10.12.2021 12:17

US-Inflationsdaten stimmen Europas Anleger vorsichtig

Folgen
Werbung

Frankfurt (Reuters) - Spekulationen auf ein deutliches Anziehen der Inflation in den USA haben die europäischen Aktienmärkte zum Wochenschluss ausgebremst.

"Es regiert wieder die Angst vor einem baldigen Ende der Billiggeldpolitk", sagte Christian Henke vom Broker IG. "Sollte die Teuerungsrate erneut hoch ausfallen, könnte dies die Notenbank Fed dazu veranlassen, früher als gedacht an der Zinsschraube zu drehen." Experten gehen davon aus, dass die US-Preissteigerung, die am Nachmittag veröffentlicht wird, im November bei 6,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum lag. Das wäre der höchste Stand seit 1982.

Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 15.608 Zähler. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls 0,2 Prozent auf 4200 Punkte nach.

Bei der US-Notenbank leuchten wegen der Inflationsgefahr in den USA die Warnleuchten. Daher fasst sie auf dem Weg zu einer Zinserhöhung einen schnelleren Abbau ihrer Anleihenkäufe ins Auge. Anleger rechnen damit, dass auf der Fed-Sitzung in der nächsten Woche eine Beschleunigung des so genannten Tapering-Prozesses angekündigt werden dürfte. Sollte das Tapering bis März 2022 abgeschlossen sein, könnte dies den Weg ebnen für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im zweiten Quartal, eine weitere im dritten Quartal und drei im Jahr 2023, prognostizierte Ellen Gaske, Volkswirtin von PGIM Fixed Income.

Der Dollar-Index, der den Kurs des Greenback zu wichtigen Währungen widerspiegelt, notierte im Vorfeld der Inflationsdaten 0,1 Prozent fester. Der Euro rutschte im Tagesverlauf unter die Marke von 1,13 Dollar und notierte zuletzt bei 1,1268 Dollar.

BAYER PUNKTET MIT JURISTISCHEN ERFOLG IM GLYPHOSAT-STREIT

Unter den Einzelwerten sorgte vor allem die Börsenpremiere von Daimler Truck, der bisherigen Nutzfahrzeug-Sparte von Daimler, für Gesprächsstoff auf dem Parkett. Der erste Kurs wurde mit 28 Euro festgestellt. Mit einem Börsenwert von insgesamt 23 Milliarden Euro liegt das Unternehmen am unteren Rand der Schätzungen von Analysten, die auf bis zu 40 Milliarden Euro gehofft hatten. Daimler notierten nach der Bereinigung des Schlusskurses infolge der Abspaltung 3,4 Prozent fester bei 74,63 Euro und waren damit größter Dax-Gewinner.

Deutlich bergauf ging es auch für Bayer, die von einem zweiten juristischen Sieg im Streit um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat in den USA profitierten. Die Aktien des Agrarchemie- und Pharmakonzerns kletterten um bis zu 2,7 Prozent auf 47,02 Euro. Das Urteil ist das fünfte dieser Art im Zuge der Klagewelle in den USA wegen Glyphosat. Die Klagen hatte sich Bayer mit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des amerikanischen Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Sie hat den Aktienkurs schwer gebeutelt und lässt Management und Investoren schon seit 2018 keine Ruhe. Das Urteil könnte nun endlich einen Schlussstrich unter das Kapitel ziehen und damit sähe die Zukunft für den Chemiekonzern sehr positiv aus, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets.

ESSENSLIEFERANTEN ERNEUT UNTER DRUCK

Keinen guten Tag erwischten zum Wochenschluss HelloFresh und Zalando, die jeweils um 5,4 beziehungsweise 4,4 Prozent abrutschten und damit die rote Laterne im Leitindex hielten. Auf Tauchstation gingen ebenfalls Carl Zeiss Meditec, die im MDax 3,4 Prozent verloren. Ein mit Enttäuschung aufgenommener Ausblick belastete laut Händlern die Aktien

Erneut unter Druck standen auch die Titel von Essenslieferanten angesichts des strengeren Vorgehens der EU zur Scheinselbstständigkeit. "Foodpanda"-Betreiber Delivery Hero, Deliveroo und die "Lieferando"-Mutter Just Eat Takeaway fielen zwischen 2,2 und einem Prozent. Am Donnerstag hatte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf vor, der Millionen Mitarbeitern mehr Rechte zuspricht.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Nach Fed-Entscheid: DAX fester -- US-Börsen tiefer -- Deutsche Bank: Milliardengewinn -- Tesla 2021 schreibt Rekordgewinn -- Software AG, Sartorius, SAP, Moderna, Intel, Siltronic im Fokus

LVMH meldet Rekordgeschäft. RTL-Chef Rabe erwähnt erneut Annäherung an ProSiebenSat.1. Telekom könnte anscheinend Funkturmsparte mit Wettbewerbern zusammenlegen. EU-Behörde EMA gibt grünes Licht für COVID-Pille von Pfizer. Siemens-Energy-Anleger hoffen auf Komplettübernahme von Gamesa. Renault, Nissan und Mitsubishi stecken Milliarden in Elektroautos. McDonald's enttäuscht mit Wachstum.

Umfrage

Halten Sie es für richtig, dass die EZB an ihrer lockeren Geldpolitik festhält?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln