30.12.2020 07:42

IPO-Flut: Europäische Tech-Firmen drängen 2021 an die Börse

Viele Kandidaten: IPO-Flut: Europäische Tech-Firmen drängen 2021 an die Börse | Nachricht | finanzen.net
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In diesem Jahr konnten Europas Internet- und Technologie-Firmen nur neidvoll über den großen Teich blicken.
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Dort rissen Anleger Unternehmen mit zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen wie Online-Handel oder Heimlieferdiensten regelrecht die Aktien aus den Händen. Die Papiere des Delivery-Hero-Konkurrenten DoorDash schossen an ihrem ersten Handelstag an der Börse um 70 Prozent nach oben, die von Airbnb sogar um 115 Prozent. Während Börsenneulinge in den USA mit 81 Milliarden Dollar so viel Geld einsammelten wie noch nie, war das Emissionsvolumen in Europa mit 19 Milliarden Dollar so niedrig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. In Deutschland brachten sieben Unternehmen zusammen gerade 1,06 Milliarden Euro ein - der tiefste Stand seit der Finanzkrise.

Das soll sich im kommenden Jahr fundamental ändern. Ein auf Börsengänge spezialisierter Banker, der nicht namentlich genannt werden wollte, hat nach eigenen Angaben bereits rund 50 Mandate in ganz Europa, davon 60 Prozent mit Technologie-Bezug. "Es gibt eine beträchtliche Zahl von Wachstumsunternehmen in dem Sektor, für die ein Börsengang eine realistische Perspektive ist", sagt Claire Keast-Butler von der Anwaltskanzlei Cooley. Nadja Picard, die sich für die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC um die Kapitalmärkte kümmert, erwartet zehn bis 15 Neuemissionen allein in Deutschland. "Mindestens ein halbes Dutzend Unternehmen steht bereits in den Startlöchern. Zwei oder sogar drei Erst-Listings könnten wir bereits im ersten Quartal 2021 erleben." JPMorgan-Investmentbanker Stefan Weiner hält es sogar für möglich, dass Deutschland mit zehn bis zwölf Börsengängen mit einem Volumen von zusammen mehr als zehn Milliarden Euro den Rekord von 2018 übertreffen könnte.

VON AUTO1 BIS PARSHIP

Viele Firmen hatten ihre Börsenpläne in diesem Jahr wegen der starken Schwankungen an den Aktienmärkten aufgeschoben. Der britische Lieferdienst Deliveroo und die Cyber-Sicherheits-Firma DarkTrace, aber auch der schwedische Online-Bezahldienst Klarna ("Sofort") werden als aussichtsreiche Kandidaten genannt. Laut Insidern könnte Deliveroo mit mehr als drei Milliarden Pfund bewertet werden, Klarna kommt bereits jetzt auf 5,5 Milliarden Dollar, etwas mehr als DarkTrace. Das Emissionsvolumen dürfte aber jeweils deutlich darunter liegen, schließlich werden beim Börsengang kaum je 100 Prozent der Aktien platziert.

Die Pipeline in Deutschland ist besonders prall gefüllt: Die Gebrauchtwagen-Plattform Auto1 ("wirkaufendeinauto.de") hat die Investmentbanken Goldman Sachs, Citi und BNP Paribas schon mit den Vorbereitungen eines Börsengangs mandatiert und könnte eine der ersten Emissionen 2021 werden, wie es in Finanzkreisen heißt. Die Bewertung: bis zu fünf Milliarden Euro.

Der Münchner Internet-Luxusmodehändler MyTheresa hat seine Börsenpläne schon öffentlich gemacht - allerdings will er an die New Yorker Börse. Schon im Januar könnte es so weit sein; angepeilt wird eine Milliarden-Bewertung. Früh dran sei auch ABOUT YOU, der Online-Modehändler von Otto, der von der Corona-Pandemie profitiert hat und mit rund drei Milliarden Euro bewertet werden könnte. Ambitionen haben das Finanz- und Versicherungs-Vergleichsportal Check24 und die Dating-Portale um Parship ("eHarmony", "Elite Partner"), die mehrheitlich ProSiebenSat.1 gehören - doch ob sie schon 2021 so weit sind, ist unsicher. 2022 dürfte es auch beim Flixbus-Betreiber Flixmobility werden, nachdem das Geschäft mit Fernbussen in der Pandemie weitgehend brachlag.

AMERIKANISCHE SPACS BUHLEN UM EUROPÄISCHE FIRMEN

Ob sie alle letztlich an einer europäischen Börse landen, ist unsicher. Auch Finanzinvestoren buhlen mit tiefen Taschen zunehmend um Tech-Unternehmen. Und die Bewertungen an den US-Börsen sind deutlich höher. Was es London und Frankfurt im Kampf um die Börsenneulinge zusätzlich schwer macht, ist der Boom von Börsengängen leerer Firmenmäntel, sogenannter SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) in den USA. Sie gehen erst nach der Erstnotiz auf die Suche nach Unternehmen, die sie übernehmen und damit praktisch durch die Hintertür an die Börse bringen. JPMorgan-Banker Weiner glaubt, dass sie zunehmend auch in Europa auf die Pirsch gehen. Dass der SPAC-Trend selbst nach Europa und nach Deutschland überschwappt, halten Experten aber für fraglich. "In Deutschland hinterließen die bisherigen drei Börsengänge solcher Investmentgesellschaften vor gut zehn Jahren wenig Freude bei den Anlegern", erinnert sich Berater Carsten Stäcker von PwC.

- von Clara Denina und Abhinav Ramnarayan

London (Reuters)

Bildquellen: Kritchanut / Shutterstock.com

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