Übernahmekampf

Commerzbank-Aktie steigt nach Kaufempfehlung: Bafin untersagt UniCredit künftige unsachliche Werbeanzeigen

27.04.26 16:43 Uhr

Aktien von Commerzbank und UniCredit im Plus: BaFin untersagt künftig unsachliche Werbeanzeigen - Kaufempfehlung für CoBa | finanzen.net

Die deutsche Finanzaufsicht greift bei einer Kampagne der UniCredit im Übernahmekampf um die Commerzbank ein.

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Die Bafin untersagte der italienischen Großbank Werbeanzeigen zulasten der Commerzbank, die sie in sozialen Medien veröffentlicht hatte. Die Werbung wurde als unzulässig eingestuft.

Die Behörde rügte die "reißerische und unsachliche Aufmachung" der Anzeigen. Diese hätten Mutmaßungen zur wirtschaftlichen Lage der Commerzbank enthalten und seien innerhalb der gesamten Europäischen Union abrufbar gewesen. Inzwischen seien sie jedoch nicht mehr aktiv.

Mit der Anordnung mache die Bafin von ihren Befugnissen aus Paragraf 28 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes Gebrauch, hieß es am Freitagabend. Sie begegnet damit Missständen im laufenden Übernahmeverfahren und schaffe darüber hinaus Klarheit über die Grenzen von zulässiger Werbung im Zusammenhang mit Übernahmeangeboten. Bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Zuwiderhandlung gegen die Anordnung drohe dem Unternehmen ein Bußgeld.

Grundsätzliche Kritik am Geschäftsmodell

Ein UniCredit-Sprecher entgegnete, die Anzeige sei entworfen worden, um die "positive Vision" zu vermitteln, die UniCredit für die Commerzbank habe. Die Übersetzung eines Wortes aus der ursprünglich englischen Aussage ins Deutsche könnte jedoch zu einer gewissen Mehrdeutigkeit geführt haben, räumte er ein. "Wir haben den Beitrag umgehend entfernt und sowohl der Commerzbank als auch allen, die nachgefragt haben, die Sachlage erklärt. Deshalb überrascht uns die Reaktion."

UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte am Montag das Geschäftsmodell der Commerzbank grundsätzlich kritisiert und den Übernahmewunsch bekräftigt. Nach Dafürhalten der UniCredit sollte die Commerzbank ihren Fokus auf Deutschland und Polen verstärken und gleichzeitig ihre internationalen Aktivitäten zurückfahren. Letztere seien "überdimensioniert, fragmentiert, risikoreicher, operativ komplex und ineffizient", meint UniCredit.

Seit 2024 Anteil immer weiter erhöht

Die Bank aus Mailand verfügte zuletzt über 26,77 Prozent der Commerzbank-Anteile und hat über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent der Aktien. Damit kommt sie auf zusammen 29,99 Prozent. Ab einem Anteil von 30 Prozent müsste die UniCredit ein Angebot für die übrigen Commerzbank-Aktien abgeben.

Die Italiener waren 2024 im großen Stil bei dem Frankfurter Geldhaus eingestiegen und haben ihren Anteil seither immer weiter erhöht. Mitte März kündigten sie schließlich ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien an.

Die Aktionäre der UniCredit sollen am 4. Mai auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der dazu notwendigen Kapitalerhöhung zustimmen. Das Commerzbank-Management und die Bundesregierung lehnen eine feindliche Übernahme durch die UniCredit ab.

So reagieren die Aktien

Die UniCredit-Titel steigen in Mailand zeitweise um 0,58 Prozent auf 64,38 Euro. Dagegen profitieren die Aktien der Commerzbank nach viertägigen Kursverlusten von einer Kaufempfehlung der Bank of America (BofA). Zeitweise legen sie via XETRA um 1,65 Prozent auf 34,50 Euro zu und verringerten so ihren bisherigen Jahresverlust auf 4,2 Prozent. Vor einer Woche noch hatten sie bei knapp unter 37 Euro den höchsten Stand seit August 2025 erreicht.

Die Analysten um Tarik El Mejjad begründeten ihre Hochstufung bei Bank of America von "Neutral" auf "Buy" mit der Attraktivität des Papiers, auch unabhängig von einer möglichen Übernahme durch die UniCredit. Dabei verwiesen sie auf das überdurchschnittliche Gewinnwachstum je Aktie. Das Kursziel wurde von 37 auf 42 Euro erhöht.

Abgesehen von einer Übernahme durch die italienische Großbank wird die Bank ihren Aktionären laut der BofA auch einen aktualisierten Plan für 2030 präsentieren, der auf eine eigenständige Zukunft ausgerichtet sei. In beiden Ansätzen sieht sie eine "strategische Logik". Ihre Bewertung der Aktie berücksichtigt entsprechend nicht, ob das Übernahmeangebot erfolgreich sein wird.

Laut der Datenbank der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX hat die Aktie drei Kaufempfehlungen und vier Empfehlungen, das Papier zu halten. Die Kursziele liegen zwischen 34,80 und 43 Euro, der Durchschnitt liegt bei 39,13 Euro. Die Bank of America wird in der Datenbank dabei nicht berücksichtigt.

FRANKFURT/BONN (dpa-AFX)

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com, Annto / Shutterstock.com

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