TUI-Aktie in Rot: Konzern senkt EBIT-Prognose und setzt Umsatzprognose aus

Der Touristikkonzern TUI hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 wegen des Iran-Krieges gesenkt.
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Der MDAX-Konzern rechnet mit einem bestenfalls stabilen operativen Ergebnis und setzt die Umsatzprognose vorübergehend aus, bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde nun zwischen 1,1 Milliarden und 1,4 Milliarden Euro erwartet, nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte die TUI Group mit. Bisher war ein Anstieg des bereinigten EBIT um 7 bis 10 Prozent erwartet worden, bei einem Umsatzanstieg von 2 bis 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei Beginn des Iran-Krieges Ende Februar saßen zwei Kreuzfahrtschiffe der Tochter TUI Cruises im Persischen Golf in den Häfen von Abu Dhabi bzw. Doha fest, nachdem der Iran die Straße von Hormus blockier hatte. Sämtliche Reisen dieser Schiffe bis Mitte Mai 2026 wurden abgesagt. Der Konzern teilte mit, er habe nach Ausbruch des Krieges rund 10.000 Gäste zurückgebracht, darunter etwa 5.000 Passagiere der Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5. Zudem wurden etwa 1.500 Crewmitglieder ausgeflogen. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten sowie die Unsicherheit über seine Dauer schränke die kurzfristige Visibilität weiterhin ein und führe zu einer erhöhten Zurückhaltung der Kunden.
Die TUI-Aktie verlor am Mittwoch im XETRA-Handel letztlich 3,53 Prozent auf 6,95 Euro.
Bernstein belässt TUI nach Gewinnwarnung auf 'Market-Perform'
Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für TUI nach Prognoseüberarbeitungen durch den Reiseveranstalter auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 9,20 Euro belassen. Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr sei ausgesetzt und die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) gesenkt worden, schrieb Richard J. Clarke in einer am Mittwoch vorliegenden Schnelleinschätzung. Dabei verwies der Analyst auf die schwache Nachfrage. Bemerkenswert sei, dass dies keine Warnung sei, die in erster Linie auf gestiegene Treibstoffkosten zurückgehe, da 83 Prozent des Kerosins für den Sommer und 80 Prozent des Kreuzfahrttreibstoffs abgesichert seien.
JPMorgan belässt TUI auf 'Overweight' - Ziel 13,50 Euro
Die US-Bank JPMorgan hat TUI auf "Overweight" mit einem Kursziel von 13,50 Euro belassen. Die wegen des Iran-Kriegs ausgesetzte Umsatzprognose und das gesenkte operative Ergebnisziel (Ebit) kämen nicht völlig überraschend, wie die überschaubare Kursreaktion zeige, schrieb Karan Puri in einer am Mittwoch vorliegenden Reaktion. Der Reisekonzern sei in den nicht weit vom Iran entfernten Ländern Türkei, Ägypten und Zypern sehr aktiv. Deutliche Auswirkungen des Konflikts auf das kommende Jahr erwartet Puri derzeit nicht. Allerdings könnte die Entwicklung des Konjunkturumfelds die Nachfrage beeinträchtigen.
Dow Jones Newswires / NEW YORK (dpa-AFX)
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Bildquellen: Dafinchi / Shutterstock.com, TUI
