Zahlen präsentiert

Tesla-Aktie dreht ins Minus: Erwartungen übertroffen - geplante KI-Investitionen belasten

23.04.26 22:07 Uhr

Tesla-Aktie nach starken Zahlen an der NASDAQ tiefer: Erwartungen übererfüllt - geplante Milliarden-Investitionen belasten | finanzen.net

Für Tesla-Anleger wurde es am Mittwoch nach US-Börsenschluss spannend: Der E-Autopionier hat seine Bücher geöffnet. So lief das Geschäftsquartal.

Werte in diesem Artikel
Aktien

383,10 EUR 3,40 EUR 0,90%

• Tesla überzeugt mit Q1-Zahlen
• Nach Rückgängen im Vorjahr steigen die weltweiten Auslieferungen
• Musk verstärkt auf preiswertere Modelle

Der Elektroautopionier Tesla legte am Mittwoch seine Bilanz zum abgelaufenen erste Quartal 2026 vor, das am 31. März endete. Dabei präsentierte das Unternehmen Zahlen, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine deutliche Dynamik aufzeigten.

Gewinn und Umsatz überzeugen

Beim Gewinn je Aktie (EPS) übertraf Tesla die Erwartungen der Experten. Das Unternehmen wies einen Gewinn von 0,41 US-Dollar je Aktie aus. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Wert von durchschnittlich 0,365 US-Dollar je Aktie gerechnet. Damit konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem noch 0,120 US-Dollar je Aktie in den Büchern standen, gesteigert werden. Der Nettogewinn kletterte insgesamt um 17 Prozent auf 477 Millionen Dollar.

Auch auf der Umsatzseite glänzte der Konzern. Tesla generierte im Berichtsquartal Erlöse in Höhe von 22,39 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als Tesla 19,34 Milliarden US-Dollar umgesetzt hatte. Die Analysten waren im Vorfeld von einem Durchschnittswert von 22,27 Milliarden US-Dollar ausgegangen, womit Tesla die Prognosen leicht übertraf.

Auslieferungen erholen sich

Die positive Entwicklung ist vor allem auf die Erholung der Auslieferungen zurückzuführen, die im ersten Quartal um 6,3 Prozent auf 358.023 Fahrzeuge stiegen. Dies markiert eine Trendwende zum Vorjahr, als die Absatzzahlen noch unter Produktionsumstellungen beim Model Y und politischen Kontroversen rund um Elon Musk gelitten hatten. Zudem belastete das Auslaufen der US-Steuervergünstigungen Ende 2025 das Marktumfeld, worauf Tesla mit günstigeren Modellversionen reagierte.

Tesla sieht baldige EU-Zulassung für neues Assistenzsystem

Der Elektroautobauer Tesla rechnet damit, dass sein fortgeschrittenes Fahrassistenzsystem, das Fahrern weitgehend die Steuerung abnehmen soll, in den kommenden Monaten in der ganzen EU zugelassen wird. Man sei nach der Genehmigung in den Niederlanden gut für eine EU-weite Zulassung im laufenden Quartal aufgestellt, sagte Finanzchef Vaibhav Taneja nach der Vorlage von Quartalszahlen.

Fahrer in den USA können die Software mit dem vollen Namen "Full Self-Driving (Überwacht)" bereits seit einigen Jahren nutzen. Tesla musste dem ursprünglichen Namen Full Self-Driving (übersetzt etwa: komplett selbstfahrend) den einschränkenden Zusatz hinzufügen, weil die Software eben noch nicht autonom fahren kann und die Fahrer weiter die Verantwortung tragen. Vor allem in der Anfangszeit berichteten sie noch von vielen Fehlern, inzwischen verweist Firmenchef Elon Musk auf weitreichende Verbesserungen. Tesla hat aktuell 1,28 Millionen Abo-Kunden für FSD - 180.000 mehr als vor drei Monaten.

Jahrelange Versprechen

Musk kündigt auch bereits seit rund einem Jahrzehnt an, dass Serien-Teslas mit FSD tatsächlich autonom fahren werden. Nun "schätzte" er, dass diese unüberwachte FSD-Version in den USA "wahrscheinlich im vierten Quartal" eingeführt werde. Zugleich schränkte Musk ein, dass Tesla die Software nur schrittweise verfügbar machen werde, wenn man sie für eine bestimmte Region für sicher befinde. Wagen mit älteren Computern, die auch schon als FSD-fähig verkauft wurden, werde Tesla in "Minifabriken" umrüsten müssen, sagte Musk.

