25.03.2014 17:25

Ermittler durchsuchen Räume der Deutschen Bank

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Nach einer Razzia bei den Anwälten der Deutschen Bank im Kirch-Fall hat die Münchener Staatsanwaltschaft auch die Räume der Konzernzentrale durchsucht.
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Der Kreis der Verdächtigen im Kirch-Fall hat sich um ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank erweitert: Die Ermittlungen richten sich auch gegen Rechtsvorstand Stephan Leithner, wie die Münchener Staatsanwaltschaft dem Wall Street Journal Deutschland sagte. Gegen Leithner besteht der Verdacht des versuchten Betrugs in Mittäterschaft.

Ihm wird laut Kreisen zudem vorgeworfen, als Leiter des Fusionsgeschäfts bereits 2002 versucht zu haben, ein Mandat für die Restrukturierung des Kirch-Konzerns an Land zu ziehen. Die Deutsche Bank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Auslöser des Streits mit Leo Kirch und später mit seinen Erben war eine Aussage des damaligen Vorstands Rolf Breuer. Dieser hatte in einem Interview die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Zweifel gezogen. Die Kirch-Seite hatte der Deutschen Bank von Anfang an vorgeworfen, sie damit bewusst in die Insolvenz zu treiben, um anschließend mit der Restrukturierung viel Geld zu verdienen.

Die letzten Vorsitzenden der Deutschen Bank

Alfred Herrhausen

Alfred Herrhausen war von 1970 bis 1989 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank. In der Zeit von 1985 bis 1989 war er Sprecher des Vorstandes.

Dass die Deutsche Bank heute zu den größten Banken der Welt zählt, ist zum großen Teil Alfred Herrhausen zuzuschreiben. Er stieß die Umstrukturierung und Internationalisierung der Bank an, so wurde beispielsweise 1989 die britische Investmentbank Morgan Grenfell übernommen.

Herrhausen wurde 1989 ermordet. Bis heute sind die Hintergründe nicht geklärt, jedoch steht die Vermutung im Raum, dass die RAF an dem Anschlag beteiligt war.

Hilmar Kopper

Hilmar Kopper war bereits zwölf Jahre Mitglied des Vorstandes bevor er im Jahr 1989 nach der Ermordung Herrhausens zum Sprecher berufen wurde.

Kopper absolvierte seinen gesamten beruflichen Werdegang bei der Deutschen Bank. Bekannt wurde er vorallem durch seinen Ausspruch "Peanuts". Er gebrauchte diesen im Zusammenhang mit der Schadenssumme nach Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider bei einer Pressekonferenz 1994. Durch persönliche Beziehungen hatte Schneider horrende Kredite bei der Deutschen Bank gewährt bekommen.

Rolf-Ernst Breuer

Rolf-Ernst Breuer bekleidete das Amt des Vorstandsprechers von 1997 bis 2002.

Breuer machte bereits seine Ausbildung 1956 bei der Deutschen Bank. Durch den Kirch-Prozess kam er die Schlagzeilen. Breuer hatte in einem Interview 2002 die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe angezweifelt. Leo Kirch machte im Gegenzug Breuer für den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe verantwortlich und reichte Klage ein. Seit 2002 streiten sich die Erben des 2011 verstorbenen Leo Kirch mit der Bank über die Mitschuld am finanziellen Untergang des Familienimperiums.

Josef Ackermann

Josef Ackermann war zehn Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, von 2002 bis 2012.

Das Ziel Ackermanns war eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 25 Prozent. Auch Ackermann wurde in einen Gerichtsprozess verwickelt. Das Thema des sogenannten Mannesmann-Prozesses war Untreue, weswegen sich Ackermann vor Gericht verantworten musste. Nach diversen Instanzen wurde das Verfahren gegen Ackermann mit Auflage einer Geldzahlung in Höhe von 3,2 Millionen Euro eingestellt.

