JPMorgan schlägt Alarm: Tesla-Aktie vor möglichem Kurssturz von bis zu 60 Prozent

Die Investmentbank JPMorgan sieht erhebliches Abwärtspotenzial für die Tesla-Aktie. Trotz steigender Kurse mehren sich Zweifel an der operativen Entwicklung und den Perspektiven.
Werte in diesem Artikel
• JPMorgan sieht bis zu 60 Prozent Abwärtspotenzial für die Tesla-Aktie
• Auslieferungszahlen bleiben hinter Erwartungen zurück
• Wettbewerb, Zinsen und Regulierung setzen das Geschäft unter Druck
JPMorgan schlägt Alarm: Rückgang von bis zu 60 Prozent denkbar
Die Investmentbank JPMorgan warnt eindringlich vor einem möglichen Kurseinbruch bei der Tesla-Aktie. Analyst Ryan Brinkman bestätigte laut Yahoo Finance seine Verkaufsempfehlung und setzt das Kursziel auf 145 US-Dollar. Das entspricht einem möglichen Rückgang von rund 60 Prozent zum letzten Schlusskurs von 360,59 US-Dollar und liegt deutlich unter dem Marktkonsens.
Im Fokus der Analyse steht eine auffällige Diskrepanz: Während die Erwartungen an Teslas operative Entwicklung über Jahre hinweg gesunken sind, ist die Aktie gleichzeitig gestiegen. Auch viele Analysten haben ihre Kursziele in diesem Zeitraum erhöht.
Für JPMorgan deutet das darauf hin, dass Anleger auf eine deutliche Verbesserung der Geschäftsentwicklung setzen, die erst weit in der Zukunft eintreten könnte. Brinkman mahnt daher zur Vorsicht: "Wir raten Investoren, diese Erwartungen im Kontext von Ausführungsrisiken und dem Zeitwert des Geldes vorsichtig zu betrachten", heißt es laut Yahoo Finance.
Aus Sicht der Bank basiert ein Teil der Bewertung damit auf Hoffnungen, die erst in der nächsten Dekade Realität werden müssten. Genau das erhöht das Risiko für Anleger spürbar.
Operative Entwicklung bleibt hinter Erwartungen zurück
Auch die jüngsten Zahlen liefern wenig Rückenwind. Tesla hat im ersten Quartal 358.023 Fahrzeuge ausgeliefert und damit die Markterwartungen klar verfehlt. Analysten hatten laut dpa-AFX im Schnitt mit rund 370.000 Einheiten gerechnet.
Zwar steht im Jahresvergleich ein Plus von 6,3 Prozent, doch die Basis dafür war schwach. Gleichzeitig zeigt der Blick auf das Vorquartal einen deutlichen Rückgang. Aus einem Bericht von Yahoo Finance geht hervor, dass genau diese Entwicklung die Skepsis vieler Marktteilnehmer verstärkt. Das Wachstum wirkt weniger dynamisch als noch in früheren Phasen.
Wettbewerb, Zinsen und Regulierung als Belastungsfaktoren
Laut Yahoo Finance sieht sich Tesla zudem einer immer stärkeren Konkurrenz gegenüber. Vor allem chinesische Hersteller wie BYD gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig bauen etablierte Autobauer wie Mercedes-Benz, General Motors und Ford ihr Elektroangebot weiter aus.
Hinzu kommen ungünstige Rahmenbedingungen. Hohe Zinsen erschweren vielen Kunden die Finanzierung, während weggefallene Förderungen in den USA die Nachfrage zusätzlich dämpfen. Wie dpa-AFX berichtet, bleibt das Marktumfeld in vielen Regionen angespannt.
Auch regulatorische Themen bleiben präsent. Wie Reuters berichtet, wurde zwar eine Untersuchung zur "Actually Smart Summon"-Funktion nach Software-Updates eingestellt. Gleichzeitig stehen andere Assistenzsysteme weiterhin im Fokus der Behörden. Das zeigt, dass Teslas Zukunftsfelder eng von regulatorischen Entwicklungen begleitet werden.
Aktie bleibt unter Druck
Die Unsicherheit zeigt sich auch im Kursverlauf. Am Gründonnerstag rutschte die Tesla-Aktie nach enttäuschenden Auslieferungszahlen um 5,42 Prozent auf 360,59 US-Dollar ab. Zum Wochenstart ging der Abwärtstrend weiter: An der NASDAQ verlor das Papier nach festerem Start letztlich 2,15 Prozent auf 352,82 US-Dollar zu.
Trotz dieser Gegenbewegung bleibt das Bild angespannt. Auf Jahressicht steht ein Minus von rund 20 Prozent. Damit gehört Tesla aktuell zu den schwächeren Werten unter den großen US-Technologietiteln.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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