22.06.2022 14:07

Über 900 Tote bei schwerem Erdbeben in Afghanistan

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Kabul (Reuters) - Nach dem schwerem Erdbeben in Afghanistan steigt die Zahl der Opfer immer weiter.

Bis zum frühen Nachmittag meldeten die Behörden am Mittwoch 920 Tote und mehr als 600 Verletzte. Da Informationen aus entlegenen Bergregionen nur langsam eintreffen, wurden weitere Todesopfer befürchtet, wie ein Vertreter des Innenministeriums erklärte. Für die in Kabul herrschenden Taliban könnte die Bewältigung der Katastrophe zu einer großen Herausforderung werden, weil viele Staaten nach der Machtübernahme der radikalen Islamisten ihre Entwicklungshilfe für das krisengeschüttelte Land eingestellt haben. Humanitäre Unterstützung unter anderem der Vereinten Nationen (UN) gibt es aber weiter. Die UN schoben auch jetzt Hilfseinsätze in den Katastrophengebieten an.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS https://www.usgs.gov eine Stärke von 5,9 und ereignete sich etwa 40 Kilometer von der Stadt Chost entfernt nahe der pakistanischen Grenze. Aus Pakistan gab es zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden. Die Regierung in Islamabad kündigte an, Hilfe für das Nachbarland zu organisieren.

Zu spüren waren die Erdstöße für rund 119 Millionen Menschen in Afghanistan, Pakistan und auch Indien, wie das Europäische Mittelmeer-Seismologie-Zentrum EMSC https://www.emsc-csem.org/Earthquake/significant_earthquakes.php mitteilte. Auf der Internetseite der Forschungseinrichtung berichteten Bewohner der afghanischen Hauptstadt Kabul und der pakistanischen Stadt Peshawar von schweren Erschütterungen.

IMMER WIEDER HUNDERTE TOTE BEI ERDBEBEN

Afghanistan wird aufgrund der tektonischen Plattenbewegung in der Region häufig von Erdbeben erschüttert, vor allem im bergigen Hindukusch an der Grenze zu Pakistan. In den vergangenen 30 Jahren gab es in dem Land immer wieder Beben, bei denen Hunderte Menschen starben. Bei Erdstößen der Stärke 7,5 starben 2015 knapp 400 Menschen. Vor 20 Jahren gab es ein Doppelbeben, das 1100 Menschen das Leben kostete.

In afghanischen Medien wurden am Mittwoch in Trümmern liegende Häuser und in Tücher gehüllte Leichen gezeigt. Laut Innenministerium waren Hubschrauber im Einsatz, um Verletzte zu bergen und die betroffenen Regionen mit medizinischer Hilfe und Lebensmitteln zu versorgen. Die meisten Opfer habe es in der östlichen Provinz Paktika gegeben. Der oberste Anführer der Taliban, Haibatullah Achundsada, ließ eine Beileidserklärung verbreiten. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, Hilfe aus dem Ausland wäre in Afghanistan willkommen.

Erst Anfang Mai mussten die Taliban nach schweren Überschwemmungen im Land international um Hilfe bitten. Die Islamisten hatten am 15. August 2021 wieder die Macht in Kabul übernommen. Seitdem fließen weniger ausländische Hilfsgelder ins Land. Die nach Jahrzehnten von Kriegen herrschende Armut in Afghanistan nahm zu, die Wirtschaftskrise verschärfte sich. In den vergangenen Jahren kam es zu extremen Dürre-Perioden und Ernteausfällen, was die Furcht vor einer bedrohlichen Lebensmittelknappheit schürte. Afghanistan gehört zudem zu jenen Ländern, die die UN als besonders gefährdet für Hungerkatastrophen wegen ausbleibender Nahrungsmittellieferungen in Folge des Ukraine-Kriegs sehen.

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