Micron überzeugt mit Zahlen-Hammer: So reagiert die Aktie auf das starke Quartal
Nach dem Handelsende an der Wall Street wurde es für Anleger am Mittwoch noch einmal spannend: Micron Technology öffnete die Bücher zur Einsicht.
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Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 verbuchte Micron Technology ein bereinigtes EPS von 33,42 US-Dollar; damit übertraf der Speicherchip-Spezialist die Analysten-Prognosen von 31,61 US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen bereinigten Gewinn von 3,03 US-Dollar je Aktie eingefahren.
Auf der Umsatzseite erwarteten Experten für das Jahresviertel durchschnittlich 51,07 Milliarden US-Dollar. Tatsächlich meldete Micron 54,23 Milliarden US-Dollar, nach 11,32 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf der Umsatz die Markterwartungen ebenfalls deutlich. Der Umsatz legte zudem gegenüber dem Vorquartal um knapp 31 Prozent zu.
Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 44,64 Milliarden US-Dollar (konsensual erwartet: 42,41 Milliarden US-Dollar), während der bereinigte Nettogewinn mit 38,40 Milliarden US-Dollar über dem Konsens von 36,31 Milliarden US-Dollar lag. Der operative Cashflow erreichte im selben Zeitraum 43,97 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 34,47 Milliarden US-Dollar deutlich. Nach Geschäftsbereichen aufgeteilt entfielen 18,00 Milliarden US-Dollar auf das Kerngeschäft mit Rechenzentren, 16,28 Milliarden US-Dollar auf den Bereich Cloud-Memory, 13,11 Milliarden US-Dollar auf das Mobil- und Clientgeschäft sowie 6,82 Milliarden US-Dollar auf das Automobil- und Embedded-Geschäft. Der GAAP-Gewinn je Aktie belief sich auf 32,87 US-Dollar, und die Quartalsdividende wurde auf 0,15 US-Dollar je Aktie festgesetzt.Micron überrascht mit Umsatzoptimismus
Der KI-Boom mit steigenden Verkaufspreisen treibt die Geschäfte des US-Speicherchipherstellers Micron unerwartet kräftig an. Der bereinigte Umsatz dürfte im ersten Geschäftsquartal bei 60 bis 63 Milliarden US-Dollar (bis 55,5 Mrd Euro) liegen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach US-Börsenschluss in Boise (Idaho) mit. Das wären bis zu rund 16 Prozent mehr als im Vorquartal. Analysten rechneten bisher nur mit knapp 57 Milliarden Dollar. Auch der angepeilte bereinigte Gewinn je Aktie liegt höher als erwartet.
Der in diesem Jahr bereits sehr stark gelaufenen Micron-Aktie half dies weiter: Sie gewann im NASDAQ-Handel am Donnerstag schlussendlich 3,03 Prozent auf 1.097,39 US-Dollar. In diesem Jahr hat der Kurs sich aber bereits fast vervierfacht. Das Rekordhoch von 1.255 Dollar aus dem Juni ist aber noch etwas entfernt. Die Bewertung der Aktie unterschätze den Effekt langfristiger Lieferverträge, bemerkte BC-Analyst Srini Pajjuri. Er sieht erhebliches Potenzial, selbst wenn diese nur teilweise wirksam würden.
Ergebnisse und Ausblick seien stark gewesen, notierte James Schneider von Goldman Sachs. Er fürchtet aber nachlassende Preisdynamik bei HBM-Speichern ab 2028 angesichts deutlich höherer Kapazitäten. Er bleibt daher an der Seitenlinie. Optimistischer würde er, sollten sich in der Branche anhaltende Disziplin beim Kapazitätsausbau zeigen oder neue Verträge den Preisboden festigen.
"Der Speicherboom bei Micron wird nachhaltiger, aber auch teuer", kommentierte Marktbeobachter Stephen Innes die Profitabilitätsperspektive der Amerikaner. "Die Hoffnung, dass Microns Bilanz neue KI-Euphorie entfachen könnte, um den Markt von seiner Fixierung auf die Renditen abzulenken, ist nicht aufgegangen", sagte sein Kollege Jochen Stanzl von der Consorsbank. Micron bleibe der KI-Branche einen neuen Impuls schuldig.
Der rasante KI-Ausbau von Rechenzentren hat zu einer starken Nachfrage nach Hardware geführt. Besonders die Preise für Speicherchips sind deutlich nach oben gesprungen. Davon profitieren große Hersteller wie Micron, Samsung Electronics und SK hynix.
Micron steigerte den Umsatz im vergangenen Quartal, das am 3. September endete, um knapp 31 Prozent gegenüber dem Vorquartal - und im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum auf fast das Fünffache. Der Gewinn lag mit 37,7 Milliarden Dollar rund zwölfmal so hoch wie ein Jahr zuvor.
Im laufenden Quartal will Micron-Chef Sanjay Mehrotra den um Sonderposten bereinigten Gewinn je Aktie auf 37,15 bis 39,15 Dollar hochtreiben. Hier hatten Experten zuletzt gut 36,02 Dollar auf dem Zettel - nach 33,42 Dollar im vergangenen Quartal.
Die Bruttomarge - ein Maß für die Profitabilität der Herstellung von Produkten vor Verwaltungs- und Vertriebskosten - dürfte im neuen Dreimonatszeitraum allerdings etwas sinken. Von hohen 87 Prozent dürfte sie auf 86,3 Prozent zurückgehen. Finanzchef Mark Murphy begründete das in einem Analystencall vor allem mit höheren Mitarbeitervergütungen.
Alexandra Hesse, Claudia Stephan, Thomas Zoller, edaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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