08.05.2017 12:46

Leitzinsanpassungen voraus? EZB-Direktor deutet mögliche Änderungen der Notenbank an

Weniger Unsicherheiten: Leitzinsanpassungen voraus? EZB-Direktor deutet mögliche Änderungen der Notenbank an | Nachricht | finanzen.net
Weniger Unsicherheiten
Folgen
Für EZB-Direktor Yves Mersch ist die Zeit bald reif für eine Debatte über eine allmähliche Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik.
Werbung
Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone habe sich beschleunigt und die politischen Unsicherheiten hätten seit Jahresbeginn abgenommen, sagte Mersch am Montag in Tokio laut Redetext. Nach Chefvolkswirt Peter Praet lenkte mit Mersch nun schon ein zweites Mitglied aus dem sechsköpfigen EZB-Führungsteam den Blick auf mögliche Änderungen beim geldpolitischen Ausblick. Unterdessen werden nach dem Sieg von Emmanuel Macron bei der französischen Präsidentenwahl Rufe aus der deutschen Wirtschaft nach einer Kurswende der Europäischen Zentralbank (EZB) lauter. Mersch plädierte für ein vorsichtiges Vorgehen. "Jedwede Diskussion sollte natürlich in einer strukturierten, geordneten und angemessen umsichtigen Weise stattfinden."

Mit der Wahl des Pro-Europäers Macron schwindet ein erheblicher Teil der politischen Unsicherheit. Außerdem rückt die EZB-Geldpolitik stärker in den Blick, weil die jüngsten Inflations- und Wirtschaftsdaten für die Euro-Zone zum Teil überraschend positiv ausgefallen waren.

Die Markterwartungen hinsichtlich Deflationsrisiken und weiterer Zinssenkungen hätten inzwischen nachgelassen, sagte Mersch. "Und der Fokus beginnt sich in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik in der Zukunft zu verändern." Der EZB-Rat sei zwar davon überzeugt, dass eine lockere Geldpolitik immer noch nötig sei. So hatte EZB-Präsident Mario Draghi erst unlängst darauf verwiesen, dass die Inflationsdynamik immer noch nicht kräftig genug ist. Aber Mersch zufolge kann die Zentralbank das Zusammenspiel der einzelnen Schritte in einer Situation sich weiter aufhellender wirtschaftlicher Perspektiven prüfen.

Aus Sicht des EZB-Direktors muss der geldpolitische Ausblick zu der sich ändernden Einschätzung der Wirtschaftsaussichten passen. So liege es in "realistischer Reichweite", dass die EZB die Risken für die Wirtschaft als ausbalanciert einstufen könne. Bisher überwiegen in ihrer Bewertung noch die Gefahren. Manche Experten halten es für möglich, dass die Währungshüter nun im Juni aus ihrem Ausblick Hinweise auf eine nötigenfalls noch expansivere Geldpolitik streichen.

Im April hatten die Euro-Wächter trotz einer optimistischeren Einschätzung der Konjunkturperspektiven noch an ihrer Politik der weit offenen Geldschleusen festgehalten. So beließ die EZB ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Auch die in Deutschland umstrittenen Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren sollen wie geplant bis mindestens Ende 2017 fortgesetzt werden - und dann ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen.

Frankfurt (Reuters)

Bildquellen: Jorg Hackemann / Shutterstock.com, Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Delivery Hero bestätigt vorläufige Zahlen -- DWS holt Digitalisierungsexperten von der Deutschen Bank -- Walmart, Bayer, Fresenius Medical Care, Infineon, Philips im Fokus

BHP hat im vergangenen Geschäftsjahr so viel verdient wie noch nie zuvor. Home Depot profitiert von Heimwerker-Nachfrage. Fitch bestätigt Bonitätsnoten für Allianz. Hauck Aufhäuser Investment Banking belässt VERBIO auf 'Buy'. EnBW will größten Solarpark im Südwesten bauen. Tencent will offenbar milliardenschwere Beteilung an Meituan abtreten.

Umfrage

Sollten die Corona-Regeln bei steigenden Infektionszahlen im Herbst wieder verschärft werden?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln