DHL-Aktie im Plus: Konzern steigert Gewinn trotz Umsatzrückgang - Jahresziele bestätigt

Die DHL Group hat trotz "geopolitischer Verwerfungen" im Auftaktquartal bei leichtem Umsatzrückgang mehr verdient und die Margen verbessert.
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Der vielbeachtete Free Cashflow vor Portfolioveränderungen stieg deutlich und entgegen den Markterwartungen. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte die Deutsche-Post-Mutter.
Im Zeitraum Januar bis März stieg das EBIT um 8,3 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro. Dies war oberhalb der Konsenserwartung von 1,379 Milliarden Euro. Nach Steuern und Dritten verdiente der Bonner Logistikkonzern 812 Millionen Euro, ein kleines Plus von 3,3 Prozent, verglichen einem Konsens von 764 Millionen Euro. Je Aktie ergab sich ein Gewinn unverwässert von 0,73 Euro verglichen mit 0,68 Euro.
Der berichtete Umsatz sank um 1,9 Prozent auf 20,42 Milliarden Euro; erwartet worden waren mit 20,707 Milliarden etwas mehr.
Der viel beachtete Free Cashflow stieg deutlich auf 1,2 Milliarden Euro von 732 Millionen Euro, der Konsens lag bei 472 Millionen.
Im Quartal kam Ende Februar der Nahostkonflikt zu den erratischen Bewegungen bei Importzöllen als Belastung hinzu. Dieser hat der Weltwirtschaft und Konsumnachfrage einen weiteren Dämpfer beschert und Energie und Warentransport deutlich verteuert.
DHL konnte die Belastungen teilweise kompensieren, unter anderem durch Kapazitätsmanagement und strukturelle Kostensenkungen wie das weiterlaufende Effizienzprogramm "Fit for Growth". Dieses hatte im vergangenen Jahr etwa durch standardisierte und automatisierte Prozesse mehr als 600 Millionen Euro brutto zum operativen Gewinn beigetragen.
Im Gesamtjahr will die DHL Group weiterhin ein EBIT von mehr als 6,2 Milliarden Euro einfahren sowie einen Free Cashflow ohne M&A von rund 3 Milliarden Euro.
So reagieren Anleger und Analysten
Die Aktien der DHL Group haben am Donnerstag ihre im Zuge der Quartalszahlen verzeichneten Kursgewinne am Nachmittag ausgebaut. Das operative Ergebnis (Ebit) des Logistikkonzerns liege vor allem dank des starken Express-Geschäfts klar über dem Konsens, lobte Cristian Nedelcu, Analyst der UBS. Er attestierte den Bonnern insgesamt gute Zahlen.
Mit einem Zuwachs von zuletzt 5,57 Prozent erklommen die Papiere im nach Anfangsschwierigkeiten inzwischen sich auch freundlich präsentierenden DAX den ersten Platz und kosteten 49,47 Euro. Damit nahmen sie wieder Kurs auf das Mitte April erreichte Zwischenhoch von 50,26 Euro. Darüber wartet das Jahreshoch aus dem Februar, das mit 51,72 Euro zugleich der höchste Kurs seit vier Jahren gewesen war. Kurz- und mittelfristig hellt sich das Chartbild auf.
Für JPMorgan-Analystin Alexia Dogani spiegelt die bestätigte Prognose das unsichere Geschäftsumfeld ebenso wider wie das vorsichtige Erwartungsmanagement des Vorstands. Das erste Jahresviertel wertete sie aber als "starke Outperformance". Die Sparmaßnahmen hätten sich als Hebel erwiesen.
Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler sieht in der Entwicklung der DHL Group ein sehr starkes Signal für den Anlagehintergrund. Er betonte die Preismacht und das zusätzliche Potenzial für Einsparungen im Fall anhaltenden Gegenwinds. Trotz des herausfordernden Umfelds komme der Paketkonzern nach wie vor gut vorwärts.
DOW JONES / dpa-AFX
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