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14.08.2018 22:40
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Steinhoff-Aktie: Darum werden die Anteilsscheine trotz dem Kurs-Debakel noch gekauft

Zocker-Papier: Steinhoff-Aktie: Darum werden die Anteilsscheine trotz dem Kurs-Debakel noch gekauft | Nachricht | finanzen.net
Zocker-Papier
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Der südafrikanische Krisen-Möbelkonzern Steinhoff dürfte bei den Anlegern schon längst von der Watchliste gestrichen worden sein, so könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Die Anteilsscheine verzeichnen immer noch ein hohes Handelsvolumen.
Kaum eine Aktie steht bei deutschen Privatanlegern gegenwärtig so hoch im Kurs wie die Papiere des krisengeschüttelten Steinhoff-Konzerns. Schon seit Wochen zählen die Anteilsscheine des südafrikanischen Konzerns zu den meistgekauften Aktien in Deutschland. So landet der Wert beispielsweise in der Liste der 100 meistgekauften Aktien der letzten 30 Handelstage der onvista Bank hinter Amazon und Volkswagen auf Platz drei. Nach dem Bilanzskandal hatten Gläubiger des krisengeschüttelten Möbelkonzerns Steinhoff jüngst Aufschub bei der Rückzahlung seiner Schulden gewährt.

Verlockendes Schnäppchen

Dieses enorme Interesse an den Anteilsscheinen ist zum einen auf die Erwartungshaltung der Aktionäre und den vermeintlich niedrigen Stückpreis der Steinhoff-Aktie zurückzuführen. Das Kalkül der Spekulanten ist hierbei klar durchschaubar, da schon eine geringe absolute Kursänderung der Aktie einen relativ großen Buchgewinn hervorrufen kann.

Anleger spekulieren auf Kurssprünge

Risikobewusste Investoren setzen somit auf einen sogenannten Dead-Cat-Bounce-Effekt. Dieser drastische Ausdruck beschreibt eine kurze aber durchaus lohnenswerte Preiserholung eines Wertpapiers, welches sich in einem nachhaltig starken Abwärtstrend befindet. Dieser Effekt bezieht sich auf das spöttische englisches Sprichwort: "Even a dead cat will bounce if it is dropped from high enough". Da dieser "Hüpfer einer toten Katze" keine wirkliche Trendumkehr auslöst, stürzt der Preis des jeweiligen Wertpapiers nach der Gegenbewegung direkt wieder ab. Auch der Kursverlauf der Steinhoff-Aktie lässt in den vergangenen Handelsmonaten mehrere solche Kurssprünge erkennen.

Lohnenswertes Glücksspiel?

Investiert ein Anleger gegenwärtig rund 10.000 Euro in die Anteilscheine des Poco-Mutterkonzerns so erhält er bei einem Börsenkurs von 0,14 Euro über 71.000 Aktien. Stiegt nun der Kurs der Aktie im Tagesverlauf von 0,14 Euro auf 0,21 Euro kann der Spekulant schon einen Gewinn von sieben Cent pro Aktie einstreichen. Bei einer gehandelten Stückzahl von 71.000 Anteilsscheinen würde dieser Beispielhafte Kursanstieg bereits einem Bruttogewinn von fast 5.000 Euro entsprechen. Theorie und Praxis liegen in der Realität jedoch oft sehr weit auseinander, dementsprechend müssen sich Investoren vor Augen halten, dass auch ein vermeintliches Schnäppchen-Papier wie die Steinhoff-Aktie beim Kurs von 0,14 Euro noch 100 Prozent an Wert verlieren kann.

Weiterer Indexabstieg ist nicht ausgeschlossen

Am 5. September überprüft die Deutsche Börse die Zusammensetzung der DAX-Indizes. Hierbei wird auch darüber entschieden ob der ehemalige MDAX-Wert und IKEA-Rivale Steinhoff weiterhin im SDAX gelistet wird. Ausschlaggebend für den verbleib im SDAX ist die Marktkapitalisierung des Unternehmens und der Börsenumsatz. Damit es am Tag der Entscheidung über den Indexverbleib zu keiner Fehleinschätzung kommt, bemisst die Deutsche Börse den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 20 Handelstage im August. Denn bei einem so volatilen Wert wie der Steinhoff-Aktie kann sich die zugrundeliegende Marktkapitalisierung innerhalb nur weniger Stunden fundamental verändern.

Abstiegsgefahr gebannt?

Da die Steinhoff-Aktie erst im vergangenen März aus dem Nebenwerteindex MDAX in den SDAX absteigen musste, ist ein weiteres Index-Downgrade relativ unwahrscheinlich. "Nach der jüngsten Kurserholung scheint bei Steinhoff die Gefahr, aus dem SDAX absteigen zu müssten, gebannt", so Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. Sollte die Steinhoff-Aktie dennoch aus dem deutschen Small-Cap-Index fallen, würde diese Entscheidung erhebliche Reaktionen an der Börse hervorrufen.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Disclaimer

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Anlageberatung dar.

Bildquellen: Steinhoff International Holdings N.V., POCO
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