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02.08.2021 12:07

Vonovia will bei Deutsche Wohnen endlich zum Zug kommen

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- von Alexander Hübner und Matthias Inverardi

Düsseldorf/München (Reuters) - Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia will bei seinem nächsten Anlauf zur Übernahme des kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen rasch Nägel mit Köpfen machen.

Vonovia-Chef Rolf Buch erwartet noch in dieser Woche eine Entscheidung der Finanzaufsicht BaFin, die formal grünes Licht für die neue, auf 19 Milliarden Euro leicht aufgestockte Offerte geben muss, wie er am Montag vor Analysten sagte. Schon Ende September solle dann klar sein, ob Vonovia im dritten Versuch bei den Aktionären von Deutsche Wohnen zum Zuge kommt. Buch umwirbt sie mit einem Angebot von 53 Euro je Aktie, das ist ein Euro mehr als bei dem vor einer Woche gescheiterten Anlauf. "Wir haben großzügig gerechnet", sagte Buch der Nachrichtenagentur Reuters. Um ganz sicher zu gehen, hat sich Vonovia im Vorfeld bereits knapp 30 Prozent der Anteile gesichert.

Deutsche-Wohnen-Aktien blieben am Montag unterhalb der Marke von 53 Euro. Vonovia legten trotz der höheren Kosten 1,5 Prozent zu. Die beiden Immobilienriesen bringen im Leitindex Dax zusammen rechnerisch 51 Milliarden Euro auf die Waage. Zusammen gehören ihnen 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, davon rund eine halbe Million in Deutschland.

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn ist weiterhin mit im Boot: Er habe den Eindruck gewonnen, dass viele seiner Aktionäre das Scheitern bedauert hätten. "Wir möchten ihnen die Chance nicht vorenthalten, dem Zusammenschluss zu verbesserten Konditionen zuzustimmen." An der Sinnhaftigkeit der Übernahme habe sich nichts geändert, sagte Zahn, der im fusionierten Konzern Buchs Stellvertreter werden soll. Die Zustimmung des Deutsche-Wohnen-Vorstandes war notwendig, damit Vonovia vor einem neuen Angebot nicht zwölf Monate warten muss. Das Ja der Finanzaufsicht BaFin dürfte angesichts dessen nur Formsache sein.

An ihren Zusagen an die Berliner Landespolitik, die die Deutsche Wohnen seit langem kritisch beäugt, wollen die künftigen Partner festhalten. Sie hatten den Verkauf von 20.000 Wohnungen an die Stadt und eine Deckelung von Mieten zugesagt. "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass eine Kombination der beiden Unternehmen strategische, wirtschaftliche und wohnungspolitische Vorteile bringt", betonte Vonovia-Chef Buch. Gemeinsam könne man die nötigen Investitionen in Klimaschutz, bedarfsgerechtes Wohnen und bezahlbaren Wohnraum besser schultern, erklärten beide Vermieter. Das Bundeskartellamt hatte die Pläne bereits im ersten Anlauf genehmigt.

"DIE SPEKULATION IST RAUS"

Buch sieht für die Fusionspläne auch den Rückhalt wichtiger Aktionäre beider Unternehmen. Vor einer Woche war Vonovia daran gescheitert, dass der Konzern nur 47,6 Prozent und nicht die erforderlichen 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien einsammeln konnte. Viele Hedgefonds hatten darauf spekuliert, dass sie im Zuge eines späteren Beherrschungsvertrages eine höhere Abfindung herausschlagen könnten, und ihre Aktien deshalb zurückgehalten. Das will Vonovia nun verhindern. "Wir werden in den nächsten drei Jahren keinen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen", sagte Buch zu Reuters. "Damit ist die Spekulation raus." Ein zusätzlicher Anreiz: Wer seine Deutsche-Wohnen-Aktien schnell abgibt, soll sein Geld Anfang Oktober bekommen, noch vor dem Ende der üblichen Nachfrist - sofern Vonovia die 50-Prozent-Hürde im ersten Anlauf überspringt.

Das neue Angebot - ingesamt das dritte seit 2016 - kommt nicht überraschend. Vonovia hatte sich unmittelbar nach dem gescheiterten Versuch weitere Anteile gesichert, darunter von Deutsche Wohnen selbst gehaltene Aktien, auf die man vorher glaubte verzichten zu können. Buch ist zuversichtlich, nun leichter zum Ziel zu kommen: "Wir müssen noch rund 20 Prozent einsammeln." An dem Plan zur Refinanzierung der Transaktion hält er fest: Von den gut 20 Milliarden Euro, die sich Vonovia als Kredit für die Übernahme gesichert habe, sollten bis zu acht Milliarden über eine Kapitalerhöhung abgelöst werden. Weitere Milliarden könnte der Verkauf der 20.000 Berliner Wohnungen und von rund 25.000 Einheiten in anderen Städten bringen.

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