Umfrage sieht Macron-Lager in erster Wahlrunde auf Platz drei

18.06.24 16:13 Uhr

PARIS (dpa-AFX) - Zwei Wochen vor Beginn der französischen Parlamentswahl sieht eine Umfrage das Lager von Präsident Emmanuel Macron in der ersten Wahlrunde nur auf Platz drei. Macrons Mitte-Kräfte könnten im ersten Durchgang nur auf 18 Prozent der Stimmen kommen, wie die am Dienstag veröffentlichte Befragung des renommierten Instituts Ifop ergab. Die meisten Stimmen könnten mit 33 Prozent demnach auf das rechtsnationale Rassemblement National um Marine Le Pen entfallen. Dem neuen Linksbündnis Nouveau Front Populaire wollten 28 Prozent der Befragten ihre Stimme geben.

Die Ergebnisse würden aber nicht bedeuten, dass Le Pens Rechtspopulisten auch stärkste Kraft in der Parlamentskammer würden. Denn die französische Nationalversammlung wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen in seinem Wahlkreis erhält, bekommt den Parlamentssitz, sofern dies mindestens einem Viertel der eingeschriebenen Wähler dort entspricht. Das schaffen aber nur die allerwenigsten in der ersten Runde. Die Großzahl der Sitze wird in einer Stichwahl in der zweiten Wahlrunde vergeben. Dort gewinnt die Person mit den meisten Stimmen. Oftmals werden vor der entscheidenden zweiten Runde Bündnisse geschmiedet. Macron dürfte hoffen, dass alle demokratischen Kräfte dann gegen Kandidaten der Rechtsnationalen stimmen.

Macron hatte als Reaktion auf die Niederlage seiner liberalen Kräfte bei der Europawahl und den haushohen Sieg der Rechtsnationalen die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen der französischen Parlamentskammer in zwei Durchgängen für den 30. Juni und den 7. Juli angesetzt. Um Macrons Präsidentenamt geht es dabei nicht. Macron hofft, die Mehrheit seines Mitte-Lagers auszubauen.

Der Ifop-Umfrage zufolge könnte die Wahlbeteiligung mit 62 Prozent besonders hoch liegen. Bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren gaben nur 47,51 Prozent der eingeschriebenen Wähler ihre Stimme ab. Für die Umfrage wurden zwischen dem 14. und dem 17. Juni 1131 erwachsene und zum Wählen registrierte Menschen online befragt./rbo/DP/ngu