Anshu Jain und Jürgen Fitschen

Seit Mitte 2012 gibt es zwei Vorstandsvorsitzende bei der Deutschen Bank: Anshu Jain und Jürgen Fitschen.

Anshu Jain arbeitete vorerst bei der Deutschen Bank in London. Die Deutsche Bank hatte 2005 einen großen Teil des gesamten Konzerngewinns der Abteilung Jains zu verdanken. Als Co-Vorsitzender bestreitet Jain die Tätigkeitsfelder Sales and Trading, Global Transaction Banking und Corporate Finance. Sein Vertrag läuft derzeit bis 2017.

Fitschen begann seine Karriere bei der citibank. Hier wurde er von der Deutschen Bank abgeworben. Ende des Jahres 2012 wurde bekannt, dass ein Verfahren wegen Umsatzsteuerbetruges gegen Fitschen läuft.

In die Amtszeit der Doppelspitze fallen die Razzien bei der Deutschen Bank Ende Dezember 2012. Die Fahnder waren ursprünglich auf der Suche nach Beweisen zu Steuerbetrug und fanden weitere Akten zum Kirch-Fall.

Der zwölf Jahre andauernde Rechtsstreit mit dem Medienunternehmen Kirch ist zwar für eine Vergleichssumme von rund 925 Millionen Euro beigelegt, doch geht das Drama in den zweiten Akt. Jetzt geht die Münchener Staatsanwaltschaft mit Hochdruck dem Verdacht auf Prozessbetrug nach. Nach einer Razzia bei den Anwälten der Deutschen Bank durchsuchten die Ermittler erneut die Büroräume der Konzernzentrale. Ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter und Anwälte der Bank sei eingeleitet worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Namen nannte er nicht.

Die Ermittler durchsuchten laut informierten Personen auch die Räume der Pressestelle. Der damalige Vorstand Rolf Breuer wurde von seinem Sprecher begleitet, als er in einem Interview die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmens Kirch indirekt anzweifelte. Vor Gericht hatte sein Sprecher gesagt, die negative Presseberichterstattung sei nicht auf das Interview selbst zurückzuführen, sondern auf die verzerrte und übertriebene Wiedergabe in der Financial Times Deutschland. Diese Einschätzung ist nach Einschätzung der Richter "unzutreffend und soll erkennbar von den eigentlichen Tatsachen ablenken". Gefilzt wurden zudem die Privaträume eines Mitarbeiters der Deutschen Bank. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft handelte es sich aber nicht um die Wohnung von Leithner.

Die Deutsche Bank bestätigte Durchsuchungen in der Zentrale, wollte sich darüber hinaus jedoch nicht äußern.

Die Vorwürfe gegen die Deutsche Bank wiegen schwer: In der Urteilsschrift zum Kirch-Prozess werfen die Richter den Vorständen der Bank vor, gelogen zu haben. Seitdem steht der Tatbestand des versuchten Prozessbetruges im Raum.

Die größten Banken der Welt

Platz 10

Barclays

Die britische Großbank Barclays ist mit einer Bilanzsumme von 2.273 Milliarden US-Dollar auf Platz zehn der größten Banken der Welt gelandet und eröffnet damit unsere Top-Ten. Barclays wurde vom Financial Stability Board als systemrelevant eingestuft.

Platz 9

Credit Agricole

Die Crédit Agricole gehört nicht nur zu den größten Banken Frankreichs, sondern auch zu den größten Banken der Welt. Das schafft das Institut mit einer Bilanzsumme von 2.321 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Mitsubishi UFJ Financial Group

Auch eine japanische Bank findet sich unter den größten Banken der Welt: Mitsubishi UFJ Financial Group. Sie belegt mit einer Bilanzsumme in Höhe von 2.357 Milliarden US-Dollar Platz acht.

