finanzen.net
11.01.2019 23:03
Bewerten
(0)

Westfalen-Blatt: das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Angela Merkels Griechenlandbesuch

DRUCKEN
Bielefeld (ots) - Das Ende ihrer Kanzlerschaft vor Augen, agiert Angela Merkel wie befreit. Auch bei ihrem Besuch in Griechenland. Auf die Haltung der CDU-Schwesterpartei Nea Dimokratia (ND) zur Mazedonien-Frage nimmt sie keine Rücksicht. Dass der ND-Chef und wahrscheinlich nächste Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis im Namensstreit eine harte Position vertritt, hat auf ihre Strategie keinen Einfluss.

Merkel denkt nicht kurzfristig an ein gutes Ergebnis der griechischen Christdemokraten bei der Europawahl, damit die Fraktion der Europäischen Volksparteien (EVP) möglichst viele Sitze bekommt und ihren Spitzenkandidaten Manfred Weber als nächsten EU-Kommissionspräsidenten durchsetzen kann.

Merkel setzt auf geopolitische Weitsicht, und das ist in diesem Fall aus europäischer Sicht klug. Mazedonien sollte so zügig wie möglich Mitglied der Nato und näher an die EU geführt werden. Denn Russland und die Türkei warten nicht auf Athen und Brüssel, um ihren für sich beanspruchten Machtbereich auszudehnen. Und dazu gehören auch die Staaten auf dem Westbalkan.

Dass Regierungschef Alexis Tsipras den Namensstreit, der seit Jahrzehnten schwelt, beilegen will, könnte ihn das Amt kosten. Weil sein Koalitionspartner, die rechtspopulistische Partei Anexartiti Ellines (Anel, »Unabhängige Griechen«), die Umbenennung Mazedoniens in Nord-Mazedonien ablehnt und die Regierung platzen lassen könnte. Und weil die Griechen, die mehrheitlich gegen die Anerkennung Nord-Mazedoniens sind, dann bei Neuwahlen ein neues Parlament bestimmen, aus dem Tsipras mit ziemlicher Sicherheit nicht als Premier hervorgehen dürfte. Seine linkspopulistische Syriza-Partei liegt bei 23 Prozent, etwa zehn Punkte hinter der ND.

Was also verspricht sich Tsipras von seiner Taktik? Die Antwort findet man in Brüssel und Berlin. Griechenland ist finanziell alles andere als gerettet. Der Staat bekommt an den Kapitalmärkten kein Geld und könnte sehr bald auf ein weiteres Rettungsprogramm angewiesen sein - das dann nicht so heißen darf.

Hinter Tsipras' Mazedonien-Kurs stecken zwei Absichten: schnelle Lösungen für kommende Haushaltsprobleme und Zustimmung dafür, dass er im Wahljahr mehr ausgibt aus vorgesehen. Schon vor Weihnachten zahlte der Staat an Familien bis zu 1300 Euro »Sozialdividende« aus. Und die geplante Rentenkürzung wird ausgesetzt. Damit will sich Tsipras an der Macht halten.

Ob der Preis, den die EU zahlt, zu hoch ist, könnte sich schon Dienstag zeigen. Bis dahin muss das Parlament in Skopje abstimmen, ob es künftig Mazedonien oder Nord-Mazedonien vertritt.

OTS: Westfalen-Blatt newsroom: http://www.presseportal.de/nr/66306 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_66306.rss2

Pressekontakt: Westfalen-Blatt Kerstin Heyde Telefon: 0521 585-261 k.heyde@westfalen-blatt.de

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt leichter -- Hedgefonds Elliott erhöht Druck auf eBay -- ZEW-Index steigt -- Dürre belastete K+S-Ergebnis -- Linde, HUGO BOSS, LANXESS im Fokus

Pompeo in Videoleitung optimistisch zu Handelsgesprächen mit China. TomTom verkauft Telematik-Sparte an Bridgestone. easyJet legt Notfallplan für Brexit vor. EU-Kommission verhängt 570 Millionen Euro Strafe gegen MasterCard. Tilray kauft Natura Naturals. US-Versicherer Travelers steigert Gewinn nach Katastrophenjahr kräftig.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Die Performance der DAX 30-Werte in 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
Die Performance der Rohstoffe in in 2018.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass es noch zu einem geordneten Brexit kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Amazon906866
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Aurora Cannabis IncA12GS7
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
Deutsche Telekom AG555750
EVOTEC AG566480
SteinhoffA14XB9
Allianz840400
Henkel KGaA Vz.604843
Siemens AG723610