Commerzbank-Aktie im Minus: Übernahmekampf mit UniCredit spitzt sich zu

Die Commerzbank steht im Zentrum eines eskalierenden Übernahmekonflikts mit UniCredit. Während die Italiener aufs Tempo drücken, bleiben Anleger und Politik skeptisch.
Werte in diesem Artikel
• UniCredit plant Kapitalerhöhung für Übernahmeangebot
• Angebot liegt unter aktuellem Marktpreis
• Aktie bleibt stabil über der 30-Euro-Marke
UniCredit macht Ernst im Übernahmekampf
Die Commerzbank rückt erneut in den Mittelpunkt des intensiven Übernahmekonflikts. Die italienische UniCredit treibt ihre Pläne weiter voran und hat konkrete Schritte eingeleitet, um ihre Beteiligung auszubauen. Wie aus einem Bericht von "Der Aktionär" hervorgeht, soll am 4. Mai eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden, auf der die Grundlage für eine Kapitalerhöhung geschaffen wird. Diese ist notwendig, damit UniCredit neue Aktien ausgeben und ihr geplantes Übernahmeangebot umsetzen kann.
Ziel der Italiener ist es, die Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent zu erhöhen. Eine vollständige Übernahme scheint zunächst nicht im Fokus zu stehen, vielmehr soll ein Pflichtangebot vermieden werden. UniCredit-CEO Andrea Orcel will dafür die Zustimmung der eigenen Aktionäre einholen und die strategische Expansion nach Deutschland vorantreiben.
Skepsis am Markt und politischer Widerstand
Laut IT Boltwise liegt das Angebot von UniCredit mit rund 30,80 Euro je Aktie unter dem aktuellen Marktpreis. Das sorgt für Skepsis, zumal Analysten im Schnitt deutlich höhere Kursziele sehen. Gleichzeitig profitiert die Commerzbank von einer verbesserten operativen Entwicklung, steigender Effizienz und zuletzt starken Ergebnissen, was die Verhandlungsposition stärkt.
Auch politisch ist der Deal umstritten. Der deutsche Staat hält weiterhin Anteile an der Commerzbank und steht einer Übernahme kritisch gegenüber. Zudem gibt es Widerstand aus der Belegschaft. Diese Gemengelage sorgt für Unsicherheit, eröffnet aber auch Spielraum für eine mögliche Nachbesserung des Angebots.
Commerzbank beharrt auf Standalone-Lösung
Die Commerzbank hat das im März angekündigte Übernahmeangebot ihres italienischen Großaktionärs Unicredit in deutlicher Form zurückgewiesen. Aktuell gebe es keine Ansatzpunkte für eine einvernehmliche wertschaffende Transaktion über die jetzige Standalone-Strategie und deren Planungszeitraum hinaus, erklärte das Frankfurter Geldhaus. Ein Großteil des von der Unicredit skizzierten Potenzials beruhe nicht auf einer Fusion beider Institute, könne also auch von der Commerzbank eigenständig und damit ohne erhebliche Umsetzungsrisiken realisiert werden, heißt es in einer Mitteilung der Commerzbank.
Am 8. Mai, zur Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen, will die Commerzbank die bereits in Aussicht gestellte Erhöhung ihrer Finanzziele bekannt geben sowie weitere Details ihres Strategie-Updates.
Die Commerzbank kritisierte, dass die Unicredit keinerlei Bereitschaft habe erkennen lassen, den Commerzbank-Aktionären eine angemessene Prämie zu bieten. Dies sei jedoch zwingend erforderlich. Der Commerzbank-Vorstand verwahrte sich überdies gegen die Aussage, dass sich die Bank einem konstruktiven Austausch mit der Unicredit zu einer wertschaffenden Transaktion verweigere, wie dies in der Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der italienischen Bank am 4. Mai vermerkt sei.
Commerzbank weiterhin offen für Gespräche
In den vergangenen Wochen hätten "mehrere Interaktionen" stattgefunden, um Grundlagen und Potenziale des angekündigten Übernahmeangebots "konstruktiv zu eruieren". Auch habe es in den vergangenen 18 Monaten einen regelmäßigen offenen Austausch mit der Unicredit als Investorin gegeben. Die Mailänder Bank habe dabei weder gezielte Anfragen oder Anregungen noch mögliche Eckpfeiler einer Transaktion an die Commerzbank herangetragen.
Die Commerzbank bleibe offen für Gespräche und Vorschläge, die konkreten Mehrwert für ihre Aktionäre und Stakeholder schafften, hieß es abschließend.
Aktien im Blick - Entscheidung offen
Am Dienstag zeigte sich die Commerzbank-Aktie wenig verändert. Im XETRA-Handel notiert das Papier letztlich unbewegt bei 31,48 Euro und behauptete sich damit klar über der Marke von 30,00 Euro. Die Aktie von UniCredit gab im Mailänder Handel dagegen schlussendlich um 0,41 Prozent auf 62,40 Euro nach.
Mittelfristig bleibt die Lage damit vielschichtig: Einerseits gilt die Commerzbank dank ihrer Marktstellung und strategischen Fortschritte als attraktiver Wert. Andererseits könnten makroökonomische Risiken wie eine schwache Konjunktur oder steigende Kreditausfälle die Entwicklung belasten. Entscheidend dürfte sein, ob UniCredit ihr Angebot nachbessert und wie sich die politische Haltung in Deutschland weiterentwickelt.
Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von Dow Jones Newswires
Ausgewählte Hebelprodukte auf Commerzbank
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Commerzbank
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere Commerzbank News
Bildquellen: Commerzbank AG, Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com