Platz 7

Agricultural Bank of China

Die Agricultural Bank of China ist nicht das einzige chinesische Institut, das es in die Liste der zehn größten Banken weltweit geschafft hat. Ihre Bilanzsumme beträgt 2.385 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Deutsche Bank

Auf Platz 6 landet die Deutsche Bank. Die Bank aus Frankfurt am Main kann eine Bilanzsumme von 2.419 Milliarden US-Dollar vorweisen und ist damit auch die größte Bank Deutschlands.

Platz 5

China Construction Bank

Gemessen an ihrer Bilanzsumme ist die China Construction Bank die fünftgrößte Bank der Welt. Die Bilanzsumme der Bank betrug Ende Oktober 2013 rund 2.450 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

JPMorgan Chase

Auch JPMorgan Chase gehört zu den systemrelevanten Banken und daneben mit einer Bilanzsumme von 2.463 Milliarden US-Dollar auch zu den größten Banken der Welt.

Platz 3

BNP Paribas

Die BNP Paribas wird als eine der systemrelevanten Banken vom Financial Stability Board kontrolliert. Mit einer Bilanzsumme von 2.511 Milliarden US-Dollar schafft sie gerade noch den Sprung in die Top 3 der größten Banken weltweit.

Platz 2

HSBC Holdings

Seit 2011 gehört die HSBC zu den systemrelevanten Banken. Unter den größten Banken der Welt reicht es für die Londoner mit einer Bilanzsumme von 2.645 Milliarden US-Dollar jedoch nicht für die Spitzenposition.

Platz 1

Industrial & Commercial Bank of China

Die Industrial & Commercial Bank of China gilt mit einer Bilanzsumme von 3.062 Milliarden US-Dollar als größte Bank der Welt. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade diese Bank nicht vom Financial Stability Board als systemrelevant eingestuft wurde.

Quelle

Bloomberg: Most Assets Worldwide - Banks

Stand: 29. Oktober 2013

Bereits ermittelt wird unter anderem gegen den Co-Vorstand Jürgen Fitschen. Seine Angaben im Kirch-Prozess, urteilten die Richter, seien teilweise "schlicht inkonsistent" und seine Erinnerungen bei bestimmten Aussagen "ersichtlich unrichtig". Medienberichten zufolge schlug Fitschen eine Einstellung der Ermittlungen gegen ein Bußgeld aus. Hintergrund könnte sein, dass die Finanzaufsicht Bafin Fitschens Eignung als Vorstand anzweifeln könnte, wenn er Bußgeld bezahlt.

Vergangenen Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft für die Bank tätige Anwaltskanzleien in Frankfurt und München durchsucht. Neben der Kanzlei Hengeler Mueller wurde auch die Münchner Filiale der Kanzlei Gleiss Lutz durchsucht.

Die Durchsuchungen legen den Schluss nahe, dass der Staatsanwaltschaft gewichtige Argumente gegen die Anwälte vorliegen müssen. Bei Hengeler Mueller beschlagnahmten die Ermittler Unterlagen mit dem Verdacht, die für die Bank tätigen Anwälte der Kanzlei könnten Beihilfe zum versuchten Prozessbetrug geleistet haben.

Dabei ist es nicht so einfach, eine Kanzlei zu durchsuchen, da Anwälte laut Strafprozessordnung ein Zeugnisverweigerungsrecht haben. Außer, "wenn bestimmte Tatsachen den Verdacht begründen", dass der Anwalt an der Tat oder an einer Begünstigung, Strafvereitelung oder Hehlerei beteiligt ist. In diesem Fall dürfen, entgegen der üblichen Regelung, auch Unterlagen beschlagnahmt werden.

DJN/igo/mln/kla

Dow Jones Newswires


Platz 11: Quelle

Bloomberg: Most Assets Worldwide - Banks

Stand: 29. Oktober 2013

Quelle: http://www.bloomberg.com/visual-data/best-and-worst/most-assets-worldwide-banks

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15.04.2021Deutsche Bank NeutralUBS AG
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