finanzen.net
10.08.2018 15:39
Bewerten
(1)

Piloten-Streik trifft Ryanair - Bis Samstag

Zahlreiche Flugausfälle: Piloten-Streik trifft Ryanair - Bis Samstag | Nachricht | finanzen.net
Zahlreiche Flugausfälle
DRUCKEN
Mit einem abgestimmten Streik in fünf europäischen Ländern haben Piloten am Freitag den Billigflieger Ryanair empfindlich getroffen.
Mitten in der Urlaubszeit mussten die Iren jeden sechsten Flug ihres europaweiten Tagesprogramms absagen und damit rund 55 000 Passagiere enttäuschen. Auf Deutschland entfielen 250 von 400 gestrichenen Verbindungen, so dass am Morgen an den Ryanair-Schaltern auf vielen deutschen Flughäfen nahezu gespenstische Ruhe herrschte.

Ein Chaos in den Terminals blieb aus, weil das Unternehmen bereits am Mittwoch nach der Streikankündigung betroffene Passagiere informiert hatte. Erst gegen 08.00 Uhr zogen in Berlin-Schönefeld die ersten Passagiere ihre Rollkoffer durch das bis dahin menschenleere Labyrinth aus Absperrbändern vor dem Check-In. Sie hatten auf ihrem Weg ins kroatische Zadar Glück, dass ihre Maschine zuvor aus einem anderen, nicht-bestreikten Land nach Berlin geflogen war. Rund ein Drittel der deutschen Passagiere konnte Ryanair auf diese Weise doch noch an ihre Zielorte fliegen.

Die übrigen 42 000 Gäste sollten entweder umgebucht werden oder den Ticketpreis zurückerhalten. Weitergehende Entschädigungen lehnt Ryanair ab, weil man die Streiks nicht beeinflussen könne. Grundsätzliche Rückendeckung für diese Haltung gab es von der EU-Kommission. Streiks könnten nach EU-Recht als Ausnahmesituation gewertet werden, erklärte ein Sprecher in Brüssel. Die Fluggesellschaft müsse jedoch nachweisen, dass alle angemessen Maßnahmen unternommen worden sind, Flugausfälle und -verspätungen zu verhindern. All dies müsse von Fall zu Fall entschieden werden.

Die deutsche Piloten-Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Arbeitskampfes. Eine Verlängerung über Samstagmorgen um 02.59 Uhr hinaus sei nicht geplant, sagte Sprecher Janis Schmitt. "Wir werden uns den heutigen Tag anschauen und bewerten. Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist." Weitere Streiks will die Gewerkschaft nicht ausschließen.

Aus Sicht der Gewerkschaft hat Ryanair mit seiner nahezu umfassenden Absage der Flüge mit in Deutschland stationierten Jets und Crews vernünftig gehandelt, da man so sämtliche betroffenen Passagiere rechtzeitig informieren konnte. Es sei durchaus auch im Sinne der Piloten, wenn Chaos an den Schaltern vermieden werde, sagte Schmitt. Auch stünden die Flugzeuge nach einem Tag Pause am Samstagmorgen wieder dort, wo sie benötigt würden.

Auch in Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden legten Piloten ihre Arbeit nieder, um bessere Arbeitsbedingungen zu erstreiten. Das Unternehmen teilte mit, dass trotz der Streiks am Freitag europaweit rund 2000 Flüge stattfänden, rund 85 Prozent des ursprünglichen Flugplans. Die österreichische Laudamotion strich 20 Flüge, weil von Ryanair ausgeliehene Flugzeuge und Crews fehlten.

In den Niederlanden war Ryanair am Vorabend mit dem Versuch gescheitert, den Streik per Gerichtsbeschluss stoppen zu lassen. Flugausfälle habe es dort aber nicht gegeben, teilte das Unternehmen mit. Nach Informationen der Pilotengewerkschaften wurden in den niederländischen Jets sogenannte Managementpiloten und nicht streikberechtigte Leih-Piloten aus Belgien eingesetzt.

