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28.04.2020 14:22

Europäische Großbanken rüsten sich für Rezession

Wirtschaftseinbruch: Europäische Großbanken rüsten sich für Rezession | Nachricht | finanzen.net
Wirtschaftseinbruch
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Europas Großbanken stellen sich auf einen Wirtschaftseinbruch mit milliardenschweren Kreditausfällen ein.
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Während die britische HSBC und die spanische Santander die Coronakrise schon voll zu spüren bekamen, profitierte die UBS noch von den heftigen Börsenausschlägen und schaffte in den ersten drei Monaten 2020 den höchsten Quartalsgewinn seit fast fünf Jahren. Doch auch die erfolgsverwöhnten Schweizer sehen schwere Zeiten auf sie zukommen. "Wenn wir in die Zukunft blicken, macht sich niemand die Illusion, dass es einfach werden wird", sagte Konzernchef Sergio Ermotti am Dienstag.

Mit einem Gewinnanstieg von 40 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar gelang der größten Schweizer Bank ein Start nach Maß in das neue Geschäftsjahr. Angesichts massiver Marktverwerfungen im Zuge des Virus-Ausbruchs schichteten sowohl Großanleger wie Pensionskassen, aber auch vermögende Privatkunden, ihre Portfolios um und zahlten dafür ordentlich Gebühren an die UBS. "In diesem Quartal haben Sie die UBS in Bestform gesehen", sagte Ermotti, der im Herbst das Steuer an Ralph Hamers von der niederländischen ING übergibt.

Als Reaktion auf das Nahtod-Erlebnis der Finanzkrise 2008 hatte Ermotti die UBS in den Jahren danach zu einem deutlich widerstandsfähigeren Institut umgebaut, das Kreditausfälle wesentlich besser verdauen kann als zuvor. "Unser Risikoprofil ist anders als das vieler anderer Banken und ich bin überzeugt, dass wir besser als die meisten anderen gegen widrige Szenarien gewappnet sind."

Im ersten Quartal verbuchte das Institut Wertberichtigungen für Kreditrisiken von insgesamt 268 Millionen Dollar. Dies ist weniger als etwa die Rivalen Credit Suisse und Deutsche Bank, auch wenn sich die Werte unter anderem wegen unterschiedlichen Buchführungsregeln nur bedingt vergleichen lassen.

GUTE ZEITEN FÜR BETRÜGER?

Ganz anders erging es HSBC und Santander, die am Dienstag ebenfalls ihre Quartalsbilanzen präsentierten. Santander stellte 1,6 Milliarden Euro für Kreditausfälle durch die Coronakrise zurück, der Gewinn brach um 82 Prozent auf 331 Millionen Euro ein. HSBC stockte die Vorsorge um 2,4 Milliarden Dollar auf drei Milliarden auf - der höchste Quartalswert seit neun Jahren. Der Gewinn vor Steuern brach um fast die Hälfte auf 3,2 Milliarden Dollar ein. Das Ergebnis sei auch durch die niedrigen Ölpreise sowie eine erhebliche Abschreibung im Zusammenhang mit einem Firmenkunden in Singapur belastet worden, bei dem es sich offenbar um den insolventen singapurischen Ölhändler Hin Leong Trading handelt.

Europas größter Bank, die einen Großteil ihres Gewinns in Asien macht, droht weiteres Ungemach: Im Gesamtjahr könnten die Rückstellungen für faule Kredite auf sieben bis elf Milliarden Dollar hochschnellen. "Niemand weiß wirklich, wie sich der Coronavirus in den nächsten drei bis sechs Monaten entwickeln wird und welche Szenarien Realität werden. Es ist am wichtigsten für uns, für alle Szenarien vorbereitet zu sein - für das optimistische und das weniger optimistische", sagte HSBC-Chef Noel Quinn zu Reuters.

Quinn sorgt sich nicht nur um Firmen, die wegen des Konjunktureinbruchs in Schieflage geraten sind, sondern befürchtet auch mögliche Verluste durch betrügerische Machenschaften. In Krisenzeiten finde üblicherweise mehr Betrug statt, der zu erheblichen Kreditausfällen führen könnte, warnte die Bank.

DAS DICKE ENDE KOMMT NOCH

HSBC und Santander reihten sich in die Phalanx der Geldhäuser ein, die bereits jetzt Milliardenbelastungen verbuchten. Die größten US-Institute legten im ersten Quartal insgesamt 25 Milliarden Dollar auf die Seite für drohende Kreditausfälle. Experten warnen allerdings, dass das wahre Ausmaß der Belastungen durch die Coronakrise erst im zweiten und dritten Quartal in den Bankbilanzen sichtbar werden wird.

Auch die UBS dämpfte die Erwartungen an den weiteren Jahresverlauf. Der gesunkene Wert der Kundenvermögen und der absehbare Rückgang der Transaktionen dürften Bremsspuren hinterlassen. Ermotti sieht aber keinen Anlass, beim längerfristigen Ausblick Abstriche zu machen. "Mittel- bis langfristig und insbesondere für 2021 bin ich überzeugt, dass wir ein normaleres Umfeld sehen werden."

Santander ist da skeptischer. Die Bank werde ihre 2019 verkündete Mittelfristziele überprüfen, sobald sie mehr Klarheit über die Auswirkungen der Corona-Krise habe, erklärten die Spanier. Und bei HSBC stockt der im Februar angekündigte Konzernumbau, dem 35.000 Stellen zum Opfer fallen sollen. HSBC werde die Kosten reduzieren, um die Folgen der Einnahmeausfälle abzudämpfen. Dennoch werde der Gewinn 2020 deutlich unter dem des Vorjahres liegen, erklärte der Bank.

- von Oliver Hirt und Hans Seidenstuecker

Frankfurt/Zürich (Reuters)

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24.06.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
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