Thales profitiert vom Rüstungsboom - Aktien von Rheinmetall, RENK, HENSOLDT & TKMS im Blick

Thales hat im ersten Quartal 2026 vor allem im Verteidigungsgeschäft stark zugelegt und bestätigt seine Jahresziele. So reagieren die Aktien von Rheinmetall & Co.
Werte in diesem Artikel
• Auftragseingang steigt um rund 27 Prozent - Verteidigung klarer Wachstumstreiber
• Umsatzwachstum getragen vor allem vom Rüstungsgeschäft
• Thales bestätigt Jahresziele 2026
Der französische Technologiekonzern Thales mit Aktivitäten in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Cyber & Digital hat am Dienstag Zahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt.
Auftragseingang im Bereich Verteidigung kräftig gestiegen
Im ersten Quartal 2026 verbuchte Thales einen Auftragseingang von 4,65 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte entspricht das einem deutlichen Wachstum von rund 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr, insgesamt ergibt sich ein Plus von etwa 23 Prozent.
Das Segment Luft- und Raumfahrt blieb mit 1,52 Milliarden Euro nahezu unverändert, während Cyber & Digital mit 857 Millionen Euro in etwa auf Höhe des Umsatzes lag, was typisch für das Geschäft mit kurzen Vertriebszyklen ist.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Verteidigungsbereich, der kräftig zulegte und sich damit als zentraler Wachstumstreiber erwies. Hier stieg der Auftragseingang von 1,31 Milliarden Euro auf 2,24 Milliarden Euro, was ein Plus von 75 Prozent unter vergleichbaren Bedingungen bedeutet. Thales führt die hohe Nachfrage unter anderem auf geopolitische Spannungen zurück, insbesondere im Nahen Osten, die den Bedarf an Lösungen in Bereichen wie Luftüberwachung, Flugabwehr und maritimer Minenabwehr erhöhen. Zudem konnten mehrere Großaufträge im dreistelligen Millionenbereich gesichert werden, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum.
Umsatzwachstum in Q1
Im ersten Quartal 2026 erzielte Thales einen Umsatz von 5,32 Milliarden Euro, nach 4,96 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte ergibt sich ein organisches Wachstum von 9,7 Prozent, insgesamt ein Plus von 7,2 Prozent.
Im Bereich Luft- und Raumfahrt lagen die Erlöse bei 1,38 Milliarden Euro, was einem organischen Wachstum von 5,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025 entspricht (+3,2 Prozent insgesamt). Cyber & Digital kam auf 859 Millionen Euro und wuchs ebenfalls leicht im Rahmen der Erwartungen. Auf Gesamtbasis ging der Umsatz zurück, wobei die Differenz zum organischen Wachstum auf einen besonders starken Wechselkurseffekt im ersten Quartal zurückzuführen ist, erklärte das Unternehmen.
Deutlich stärker zeigte sich erneut das Verteidigungsgeschäft. Der Umsatz im Verteidigungssegment erreichte 3,01 Milliarden Euro. Das entspricht einem organischen Wachstum von 14,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025 (+13,2 Prozent insgesamt). Dazu trugen insbesondere in den vergangenen Jahren ausgebaute Produktionskapazitäten bei, die höhere Liefermengen ermöglichten. Insgesamt zeigte sich eine robuste Entwicklung über alle Geschäftsbereiche hinweg.
Bisherige Ziele bestätigt
Das Unternehmen betonte, dass die Geschäftsfelder auf stabilen Grundlagen beruhen und von langfristig günstigen Branchentrends getragen werden, was eine relativ gut planbare Entwicklung ermögliche. Gleichzeitig werde die weltpolitische Lage weiterhin genau beobachtet, insbesondere im Hinblick auf mögliche kurzfristige und mittelfristige Auswirkungen.
Vor diesem Hintergrund bekräftigte Thales seine bisherigen Ziele für 2026. Dazu zählen ein Auftragseingang, der den Umsatz übertrifft, ein organisches Umsatzwachstum zwischen sechs und sieben Prozent sowie ein erwarteter Jahresumsatz im Bereich von rund 23,3 bis 23,6 Milliarden Euro. Zudem rechnet der Konzern mit einer bereinigten EBIT-Marge im Bereich von etwa 12,6 bis 12,8 Prozent.
Thales-Aktie und weitere Rüstungstitel im Blick
Die Thales-Aktie notierte am Dienstag in Paris schließlich 5,93 Prozent tiefer bei 247,70 Euro. Derweil zeigen sich auch deutsche Rüstungsaktien mehrheitlich schwächer: So gab die Rheinmetall-Aktie im XETRA-Handel letztlich 3,04 Prozent auf 1'431,00 Euro nach, während die HENSOLDT-Aktie 4,03 Prozent auf 79,04 Euro verlor und die TKMS-Aktie 4,72 Prozent tiefer bei 84,80 Euro notierte. Die RENK-Aktie verzeichnete dagegen ein moderates Minus von 0,44 Prozent auf 54,76 Euro.
Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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