Umsatzrückgang

Airbus-Aktie fester: Gewinneinbruch zum Jahresstart - Ziele für 2026 bestätigt

29.04.26 18:02 Uhr

Gemischter Jahresauftakt bei Airbus: Gewinn sinkt, Prognose bleibt stabil - Aktie legt zu | finanzen.net

Verzögerte Triebswerkslieferungen des Herstellers Pratt & Whitney haben dem weltgrößten Flugzeugbauer Airbus einen schwachen Start ins Jahr eingebrockt.

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Mit 114 Passagierjets lieferte der Hersteller im ersten Quartal so wenige Maschinen aus wie seit 2009 nicht mehr. Damit fiel er sogar hinter seinen Rivalen Boeing aus den USA zurück, der seit Jahren in einer schweren Krise steckt. Dennoch will Airbus-Chef Guillaume Faury 2026 so viele Flugzeuge ausliefern wie nie zuvor und registriert trotz des Iran-Kriegs bisher keine Abbestellungen.

Mit den Quartalszahlen hatte Airbus die Erwartungen von Analysten teils übertroffen und teils verfehlt. Branchenexpertin Milene Kerner von der Investmentbank Barclays zeigte sich jedoch von den Erklärungen des Managements beruhigt. So sei die Diskrepanz zwischen Produktion und Auslieferungen in der Telefonkonferenz plausibel erklärt worden. Die Probleme seien inzwischen gelöst. Entscheidend für das Vertrauen der Anleger sei nun ein höheres Tempo bei den Auslieferungen.

Um den hohen Auftragsbestand macht sich die Airbus-Spitze bisher jedenfalls keine Sorgen. "Wir sehen gegenwärtig keine Stornierungen und keine Verschiebung von Aufträgen", sagte Faury am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Zwar strichen manche Airlines derzeit Flüge oder verkleinerten ihr Netzwerk. Sie wollten aber weiterhin effizientere Flugzeuge, weil diese die Auswirkungen der hohen Treibstoffpreise verringerten.

Im ersten Quartal sank Airbus' Umsatz im Jahresvergleich konzernweit um sieben Prozent auf rund 12,7 Milliarden Euro. Neben den rückläufigen Jet-Auslieferungen zehrte der schwache US-Dollar am Erlös, da Flugzeuge in Dollar gehandelt werden. Der operative Gewinn vor Sondereffekten (bereinigtes Ebit) brach sogar um mehr als die Hälfte auf 300 Millionen Euro ein, wie Airbus am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte.

Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 586 Millionen Euro gut ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum und damit immerhin mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Allerdings verbrannte er vor Kundenfinanzierungen fast 2,5 Milliarden Euro an Barmitteln und damit weitaus mehr als von Experten geschätzt. Ein Jahr zuvor hatte der Mittelabfluss sogar nur bei 310 Millionen Euro gelegen.

Der Einbruch lag weitgehend am Geschäft mit Passagierflugzeugen, das den Löwenanteil von Airbus' Umsatz und üblicherweise auch den Großteil des Gewinns liefert. In der Verkehrsflugzeugsparte brach der bereinigte operative Gewinn sogar um 84 Prozent auf nur noch 81 Millionen Euro ein. In der weitaus kleineren Raumfahrt- und Rüstungssparte ging es hingegen deutlich aufwärts, während das Geschäft mit Hubschraubern ebenfalls einen Rückgang verbuchte.

Faury beklagte sich erneut über schleppende Triebwerkslieferungen des US-Herstellers Pratt & Whitney. Die Tochter des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Raytheon Technologies aus den USA liefert die wichtigen Getriebefan-Antriebe für den kleinsten Airbus A220 und etwa jedes zweite Exemplar der Modellfamilie A320neo, der meistgefragten Passagierjet-Reihe der Welt. An dem Antrieb arbeiten auch der deutsche Triebwerksbauer MTU Aero Engines sowie Japanese Aero Engines mit.

Ein Rückruf tausender Turbinen wegen eines Materialmangels hält die Hersteller seit dem Jahr 2023 auf Trab. Faury hatte Pratt & Whitney zuletzt vorgeworfen, in der Folge nicht genügend Antriebe für neue Flugzeuge zu liefern. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gab dem Triebwerksbauer allerdings im März Recht mit der Strategie, zuerst von dem Mangel betroffene Airline-Kunden mit Ersatzteilen zu versorgen. "Und wenn man dann noch Ersatzteile übrig hat, kann man die an Airbus liefern für neue Flugzeuge", sagte er Anfang März.

Wegen der knappen Triebwerke und wegen Nacharbeiten an fehlerhaften Verkleidungen eines anderen Zulieferers erwartet Airbus-Finanzchef Thomas Toepfer, dass sich Airbus' Flugzeugauslieferungen 2026 stärker in Richtung Jahresende verschieben als im Vorjahr. Da hatte Airbus von insgesamt 793 ausgelieferten Jets 136 Stück erst im Dezember an seine Kunden übergeben.

Im laufenden Jahr will Faury die Zahl der Auslieferungen weiterhin auf rund 870 Verkehrsflugzeuge nach oben treiben und damit den Rekordwert von 863 aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 leicht übertreffen. Der bereinigte operative Gewinn soll auf etwa 7,5 Milliarden Euro klettern. Der freie Barmittelzufluss soll dann mit rund 4,5 Milliarden Euro im positiven Bereich landen.

Hoffnung macht dem Vorstand, dass Airbus inzwischen Unstimmigkeiten mit China gelöst hat. Ohne diese Probleme hätte der Hersteller laut Faury im ersten Quartal etwa 20 Jets mehr ausliefern können. Dies will er nun im zweiten Quartal nachholen.

An Bestellungen mangelt es Airbus weiterhin nicht. Der Hersteller saß Ende März auf Orders über mehr als 9.000 Passagier- und Frachtflugzeugen, was rechnerisch der Produktion von mehr als zehn Jahren entspricht.

Airbus-Aktie höher

Die Aktien von Airbus haben am Mittwoch nach dem Quartalsbericht des Flugzeugbauers zugelegt und notierten auf XETRA zeitweise 5,13 Prozent höher bei 174,56 Euro.

Knappe Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney brockten dem Luftfahrtkonzern einen schwachen Start ins Jahr 2026 ein. Umsatz, Gewinn und Flugzeugauslieferungen gingen zurück. Dennoch will Chef Guillaume Faury 2026 so viele Flieger ausliefern wie nie zuvor und registriert trotz des Iran-Kriegs bisher keine Abbestellungen.

Das erste Quartal sei mau gewesen, aber die Ergebnisse lägen weitgehend im Rahmen der zuletzt gesunkenen Erwartungen, urteilte Analyst Ken Herbert von der kanadischen Bank RBC. Er lobte die bestätigten Jahresziele und ist mittelfristig weiterhin zuversichtlich für Airbus.

In der Telefonkonferenz nach dem Quartalsbericht sei die Diskrepanz zwischen Produktion und Auslieferungen im ersten Quartal plausibel erklärt worden, betonte Barclays-Expertin Milene Kerner. Die temporären Probleme seien inzwischen gelöst.

TOULOUSE/AMSTERDAM (dpa-AFX)

Bildquellen: Naiyyer / Shutterstock.com, Dr_Flash / Shutterstock.com

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