Amazon-Aktie steigt nach Rekordhoch: Weiteres Wachstum bei Umsatz und Gewinn

Der Online-Riese Amazon hat Anlegern am Mittwoch nach Handelsschluss an den US-Börsen seine Zahlen für das abgelaufene Jahresviertel präsentiert.
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Der Gewinn von Amazon ist im ersten Quartal 2026 von 1,59 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum auf nun 2,78 US-Dollar je Aktie gestiegen. Analysten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit einem Gewinnanstieg auf 1,63 US-Dollar je Aktie gerechnet. Der operative Gewinn zog um 30 Prozent auf fast 24 Milliarden Dollar an.
Der Umsatz ist im Berichtszeitraum auf 181,519 Milliarden US-Dollar angewachsen, nach 155,67 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Hier hatten die Experten Amazon einen Umsatzanstieg auf 177,27 Milliarden US-Dollar zugetraut.
In der Cloud-Sparte AWS wurde zum Jahresauftakt die höchste Wachstumsrate seit 2022 verzeichnet. Der Umsatz des Segments legte in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar (rund 32,5 Mrd Euro) zu.
Zudem übertraf auch die Umsatzprognose für das zweite Quartal die Markterwartungen. Wegen hoher Investitionen in den Ausbau des Geschäfts mit der Cloud und Produkten rund um die Künstliche Intelligenz (KI) ging allerdings der Zufluss an Zahlungsmitteln (Cashflow) deutlich zurück.
KI-Investitionen treiben Kurs in die Höhe
Die immer noch ungebremste KI-Nachfrage hat die Wachstumsrate von Amazons Cloud-Sparte AWS im Auftaktquartal auf ein Hoch seit 2022 getrieben. Noch vor drei Monaten hatte der Technologie- und Handelskonzern die Börse mit einer Investitionsprognose von rund 200 Milliarden Dollar für KI, Chips, Robotik und Satelliten geschockt. Den Schreck haben Anleger aber längst verdaut, scheinen sich die hohen Ausgaben etwa für den Ausbau von Rechenzentren doch zunehmend und rasch auszuzahlen. Für den Aktienkurs zeichnete sich am Donnerstag ein neuer Rekord ab.
Die Amazon-Aktie kletterte als Reaktion auf die Zahlen im regulären Handel noch auf ein Rekordhoch von 265,91 Dollar. Im US-Handel setzte der Amazon-Kurs seine deutlichen nachbörslichen Schwankungen vom Mittwochabend dann fort. Letztlich stieg er wieder um 0,77 Prozent auf 265,06 US-Dollar. Damit bringt es das Unternehmen auf einen Börsenwert von mehr als 2,85 Billionen Dollar, womit es zu den weltweit wertvollsten gehört.
Noch im Februar war das Papier unter die Marke von 200 Dollar gerutscht, seit Anfang April geht es aber steil nach oben. Denn Anleger gewannen zunehmend Vertrauen in die Investitionspolitik von Amazon-Chef Any Jassy. Im Zuge der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen sagte Jassy am Mittwoch nach US-Börsenschluss, es gebe kein Update zu der Zahl von 200 Milliarden Dollar, "unser Plan ist größtenteils unverändert".
KI als einmalige Gelegenheit
Der Manager sprach dabei auch von "einer Gelegenheit, wie es sie nur einmal im Leben gibt". Durch KI werde "jede Anwendung, die wir kennen, neu erfunden" - und es werde neue geben, die man sich noch gar nicht vorstellen könne.
Erst vor Kurzem hatte der Handels- und Techkonzern auch die Partnerschaften mit den KI-Spezialisten OpenAI und Anthropic vertieft, die viel Geld für Rechenleistung von Amazon ausgeben. Insgesamt profitiert Amazon von der rasant wachsenden Nachfrage nach KI-Inferenz, also der Anwendung eines bereits trainierten KI-Modells etwa durch sogenannte KI-Agenten, um etwa Vorhersagen zu machen oder Wissen konkret anzuwenden. Amazon kommt hierbei auch die Verwendung des eigenen KI-Chips Trainium zugute, der Kostenvorteile bietet.
"Amazon wird in den kommenden Jahren mehr KI-Kapazitäten aufbauen als jedes andere Unternehmen, und während die Welle von Produkten mit agentenbasierter KI Gestalt annimmt, führen alle Wege zu AWS", schrieb Branchenexperte Ross Sandler von der Barclays-Bank nach der Veröffentlichung der aktuellen Geschäftszahlen. Die zunehmende Nutzung von KI führe zu mehr Cloud-Workloads und stabilen operativen Margen bei AWS, was Bedenken hinsichtlich der Investitionen zerstreuen dürfte.
Carolin Ludwig, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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