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28.01.2019 10:56
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ZEW: Bessere Besteuerung von Airbnb-Einnahmen brächte Millionen

BERLIN (Dow Jones)--Durch eine gerechtere Besteuerung von Einnahmen aus der Übernachtungsplattform Airbnb könnte der Staat Millionen an zusätzlichen Steuergeldern einnehmen. Eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) schlägt vor, dass der Gesetzgeber zur Vermeidung von Steuerhinterziehung eine Abzugsteuer ähnlich der bereits vorhanden Kapitalertragsteuer einführen sollte.

Nach den Berechnungen von ZEW könnte sich durch den Reformvorschlag das zusätzliche Steueraufkommen auf zwischen 65 Millionen Euro und 130 Millionen Euro belaufen.

In der Studie hat das ZEW den Airbnb-Markt in 20 deutschen Großstädten analysiert, in denen monatlich im Durchschnitt rund 57 Millionen Euro umgesetzt werden. Das ZEW schätzt, dass der Jahresumsatz aller Airbnb-Unterkünfte in den 20 betrachteten Städten etwa bei 683 Millionen Euro liegt.

Vermieter, die ihre Unterkünfte bei Airbnb anbieten, können bei ihrem Einkommen Werbungskosten für die notwendigen Einrichtungs- und Instandhaltungskosten der Unterkunft angeben. Dies kann die fällige Einkommensteuer deutlich reduzieren, so das ZEW.

"Würde der Gesetzgeber alternativ auf eine Abzugsteuer ähnlich der bereits vorhandenen Kapitalertragsteuer setzen, wäre es deutlich einfacher, die Einkommensteuer zu erheben", sagte Christoph Spengel, ZEW-Forschungsprofessor und Autor der Studie.

Das ZEW hat darüber hinaus zwei weitere Reformideen. Kurzfristig wäre denkbar, die zum Jahresanfang 2019 eingeführten Umsatzsteuervorschriften auf Plattformbetreiber für sonstige Leistungen wie etwa Airbnb-Dienste zu erweitern, so das Mannheimer Institut. "Damit wären die Plattformbetreiber verpflichtet, Daten über die abgewickelten Geschäfte für die Finanzbehörden vorzuhalten und sie hätten ein Eigeninteresse an einer fairen Besteuerung, um im Zweifelsfall nicht haften zu müssen", sagte Ludwig.

Außerdem sollte der Gesetzgeber langfristig die rechtlich verbindliche Bildung einer sogenannten fiktiven Leistungskette für Dienstleistungen erwägen. "Der Plattformbetreiber wird so behandelt, als würde er selbst dem Endkunden die Dienstleistung anbieten", so Ludwig. Damit wäre der Anbieter von Unterkünften voll umsatzsteuerpflichtig.

Laut ZEW sind sämtliche vorgeschlagenen Reformoptionen mit relativ geringem regulatorischen Aufwand umsetzbar und würden eine wettbewerbsfähige Besteuerung von Service-Plattformen unmittelbar möglich machen.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 28, 2019 04:56 ET (09:56 GMT)

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