Investments fürs neue Jahr gesucht? Informieren Sie sich jetzt über interessante Anlagemöglichkeiten in 2022!-w-
29.11.2021 07:03

WDH/Feld: Ohne Nachholfaktor wären Rentner 'absolute Krisengewinnler'

Folgen
Werbung

(Im Leadsatz muss es «sollen» (nicht: «soll») heißen.)

BERLIN (dpa-AFX) - Der frühere Vorsitzende der "Wirtschaftsweisen", Lars Feld, hält es für sinnvoll, dass die Renten im kommenden Jahr weniger stark steigen sollen als bisher erwartet. Feld sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es kann nicht sein, dass die Rentnerinnen und Rentner über eine Rentengarantie von Rentenkürzungen im Zuge einer Rezession verschont bleiben, dann aber von der danach wieder steigenden Lohnsumme mit massiven Rentensteigerungen profitieren. Ohne den Nachholfaktor wären die Rentnerinnen und Rentner absolute Krisengewinnler. Die Beschäftigten tragen hingegen die volle Last der Rezession und müssten ohne Nachholfaktor auch noch dauerhaft stärker für die Rentenversicherung aufkommen."

Die Rentenerhöhung soll im kommenden Jahr weniger stark ausfallen als bisher erwartet. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP sagte der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der "Bild am Sonntag": "Prognostiziert waren 5,2 Prozent. Jetzt erwarte ich, dass die Renten in Deutschland ab Juli 2022 um 4,4 Prozent steigen. Das ist immer noch sehr ordentlich." In diesem Jahr hatte die Corona-Pandemie bei den Renten im Westen für eine Nullrunde gesorgt, in Ostdeutschland gab es ein Plus von 0,72 Prozent.

Der Grund für die nun weniger stark steigenden Renten im kommenden Jahr ist, dass die Ampel-Koalition den sogenannten Nachholfaktor wieder aktivieren will. Die Arbeitgeber begrüßten diesen Schritt, Kritik kam vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

Die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2009 gesetzlich verankerte Rentengarantie verhindert bei einer gesunkenen Lohnsumme Rentenkürzungen. Im Gegenzug sollte ein Nachholfaktor dafür sorgen, dass bei wieder steigenden Löhnen die verhinderte Rentenkürzung rechnerisch ausgeglichen wird - die Rente also weniger stark steigt. Ziel war es, dass die Rentengarantie nicht zu einer dauerhaften Zusatzbelastung der Beitragszahler führt. Die schwarz-rote Koalition hatte den Nachholfaktor aber von 2018 bis Juni 2026 ausgesetzt.

Feld hat derzeit noch den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg inne und ist Direktor des Walter Eucken Instituts. Er war bis Ende Februar Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Experten werden umgangssprachlich auch als die "Wirtschaftsweisen" bezeichnet./hoe/DP/zb

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX verabschiedet sich höher -- US-Börsen im Plus -- Valneva-Vakzin neutralisiert wohl Omikron-Variante -- PUMA verdoppelt EBIT 2021 -- SUSE übertrifft Erwartungen -- BMW, VW, thyssenkrupp im Fokus

EZB-Protokolle: Währungshütern bereitet Szenario hartnäckiger Inflation Sorge. Travelers übertrifft Erwartungen deutlich. Erstarkendes Primark-Geschäft sorgt für Zuversicht bei AB Foods. Brookfield hält nach erster Frist 71 Prozent an alstria office. Lagarde: Eine rasche Zinswende wie wohl bald in USA kein Thema für EZB. Sony: Activision-Spiele bleiben nach Microsoft-Deal verfügbar.

Umfrage

Haben Sie Verständnis für Menschen, die gegen die Corona-Politik demonstrieren?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln