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08.11.2019 11:32
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Wirtschaft: Deutsches Exportplus ist Lichtblick, aber keine Trendwende

Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Für die deutsche Wirtschaft ist das überraschend hohe Exportplus ein Lichtblick, der jedoch nicht überbewertet werden sollte. Dies ist "kein Grund zur Entwarnung und auch noch keine Trendwende", erklärte Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), in Berlin. "Die Reihe der monatlich heftigen Ausschläge nach oben und unten setzt sich hiermit lediglich weiter fort."

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für September bekannt gegeben. Demnach stiegen Deutschlands Exporte im Vorjahresvergleich um 4,6 Prozent während die deutschen Importe im gleichen Zeitraum um 2,3 Prozent zulegten. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 19,2 Milliarden Euro ab.

Ähnlich wenig euphorisch wie der BGA reagierte DIHK-Außenwirtschaftsexperte Kevin Heidenreich auf die Zahlen. "Der Anstieg der Exporte im September ist ein kleiner Lichtblick, aber bei weitem kein Grund für Euphorie im Außenhandel. Der weltweit zunehmende Protektionismus und eine schwächelnde Weltwirtschaft belasten weiterhin die exportstarke deutsche Wirtschaft", sagte Heidenreich. Für dieses Jahr könne man froh sein, wenn Deutschland am Ende mit einer "schwachen Null" aus dem Jahr gehen.

Allerdings stimmten bei den aktuellen Handelsstreitigkeiten die jüngsten Signale aus den USA und China den BGA positiv. "Sollten die beiden Seiten aufeinander zugehen und Zölle sowie ihre Streitigkeiten zurückfahren, wäre das ein richtiger Hoffnungsschimmer und ein lang ersehntes Signal, das sich auch positiv auf die Weltwirtschaft auswirken würde", sagte Bingmann.

Dennoch würde das allein nicht ausreichen, um die Schwierigkeiten der deutschen Außenwirtschaft zu beenden. Denn die Ungewissheit über den Brexit belaste die Wirtschaft. "Diese ewige Hängepartie schadet allen Beteiligten", sagte Bingmann. Für Deutschland sei auch wichtig, den immensen Bedarf an struktureller Modernisierung im Steuersystem und bei der Entbürokratisierung anzugehen.

Der DIHK betonte mit Verweis auf seine aktuelle Konjunkturumfrage, dass der außenwirtschaftliche Gegenwind die Nachfrage nach deutschen Produkten senke und damit die Konjunktur auch hierzulande belaste. "Für die Unternehmen ist es deshalb wichtig, dass zumindest in Deutschland gute Rahmenbedingungen für ihre Geschäfte gesetzt werden. Dazu gehören Investitionen in kluge Köpfe und in eine moderne Infrastruktur", mahnte Heidenreich.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

November 08, 2019 05:32 ET (10:32 GMT)

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