Analyst zu KI-Boom: Software-Aktien könnte noch Schlimmeres bevorstehen

Software-Aktien hatten angesichts des KI-Booms in der letzten Zeit einen schweren Stand. Geht es nach Apollo-Analyst Sambur, ist der Boden jedoch noch fern.
Werte in diesem Artikel
• Software-Aktien seit Jahresbeginn mit satten Verlusten
• KI bedroht nutzerbasierte Software
• Apollo-Experte sieht noch keinen Boden
Angesichts des anhaltenden KI-Booms sind in den letzten Wochen insbesondere Software-Aktien unter die Räder geraten. Dabei ist es die Sorge vor einer strukturellen Krise, die in der Branche umgeht. Besonders betroffen ist der Bereich Software-as-a-Service (SaaS), in welchem Zusammenhang auch manchmal von der "SaaSpocalypse" die Rede ist. Es geht dabei darum, dass gefürchtet wird, künstliche Intelligenz könnte das Geschäftsmodell rund um nutzerbasierte Softwarelizenzen obsolet machen, da sie bestehende Softwareaufgaben künftig selbst erledigen.
Dies hat US-Software-Aktien wie Salesforce, ServiceNow und DocuSign oder auch SAP auf deutscher Seite seit Jahresbeginn kräftig einbrechen lassen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Kein Boden in Sicht
Jüngst äußerte sich David Sambur von Apollo Global Management in der CNBC-Sendung "Money Movers" zur negativen Entwicklung von Software-Aktien. Dabei hatte er keine guten Nachrichten im Gepäck, sondern konstatierte: "Leider glaube ich, dass es noch sehr früh ist", so der Experte.
Seiner Meinung nach würden Software-Titel unter die Lupe genommen bezüglich ihres Einkommensmodells, des Bruttomargenprofils und der Bewertung. Hinzu käme außerdem die sich verändernde Wettbewerbslandschaft mit Blick auf wachsende Konkurrenz durch Anthropic und OpenAI.
"Ich weiß, dass die Märkte im Aufwind sind und sich etwas erholt haben, aber ich sehe keine Veränderung bei diesen vier Punkten, da es nach wie vor ein großes Fragezeichen darüber gibt, wie sich die KI auswirkt, indem sie die Wettbewerbskosten senkt und damit den Wettbewerb verschärft", sagte er.
Investmentchancen durch Volatilität
Dennoch gab Sambur auch zu bedenken, dass volatile Zeiten oft die besten Investmentchancen bergen würden. So hätte Apollo beispielsweise im Zuge der Corona-Pandemie in die Hotel- und Reisebranche investiert, als diese unter großen Druck kam - ein Investment, das sich anschließend ausgezahlt hätte.
Seiner Einschätzung könne auch der Abschwung bei Software-Aktien ein solches Rebound erfahren, allerdings dürfte es seiner Meinung nach noch dauern, bis es wieder nachhaltig aufwärts gehe.
Software-Aktien noch immer bedeutend
So sei der Abschwung von Software-Aktien kein "Referendum über die Qualität von Software oder die Bedeutung von Software in der modernen Wirtschaft." Denn wichtig sei beim Investieren in Software-Unternehmen nicht unbedingt die Vergangenheit oder die nahe Zukunft, auch wenn es jetzt einen Rebound gab oder die jüngsten Quartalszahlen gut ausgefallen seien. Wichtig sei hingegen, was in einem, drei oder fünf Jahren sei. Und niemand hätte eine Antwort auf diese Frage. Es sei diese Ungewissheit, die nun zu einer Neubewertung von Software-Aktien führen würde, da Anleger nun mehr Raum für ein Sicherheitsnetz einpreisen würden.
Hinzu käme, dass es viel Kapital im Software-Markt gäbe. Dies wäre ein Vorteil, wenn es nach oben gehe, "aber sehr hart auf dem Weg nach unten", erklärt der Apollo-Experte.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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