"Ich habe kein Verständnis für Ryanair, aber für die Piloten", sagte der Berliner Nikita, der mit zwei Freunden in den Urlaub flog. "Sie müssen ihre Arbeitskleidung selbst zahlen, Verpflegung an Bord." - Ein anderer ruft dazwischen: "Beschwerden auf hohem Niveau." "Aber viele sind auch nicht mal fest angestellt", erwidert Nikita. Beide haben keine Sorgen, dass sie wegen eines weiteren Streiks nicht aus dem Urlaub zurückkommen: Zurück fliegen sie nicht mit Ryanair.

Die abgestimmte Aktion ist der größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt. Vor zwei Wochen hatten Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100 000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten hatten zuvor einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt.

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich gegenseitig, die seit rund sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der Airline erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht zum Vergleich Konkurrenten heran. Ryanair verweist auf vergleichsweise hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Copiloten, die über dem Niveau von Eurowings oder Norwegian lägen. Das Unternehmen will keine Vereinbarungen treffen, die sein Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.

Die zahlreichen ungelösten Tarifkonflikte mit Piloten und Flugbegleitern in europäischen Ländern bergen die Gefahr von Dauerstreiks. Die Arbeitskämpfe setzten dem Billigflieger zu, schreibt der Analyst der britischen Investmentbank HSBC, Andrew Lobbenberg. Passagiere könnten sich wegen der Unsicherheit künftig zurückhalten, Ryanairs Gewinne würden durch Umbuchungen geschmälert.

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Markus Mainka / Shutterstock.com, pio3 / Shutterstock.com

Nachrichten zu Ryanair

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Ryanair

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.10.2018Ryanair ReduceHSBC
17.10.2018Ryanair OutperformRBC Capital Markets
05.10.2018Ryanair ReduceHSBC
03.10.2018Ryanair buyUBS AG
02.10.2018Ryanair HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
17.10.2018Ryanair OutperformRBC Capital Markets
03.10.2018Ryanair buyUBS AG
02.10.2018Ryanair overweightBarclays Capital
28.09.2018Ryanair buyUBS AG
31.08.2018Ryanair buyCitigroup Corp.
02.10.2018Ryanair HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
02.10.2018Ryanair HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
02.10.2018Ryanair market-performBernstein Research
01.10.2018Ryanair NeutralCredit Suisse Group
01.10.2018Ryanair market-performBernstein Research
18.10.2018Ryanair ReduceHSBC
05.10.2018Ryanair ReduceHSBC
10.08.2018Ryanair ReduceHSBC
03.08.2018Ryanair ReduceKepler Cheuvreux
26.07.2018Ryanair ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Ryanair nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- Dow Jones schließt im Plus -- Daimler senkt Gewinnprognose -- Erster EZB-Zinsschritt 2019 wegen Italien-Streit später erwartet -- Apple kündigt weitere Keynote an

Hersteller sollen Google für Apps zahlen. Chinas Wachstum fällt unerwartet stark. Akorn legt Berufung im Prozess gegen Fresenius ein. Porsche: Verfolgen derzeit keinen Börsengang. EU sieht schwere Verstöße Italiens gegen Haushaltsregeln. Software AG übertrifft Erwartungen und bestätigt Jahresprognose. American Express steigert Quartalsgewinn um 22 Prozent.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die weltweit größten Smartphone-Hersteller
Der Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker
So viel erhalten Bundesliga-Clubs durch Trikotsponsoring
Das Trikotsponsoring der Bundesliga 2018/2019
In diesen Städten leben die Superreichen
Welche Stadt ist besonders beliebt?
Automobilneuheiten-Messe
Neue Studien und Serienfahrzeuge
Best Global Brands 2018
Die Top 20 der wertvollsten Marken weltweit
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass Angela Merkel Anfang Dezember auf dem Parteitag der CDU als Parteichefin wiedergewählt wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Amazon906866
Allianz840400
BASFBASF11
SAP SE716460
BMW AG519000
BVB (Borussia Dortmund)549309
E.ON SEENAG99
Wirecard AG747206
Lufthansa AG823212
Deutsche Telekom AG555750