Uniper-Chef rechnet mit Börsengang im Herbst
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DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die E.ON-Tochter Uniper treibt nach der Zustimmung der Eon-Aktionäre zur Konzernaufspaltung ihren Börsengang voran. Das Unternehmen arbeite "mit Hochdruck an der Vorbereitung des Börsenprospekts", sagte Uniper-Chef Klaus Schäfer am Donnerstagabend bei der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf. Wenn alles gut laufe, könne sein Unternehmen schon im Herbst an die Börse gehen.
Wie schnell der IPO erfolgt, hängt davon ab, ob Aktionäre gegen die Teilung klagen. Einige Anteilseigner hatten bei der Eon-Hauptversammlung vor zwei Wochen Widerspruch gegen die Aufspaltung eingelegt. Sie haben noch bis zum 8. Juli Zeit, um Anfechtungsklagen einzureichen. Bisher sei noch keine Klage eingegangen, sagte ein Eon-Sprecher am Freitagmorgen.
Die Gesellschaft Uniper, in die EON sein Geschäft mit den konventionellen Kraftwerken und den Energiehandel ausgliedert, hat keinen leichten Start. Mit konventionellen Anlagen lässt sich aufgrund der niedrigen Börsenstrompreise in Deutschland kaum noch Geld verdienen. Das Marktumfeld sei "extrem schwierig", sagte auch Schäfer am Donnerstag. "Aussicht auf Besserung gibt es erst in einigen Jahren."
Vor diesem Hintergrund will Uniper ein hartes Sparprogramm auflegen und dabei auch Stellen abbauen. "Das ist schmerzhaft, das tut weh", sagte Schäfer. Um seine Bilanz zu stärken, will das Unternehmen zudem bis 2018 Aktivitäten im Wert von mindestens 2 Milliarden Euro verkaufen. Details wollte Schäfer vor dem Börsengang nicht nennen.
Der Uniper-Chef wiederholte seine Forderung nach einem sogenannten Kapazitätsmarkt in Deutschland, bei dem die Betreiber dafür entlohnt würden, dass ihre Anlagen jederzeit zur Verfügung stehen und im Notfall einspringen können. In anderen Ländern, in denen Uniper aktiv ist, profitiere das Unternehmen schon von solchen Regelungen, sagte Schäfer. "Der größte Teil unseres Ertrages in Russland kommt aus dem Kapazitätsmarkt."
Schäfer betonte gleichwohl, dass sein Unternehmen nicht von einem deutschen Kapazititäsmarkt abhängig sei. "Für uns ist Deutschland nur ein Markt", Uniper habe viele Geschäfte und "globale Ambitionen für die Zukunft", sagte Schäfer. Das Unternehmen ist in rund 40 Ländern aktiv. Kernmärkte außerhalb Deutschlands sind Schweden, Großbritannien und Russland.
Chancen sieht Schäfer auch auf anderen außereuropäischen Märkten. Gerade habe Uniper ein Gemeinschaftsunternehmen zur Umsetzung von Energieeffizienzprojekten mit Aserbaidschans Staatsunternehmen Socar gegründet. Uniper führe Gespräche mit weiteren möglichen Partnern in verschiedenen Ländern. Dabei geht es nach den Worten Schäfers um kleinere Projekte, nicht um "Großinvestitionen im Ausland".
Eon hatte bereits Ende 2014 angekündigt, sich angesichts der Umwälzungen auf den Strommärkten in zwei Teile zu spalten. Während Uniper sich nun um das konventionelle Geschäft kümmert, konzentriert sich Eon auf die erneuerbaren Energien, den Vertrieb und das Netzgeschäft. Auf der Hauptversammlung gab es Lob für diesen drastischen Schritt, etliche Anleger bezeichneten ihn als "alternativlos". Am Ende bekam der Antrag zur Aufspaltung eine Zustimmung von 99,7 Prozent.
Die Eon-Aktionäre sollen mit der Aufspaltung für jeweils zehn Eon-Papiere zusätzlich eine Uniper-Aktie erhalten. Damit trennt Eon sich zunächst von rund 53 Prozent an Uniper. Auch die restlichen 47 Prozent will der Konzern mittelfristig verkaufen.
Kontakt zum Autor: jenny.busche@wsj.com
DJG/jen/smh
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June 24, 2016 04:00 ET (08:00 GMT)
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