Waffen für Kampfjets

Kongsberg-Aktie stark, auch Rheinmetall, RENK & Co. reagieren: Deutschland kauft Norwegen-Raketen für F-35

19.05.26 20:49 Uhr

Kongsberg-Aktie profitiert: Neue Feuerkraft für die F-35 - Deutschland greift in Norwegen zu | finanzen.net

Deutschland hat offenbar einen Vertrag über die Lieferung von luftgestützten Marschflugkörpern aus Norwegen im Wert von umgerechnet rund 324 Millionen Euro unterschrieben.

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"Im Juni 2025 hat Deutschland als fünftes Land Joint Strike Missiles für seine F-35-Kampfflugzeuge ausgewählt", hieß es in einer Mitteilung des norwegischen Unternehmens. "Jetzt hat Deutschland einen Vertrag über weitere Lieferungen von Raketen unterschrieben." Dieser sei als staatlicher Handel zwischen Norwegen und Deutschland angelegt.

Die Verträge über die Joint Strike Missiles stärkten sowohl die eigenen Streitkräfte als auch die Nato, zitierte Kongsberg den norwegischen Verteidigungsminister Tore O. Sandvik. Die Raketen wurden speziell für die F-35 entwickelt und können gut verteidigte Ziele auf See und an Land über große Distanzen hinweg mit hoher Präzision finden und zerstören.

Für die Kongsberg-Aktie ging es an der Börse in Oslo letztlich 3,22 Prozent auf 304,20 NOK nach oben.

Rüstungswerte setzen Erholung fort

Anleger nutzten die jüngste Schwäche bei Rüstungswerten weiter zum Einstieg. Die Kursgewinne im Rüstungssektor dürften auch einer neuen Verteidigungsallianz zu verdanken sein.

Rheinmetall legten auf XETRA letztlich deutliche 2,99 Prozent auf 1.217,20 Euro zu. Sie setzten ihre Erholung fort, nachdem sie in der Jahresbilanz mit bis zu 30 Prozent ins Minus gerutscht waren und 2026 zeitweise zu den größten DAX-Verlierern gehört hatten. Vom Rekord über der 2.000-Euro-Marke, der im Oktober aufgestellt wurde, hatten sie sogar bis zu 45 Prozent an Wert verloren.

Für RENK-Titel ging es 4,04 Prozent auf 46,27 Euro nach oben. HENSOLDT gewannen 8,18 Prozent auf 79,62 Euro und TKMS lagen 6,44 Prozent bei 76,00 Euro im Plus.

Generell waren Aktien gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter auch viele Softwarewerte. Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen in Bereichen wie etwa Chips, Chemie und Solartechnologie, die zuletzt von einer Rally geprägt waren.

Maßgeblich für den Rüstungsbereich in Europa bleibt die Konfrontation mit Russland im Ukraine-Krieg, bei dem es weiter keine Fortschritte gibt. Das russische Militär hat erneut über einen großflächigen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht berichtet. In der Nacht auf Sonntag hatte ein massiver ukrainischer Drohnenangriff erstmals Schäden in Moskauer Vorstädten angerichtet.

Analystin Chloe Lemarie von Jefferies Research kommentierte am Morgen, die jüngste Nachrichtenlage deute darauf hin, dass sich die Kriegsdynamik zugunsten der Ukraine verbessere. Sie betonte derweil mit Blick auf die jüngsten Kursverluste, dass die Kriegsentwicklung den Sektor zuletzt schon nicht mehr groß geprägt habe. Die Bewertungsniveaus seien deutlich reduziert worden und damit auch das negative Schwankungsrisiko.

In den Fokus rückt nun der Besuch von Kremlchef Wladimir Putin in China - wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump dort empfangen wurde. Dabei dürfte es auch um die Kriege im Iran und in der Ukraine gehen.


/trs/DP/he

OSLO (dpa-AFX)

Bildquellen: LadyLensArt / Shutterstock.com, Postmodern Studio / Shutterstock.com

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