkei einer aktuellen Aufstellung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Kredite in Höhe von 148 Milliarden Dollar und von 110 Milliarden Euro vergeben - der Großteil davon kommt aus dem Ausland.

Das höchste Risiko tragen den BIZ-Daten zufolge derzeit die spanischen Großbanken, die Kredite über rund 83 Milliarden Dollar vergeben haben - aus Frankreich und Italien kommen 38 Milliarden Dollar beziehungsweise 17 Milliarden Dollar. Vertreter der Banken und der EZB wollten die Informationen der Zeitung nicht kommentieren, hieß es in dem Bericht.

Banken-Aktien unter Druck

Angesichts der Marktturbulenzen in der Türkei sind am Freitag die Aktien europäischer Banken besonders stark unter Druck geraten. Der Verfall der türkischen Lira und hohe Kursverluste türkischer Staatsanleihen lasteten auf dem europäischen Bankensektor, dessen Branchenindex um 1,4 Prozent nachgab. Auch die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank ließen Federn.

Die türkische Lira geriet am Morgen in einen Abwärtsstrudel. Die Investoren hätten im großen Stil türkische Aktien und Anleihen verkauft und sorgten damit für immer mehr Abwertungsdruck, hieß es in einer Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg. "Mittlerweile spielen die Märkte durchaus einen Default der Türkei durch, die Prämien der Kreditausfallversicherungen (CDS) kletterten auf mehrjährige Höchststände." Mit Default wird der Ausfall eines Schuldners bezeichnet.

Aktien der spanischen BBVA büßten in Madrid 3,6 Prozent ein auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016. Sie waren größter Kursverlierer im Leitindex IBEX-35. Ähnlich das Bild an der Mailänder Börse, wo die Anteile von Unicredit 3,4 Prozent verloren und damit ebenfalls das Schlusslicht im Leitindex FTSE-MIB waren. In Paris zählten die Aktien der Großbank BNP Paribas mit einem Abschlag von 3,3 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern.

Wie zu Zeiten der Griechenland-Krise fürchten Investoren, dass die sich zuspitzende Krise in der Türkei auf das europäische Bankensystem übergreifen könnte. Dieses auch Ansteckungsgefahr genannte Szenario ließ am Freitag auch die Papiere der Commerzbank um 2,3 Prozent nachgeben und die der Deutschen Bank um 3,3 Prozent. Auf den Aktien der Deutschen Bank lastete allerdings auch noch ein negativer Kommentar von Morgan Stanley.

Allerdings dürften die deutschen Banken nach Ansicht von Experte Carsten Hesse von der Berenberg Bank nicht zu den am stärksten von der Türkei-Krise betroffenen Geldhäusern zählen. Am meisten seien die Banken Spaniens, Frankreichs und Italiens in türkischen Staatspapieren engagiert, insgesamt mit 135 Milliarden Euro. "Alles in allem scheint die Belastung des Bankensystems der Eurozone zu gering zu sein, um eine größere Krise auszulösen", schrieb der Ökonom in einem Marktkommentar.

Frankfurt (Reuters) / (dpa-AFX)

Bildquellen: SVLuma / Shutterstock.com, Bojan Pavlukovic / Shutterstock.com, grafvision / Shutterstock.com

Nachrichten zu BNP Paribas S.A.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu BNP Paribas S.A.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.08.2018BNP Paribas Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
17.08.2018BNP Paribas OutperformRBC Capital Markets
14.08.2018BNP Paribas buyJefferies & Company Inc.
13.08.2018BNP Paribas NeutralJP Morgan Chase & Co.
10.08.2018BNP Paribas buyDeutsche Bank AG
17.08.2018BNP Paribas Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
17.08.2018BNP Paribas OutperformRBC Capital Markets
14.08.2018BNP Paribas buyJefferies & Company Inc.
10.08.2018BNP Paribas buyDeutsche Bank AG
07.08.2018BNP Paribas Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
13.08.2018BNP Paribas NeutralJP Morgan Chase & Co.
02.08.2018BNP Paribas NeutralCredit Suisse Group
02.08.2018BNP Paribas NeutralJP Morgan Chase & Co.
01.08.2018BNP Paribas NeutralCredit Suisse Group
01.08.2018BNP Paribas NeutralJP Morgan Chase & Co.
07.11.2017BNP Paribas SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
09.02.2017BNP Paribas SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.09.2016BNP Paribas UnderweightJP Morgan Chase & Co.
29.07.2016BNP Paribas UnderweightJP Morgan Chase & Co.
29.06.2016BNP Paribas SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BNP Paribas S.A. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen im Plus --Tesla auch bei Problemen rund um Model 3 im Visier der SEC -- Trump droht Türkei mit weiteren Sanktionen -- Rheinmetall, Bayer, Henkel im Fokus

Swiss Re bei Brückeneinsturz in Genua in der Pflicht. S&P senkt Ausblick für K+S auf negativ. Tesla-Chef kann womöglich auf Milde der Börsenaufsicht hoffen. Mehrere VW-Mitarbeiter im Abgas-Skandal möglicherweise vor Entlassung. Novo Nordisk kauft britischen Diabetes-Spezialisten.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die wertvollsten Marken der Welt
Welche Marke macht das Rennen?
Die teuersten Städte für Expats 2018
Hier ist das Leben für ausländische Fachkräfte besonders teuer
Der Financial Secrecy Index 2018
Die größten Schattenfinanzzentren der Welt
Die bestbezahlten Promis der Welt 2018
Bis zu 285 Millionen US-Dollar Verdienst
In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Job verdient man am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Saint-Gobain S.A. (Compagnie de Saint-Gobain)872087
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Scout24 AGA12DM8
TeslaA1CX3T
Amazon906866
BayerBAY001
Allianz840400
Wirecard AG747206
Steinhoff International N.V.A14XB9
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
adidas AGA1EWWW