Umsatz zum Jahresauftakt gesteigert: freenet bestätigt Prognose - Aktie fester

Der Mobilfunk- und TV-Anbieter freenet hat im ersten Quartal seinen Umsatz deutlich gesteigert und sieht sich damit weiter auf Kurs. Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
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Treiber war vor allem die Integration von Mobilezone Deutschland sowie ein Wachstum beim Internet-Fernsehprodukt waipu.tv. Die Prognose für 2026 bestätigte der Konzern. Bei den Anlegern kam das im schwachen Marktumfeld gut an.
So reagiert die Aktie
Die seit ihrem Kursabsturz im Februar größtenteils seitwärts tendierenden freenet-Aktien haben am Freitag nach einem positiv aufgenommenen Quartalsbericht zugelegt. Letztlich gewannen sie auf den vorderen Plätzen im MDAX 3,89 Prozent auf 26,16 Euro, während es für den Index der mittelgroßen Werte abwärts ging. Am Tag davor wurden freenet mit Dividendenabschlag gehandelt.
Ein Börsianer sprach von einem insgesamt starken Bericht von freenet, der den Aktienkurs stützen sollte. Er lobte die Entwicklung des freien Barmittelflusses. Da dieser aber vor allem aufgrund von Einmaleffekten positiv überrascht habe, könnte dies das Aufwärtspotenzial begrenzen. Die DZ Bank merkte dazu an, dass der freie Barmittelfluss auf Quartalsebene üblicherweise schwieriger zu schätzen sei, da größere Einmaleffekte, etwa Bonuszahlungen, zu zeitlichen Verschiebungen führen könnten.
Die freenet-Aktien haben sich im Jahr 2026 bislang schwach entwickelt mit einem Minus von fast 13 Prozent. Dabei war es bis Mitte Februar zunächst gut gelaufen, ehe eine Verkaufsempfehlung der UBS und kurze Zeit danach enttäuschende Jahreszahlen und Prognosen den Aktien erheblich zusetzten.
DZ Bank hebt Freenet auf 'Kaufen' und fairen Wert auf 30 Euro
Die DZ Bank hat freenet von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und den fairen Wert von 29 auf 30 Euro angehoben. Der Mobilfunk- und TV-Zugangsanbieter habe nach einem insgesamt ordentlichen ersten Quartal sämtliche Jahresziele sowie die mittelfristige Planung bestätigt, schrieb Karsten Oblinger in seiner am Freitag vorliegenden Neueinschätzung. Die günstige Bewertung und die hohe Dividendenrendite könnten bei zunehmenden Kriegs- und Inflationsängsten honoriert werden. "Zweitens könnte in den kommenden Monaten eine positive Vertragsnachverhandlung mit einem Mobilfunknetzbetreiber bekannt gegeben werden, die zu einer Anhebung des Ausblicks führen und somit einen klaren Trigger darstellen würde."
Umsatz legt zu
Der Umsatz stieg im ersten Quartal um etwas mehr als ein Viertel auf 761,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Büdelsdorf mitteilte. Analysten hatten hier etwas weniger auf dem Zettel. Durch die Einbeziehung von Mobilezone Deutschland kletterte der Umsatz im Mobilfunk-Bereich um rund 30 Prozent. Im Geschäft mit Internet-Fernsehen (IPTV) verbesserte sich der Umsatz um 7,7 Prozent.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank indessen um 3,6 Prozent auf 122 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis durch einen negativen Effekt aufgrund einer Vereinbarung mit einem nicht namentlich genannten Netzbetreiber. Branchenexperten hatten auch hier etwas weniger erwartet.
Unter dem Strich verdiente freenet nach Anteilen Dritter 47,6 Millionen Euro, nach 57,9 Millionen ein Jahr zuvor.
Prognose für laufendes Geschäftsjahr bestätigt
Für das laufende Jahr erwartet das Management weiter einen deutlichen Umsatzanstieg getragen durch die Einbeziehung von Mobilezone Deutschland. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll dank anziehender Ergebnisse beim IPTV-Angebot bei insgesamt 500 bis 530 Millionen Euro liegen. Im größeren Geschäftsbereich mit dem Mobilfunk schließt freenet aber einen Ergebnisrückgang nicht aus. Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) soll im Konzern 270 bis 300 Millionen Euro betragen. 2025 wurde ein Umsatz von 2,4 Milliarden verbucht bei einem operativen Ergebnis von 515,4 Millionen. Der freie Mittelzufluss lag bei 292,1 Millionen Euro.
Für 2028 peilt freenet ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von mindestens 620 Millionen Euro sowie ein bereinigter freier Mittelzufluss von mindestens 340 Millionen an. Das Internet-Fernsehen waipu.tv soll dann zum Ergebnis mindestens rund 120 Millionen Euro beitragen. 2025 waren es 36 Millionen.
Im Oktober 2025 hatte freenet den Kauf der Deutschlandtochter des Handy- und Tarifanbieters mobilezone aus der Schweiz für rund 230 Millionen Euro angekündigt.
BÜDELSDORF / FRANKFURT (dpa-AFX)
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