WDH/US-Luftfahrfbehörde sieht Schwächen in Boeings Qualitätsmanagement

27.02.24 05:49 Uhr

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(In der Meldung vom 26. Februar wurde ein Tippfehler in der Überschrift entfernt.)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nach einer Untersuchung Mängel bei der Qualitätssicherung von Boeing angeprangert. So gebe es unter Mitarbeitern Verwirrung über ihre Rolle im Sicherheitsmanagement, da Verfahren und Schulungen dafür komplex seien und sich ständig änderten, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Bericht einer FAA-Kommission. In Gesprächen seien auch Zweifel daran aufgekommen, dass man für interne Meldungen über Qualitätsprobleme keine negativen Konsequenzen befürchten müsse.

In der Verkehrsflugzeug-Sparte fand die FAA-Kommission keinen einheitlichen und klaren Weg für die Mitarbeiter, über Qualitätsmängel zu berichten. "Beschäftigte verstanden nicht, wie die verschiedenen Berichtssysteme zu bedienen sind - und welches System sie wann nutzen sollten", hieß es in dem Bericht. Die Mitarbeiter hätten es auch vorgezogen, die formellen Verfahren zu meiden und Probleme eher ihren Vorgesetzten mitzuteilen. Die Kommission zeigte sich besorgt, dass dadurch Boeing-Beschäftigte entmutigt werden könnten, Probleme zu melden.

Boeing betonte in einer Reaktion, man habe die FAA-Kommission in ihrer Arbeit unterstützt und bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Qualitätskultur ergriffen. Man werde den Bericht auswerten und daraus Schlüsse für weitere Maßnahmen ziehen.

Der Flugzeugbauer steht aktuell nach einem dramatischen Zwischenfall unter verstärktem Druck, die Qualitätskontrollen zu verbessern. Anfang Januar war bei einer so gut wie neuen 737-9 Max mit mehr als 170 Menschen an Bord kurz nach dem Start im Steigflug ein Rumpfteil an der Sitzreihe 26 herausgebrochen. Bei dem Vorfall mit einer Maschine der Fluggesellschaft Alaska Airlines wurde niemand ernsthaft verletzt - zufällig waren die beiden Plätze direkt an der Öffnung leer geblieben. Die US-Unfallermittlungsbehörde NTSB geht nach einer mehrwöchigen Untersuchung davon aus, dass an dem Fragment Befestigungsbolzen fehlten.

Die FAA-Kommission schränkte ein, dass Untersuchungen einzelner Vorfälle nicht zu ihren Aufgaben gehört habe. Doch die während ihrer Arbeit bekannt gewordenen Probleme hätten ihre Besorgnis verstärkt./so/DP/he

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