Verdi fordert vor zweiter Banken-Tarifrunde Angebot der Arbeitgeber

16.06.24 14:03 Uhr

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BERLIN (dpa-AFX) - Vor der zweiten Tarifrunde für etwa 140 000 Beschäftigte in privaten Banken hat die Gewerkschaft Verdi die Arbeitgeber aufgefordert, ein eigenes Angebot in die Verhandlungen einzubringen. "Die Gewinne der Bankinstitute sind in den letzten Jahren gestiegen, die Kaufkraft der Beschäftigten in der gleichen Geschwindigkeit gesunken. Das sorgt zu Recht für Frust", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck am Sonntag.

"Die Beschäftigten wollen keine lange Hängepartie in dieser Tarifrunde und haben dies in den letzten Tagen auch bei Aktionen und Warnstreiks deutlich gemacht", sagte Duscheck. An ersten Warnstreiks beteiligten sich demnach mehrere tausend Beschäftigte. Dabei sei es streikbedingt auch tageweise zu zahlreichen Filialschließungen gekommen.

Verdi fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro pro Monat und eine Erhöhung der monatlichen Vergütungen der Nachwuchskräfte um 250 Euro. Daneben setzt sich Verdi für einen Einstieg in Verhandlungen über eine Weiterentwicklung der Arbeitszeitregelungen ein. Der Deutsche Bankangestelltenverband (DBV) will eine Erhöhung um 16 Prozent oder mindestens 600 Euro brutto monatlich durchsetzen. Die Tarifverhandlungen werden an diesem Montag in Berlin fortgesetzt.

Arbeitgeber nennen Gehaltsforderungen deutlich zu hoch

Die Arbeitgeber wiesen die Gehaltsforderungen zuletzt als deutlich zu hoch zurück. "Wir bewegen uns in einem Umfeld, in dem es so viele und so große Risiken gibt wie lange nicht", argumentierte der Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, Thomas A. Lange. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes (AGV Banken), Carsten Rogge-Strang, hatte vor Beginn der Gespräche allerdings auch gesagt, die Arbeitgeber seien "bereit zu fairen Gehaltsanpassungen".

Ein dritter Verhandlungstermin für den 3. Juli in Frankfurt ist bereits vereinbart. In der vorangegangenen Tarifrunde hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber erst nach mehr als neun Monaten im April 2022 geeinigt./sl/ben/DP/men

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