Zwei-Sektoren-Portfolio

Überraschend simple Börsenstrategie: Milliardär verrät sein geheimes Rezept für Aktien-Anleger

12.04.26 23:11 Uhr

Börsenrätsel gelöst? Warum der einst jüngste Milliardär der Welt bei Aktien nur auf diese zwei Sektoren setzt | finanzen.net

Einst war er der jüngste Milliardär der Welt - heute glaubt Hedgefonds-Legende John Arnold, eine überraschend einfache Börsenstrategie gefunden zu haben.

• Milliardär John Arnold setzt auf ein überraschend simples Depot
• Investment-Strategie, die klassische 60/40-Depots übertreffen könnte
• Zwei-Sektoren-Portfolio im Blick

Viele Anleger suchen nach der perfekten Strategie für den Aktienmarkt - mit komplizierten Modellen, vielen Einzeltiteln oder aktiven Handelsstrategien. Doch ausgerechnet ein ehemaliger Hedgefonds-Star setzt heute auf eine erstaunlich einfache Lösung. Der frühere Energiehändler und Milliardär John Arnold ist überzeugt, eine besonders effiziente Depotstrategie gefunden zu haben - und sie besteht im Kern nur aus zwei Sektoren.

Milliardär offenbart seine Minimal-Strategie an der Börse

Arnold galt einst als jüngster Self-made-Milliardär der Welt, nachdem er mit seinem Hedgefonds im Energiehandel enorme Gewinne erzielt hatte. Heute äußert er sich nur noch selten zu Börsenthemen. Umso größer war die Aufmerksamkeit, als er am 27. März 2026 auf der Plattform X eine einfache Portfolio-Idee präsentierte.

Sein Konzept: ein Depot mit gleichmäßiger Gewichtung aus Technologie- und Energieaktien. Praktisch ließe sich das etwa über zwei große US-Sektor-ETFs umsetzen - den Technology Select Sector SPDR Fund (Technologie) und den Energy Select Sector SPDR Fund (Energie).

Diese simple Kombination hätte in den vergangenen Jahren erstaunlich gut funktioniert, wie aus dem X-Beitrag hervorgeht: Ein Portfolio aus beiden Sektoren habe in sechs der letzten sieben Jahre zweistellige Renditen erzielt - und das bei vergleichsweise moderatem Risiko.

Technologie und Energie: Was spricht für die beiden Sektoren?

Der Grund für die ungewöhnliche Kombination liegt - wie MarketWatch betont - in der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre. Auf der einen Seite steht der Boom im Technologiesektor, besonders durch Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing. Auf der anderen Seite profitieren Energieunternehmen häufig von geopolitischen Spannungen und steigenden Rohstoffpreisen.

Laut Arnolds X-Beitrag führte diese Mischung zu einer starken risikobereinigten Rendite. Die sogenannte Sharpe-Ratio - ein Maß für Rendite im Verhältnis zum Risiko - habe bei Arnolds Portfolio etwa 1,16 erreicht. Werte über 1 gelten unter Anlegern bereits als gut.

Das einfache Zwei-Sektoren-Depot habe gemäß MarketWatch in mehreren Jahren sogar das klassische 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen übertroffen. Besonders in Zeiten steigender Inflation oder geopolitischer Krisen hätten Anleihen ihre Rolle als Stabilitätsanker teilweise verloren.

Experten sehen strukturellen Wandel an den Aktienmärkten

Der Ansatz passt zu einer These, die einige Marktstrategen seit Jahren vertreten. So argumentiert der Investor Louis-Vincent Gave, dass sich das globale Umfeld dauerhaft verändert habe. "Das Fazit ist: Selbst wenn der Iran-Konflikt in den kommenden Tagen einen Waffenstillstand findet, sind die Annahmen, auf denen Politik und Portfolios der letzten Jahrzehnte beruhten, jetzt überholt", zitiert MarketWatch aus seiner Research-Notiz.

Seiner Einschätzung nach sprechen strukturell höhere Inflation, geopolitische Spannungen und eine fragmentierte Weltwirtschaft künftig stärker für Sachwerte wie Energie oder Rohstoffe - zusätzlich zu klassischen Aktieninvestments.

Simples Portfolio ohne Risiko?

So überzeugend die Strategie auf den ersten Blick wirkt: Auch ein minimalistisches Portfolio ist nicht ohne Risiken. Sollte der Boom rund um künstliche Intelligenz etwa nachlassen oder sich als übertrieben herausstellen, könnte der Technologiesektor stark unter Druck geraten. Umgekehrt hängen Energieunternehmen stark von Rohstoffpreisen und politischen Entscheidungen ab - etwa möglichen Übergewinnsteuern.

Trotzdem zeigt Arnolds Ansatz eine wichtige Erkenntnis für Anleger: Eine erfolgreiche Börsenstrategie muss nicht zwangsläufig kompliziert sein. Manchmal kann eine klare, gut durchdachte Sektor-Strategie bereits erstaunliche Ergebnisse liefern.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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