Robotaxis und Roboter

Musk behauptet, dass die Zukunft von Tesla in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern anstelle des Autoverkaufs liegen werde. Derzeit startet Tesla die Produktion seines Robotaxi-Fahrzeugs mit dem Namen Cybercab. Es ist ein Zweisitzer, der ohne Lenkrad und Pedale auskommen soll. Da "90 Prozent der Meilen" mit einer oder zwei Personen im Auto gefahren würden, werde der Cybercab auf lange Sicht wahrscheinlich den Großteil der Tesla-Produktion ausmachen, sagte Musk.

In diesem Jahr will Tesla auch die Produktion seiner humanoiden Roboter mit dem Namen Optimus starten. Der Konzern stellt seine größeren Automodelle S und X ein - und auf der dadurch frei werdenden Fläche im kalifornischen Fremont will Tesla stattdessen mit der Zeit eine Million Roboter pro Jahr bauen. Musk betonte allerdings, dass die Produktion nur langsam anlaufen werde, da es eine neue Technik sei.

Starke Konkurrenz

Tesla will sowohl bei Robotern als auch bei Robotaxis in Märkte vorstoßen, in denen es bereits starke Konkurrenten gibt. Vor allem bei selbstfahrenden Autos ist die Alphabet-Schwesterfirma Waymo mit ihren Robotaxis weit voraus. Waymo sei etwa 50 Mal größer, betonte etwa der langjährige Tech-Analyst und Investor Gene Munster. Musk setzt unter anderem auf einen Kostenvorteil, weil er nur mit Kameras und ohne die teureren Laser-Radare auskommen will, die die Umgebung von Fahrzeugen abtasten. Allerdings zweifeln viele Experten und Konkurrenten an, dass damit verlässliches autonomes Fahren möglich ist.

Wieder besseres Geschäft nach Rückgängen

Die Zukunftsvisionen von Musk sind teuer. Tesla erhöhte die Prognose für die Kapitalausgaben in diesem Jahr auf 25 Milliarden Dollar - von den erst vor drei Monaten vorhergesagten 20 Milliarden Dollar.

Finanzieren muss Tesla das vor allem aus dem Geschäft mit dem Autoverkauf - und das läuft nach den Absatzrückgängen im vergangenen Jahr wieder besser. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 22,39 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um 17 Prozent auf 477 Millionen Dollar. Die weltweiten Tesla-Auslieferungen kletterten im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 358.023 Fahrzeuge. Im Vorjahresquartal waren die Auslieferungen noch um 13 Prozent gefallen.

Der Elektroauto-Vorreiter hat seine europäische Fabrik in Grünheide bei Berlin, wo der Bestseller Model Y gebaut wird. Dort gab es im ersten Quartal laut Taneja die bisher höchste Produktion von mehr als 61.000 Fahrzeugen. Das Werk ist aktuell auf eine Kapazität von mehr als 375.000 Wagen jährlich ausgelegt.

RBC senkt Ziel für Tesla auf 475 Dollar - 'Outperform'

Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel für Tesla nach Quartalszahlen von 480 auf 475 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Outperform" belassen. "Vollgas voraus" - so überschrieb Tom Narayan seine am Donnerstag vorliegende Reaktion auf den Zwischenbericht. Die Bruttomarge im Kerngeschäft mit Elektroautos liege dank positiver Sonder- und Währungseffekte über den Erwartungen, sehe aber auch um diese bereinigt gesund aus. Dazu seien die Abo-Zahlen für das Fahrassistenzsystem um gut die Hälfte gestiegen - dessen Zulassungen für die EU und China würden im zweiten beziehungsweise dritten Quartal erwartet. Die Ausweitung des Robotaxi-Geschäfts auf die texanischen Städte Dallas und Houston sei ein weiterer positiver Faktor, wobei bis Jahresende ein Dutzend US-Bundesstaaten angestrebt würden. Das gesenkte Kursziel begründete Narayan derweil mit höheren Investitionen sowie Vorsicht mit Blick auf das Geschäft mit humanoiden Robotern.

Tesla will Mitarbeiterzahl in deutschem Werk aufstocken

Der US-Elektroautobauer Tesla will die Zahl der Beschäftigten in seinem einzigen europäischen Autowerk in Grünheide bei Berlin kurzfristig um 1.000 aufstocken. Das teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mit. Damit würden dort 11.700 Menschen arbeiten. Tesla begründet die Steigerung mit gestiegener Nachfrage. Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten dort rund 12.400 Beschäftigte.

"Die Geschäftsführung der Gigafactory Berlin-Brandenburg hat heute bekanntgegeben, dass sie bis Ende Juni 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird, um die Wochenproduktion ab dem 3. Quartal um circa 20 Prozent zu steigern", erklärte Tesla. Erste Einstellungen seien schon ab Mai geplant. "Dies ist eine direkte Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach dem Model Y."

Hunderte neue Beschäftigte für Batteriezellfertigung geplant

Tesla will nach eigenen Angaben außerdem voraussichtlich rund 500 Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste, unbefristete Arbeitsverhältnisse übernehmen. Unabhängig davon habe die Suche nach mehreren hundert neuen Beschäftigten für die Batteriezellfertigung begonnen, die in der ersten Jahreshälfte 2027 starten soll.

Die Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg öffnete vor rund vier Jahren. Tesla-Chef Elon Musk will die Fabrik massiv ausbauen und nach eigenen Angaben "wahrscheinlich den größten Fabrikkomplex in Europa daraus machen". Der Ausbau lag wegen der Marktlage bisher in Wartestellung.

US-Präsident Donald Trump hatte eine US-Steuervergünstigung auslaufen lassen. Danach fielen die weltweiten Auslieferungen von Tesla kräftig. Der Elektroautobauer setzt verstärkt auf Roboter und Robotaxis. Das Unternehmen rechnet damit, dass sein fortgeschrittenes Fahrassistenzsystem, das Fahrern weitgehend die Steuerung abnehmen soll, in den kommenden Monaten in der ganzen EU zugelassen wird.

Milliardenschwere Investitionen drücken den Kurs

Beim Ausblick sorgt vor allem die Investitionsplanung für Bewegung in der Tesla-Aktie. Finanzchef Vaibhav Taneja stellte für 2026 Investitionen von mehr als 25 Milliarden US-Dollar in Aussicht. In der Folge dürfte der freie Cashflow im weiteren Jahresverlauf negativ ausfallen.

Während die Aktie nach Vorlage der Quartalszahlen zunächst zulegen konnte, drehte sie nach den Capex-Aussagen ins Minus und notierte letztlich 3,56 Prozent tiefer bei 373,72 US-Dollar.

Das Unternehmen begründet die hohen Ausgaben mit dem Ausbau zentraler Zukunftsbereiche. Dazu zählen zusätzliche KI-Rechenkapazitäten, neue Fabriken für Batterien und Batteriematerialien sowie die Vorbereitung der Produktion von Megapack 3, Cybercab und dem Tesla Semi.

Claudia Stephan, Julia Walter, Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

In eigener Sache

Übrigens: Tesla und andere US-Aktien sind bei finanzen.net ZERO sogar bis 23 Uhr handelbar (ohne Ordergebühren, zzgl. Spreads). Jetzt kostenlos Depot eröffnen und Neukunden-Bonus sichern!

Bildquellen: NPS_87 / Shutterstock.com, Justin Sullivan/Getty Images

Nachrichten zu Tesla

Analysen zu Tesla

DatumRatingAnalyst
13.05.2026Tesla Equal WeightBarclays Capital
28.04.2026Tesla Equal WeightBarclays Capital
27.04.2026Tesla BuyDeutsche Bank AG
27.04.2026Tesla OutperformRBC Capital Markets
24.04.2026Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
DatumRatingAnalyst
27.04.2026Tesla BuyDeutsche Bank AG
27.04.2026Tesla OutperformRBC Capital Markets
23.04.2026Tesla OutperformRBC Capital Markets
09.04.2026Tesla BuyDeutsche Bank AG
02.04.2026Tesla OutperformRBC Capital Markets
DatumRatingAnalyst
13.05.2026Tesla Equal WeightBarclays Capital
28.04.2026Tesla Equal WeightBarclays Capital
23.04.2026Tesla NeutralUBS AG
23.04.2026Tesla Equal WeightBarclays Capital
23.04.2026Tesla HaltenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
24.04.2026Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
22.04.2026Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
07.04.2026Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
19.03.2026Tesla SellUBS AG
29.01.2026Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Tesla nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen