finanzen.net
13.01.2016 09:40
Bewerten
(1)

EZB/Lautenschläger: Privilegierung von Staatsanleihen langsam abschaffen

DRUCKEN

   Von Hans Bentzien

   FRANKFURT (Dow Jones)--Die im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) für Bankenaufsicht zuständige Sabine Lautenschläger zweifelt nicht am Willen der Aufsichtsbehörden, die regulatorische Privilegierung von Staatsanleihen zu beenden. Bei einer Veranstaltung in Frankfurt sagte sie am Dienstagabend: "Das ist zwar ein dickes Brett, aber man kann dieses dicke Brett ja langsam bohren."

   Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, dessen dienstältestes Mitglied Lautenschläger inzwischen ist, sammelt derzeit Stellungnahmen der Mitgliedsländer für eine Aufhebung der regulatorischen Vorzugsbehandlung und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eine offizielle Konsultation dazu starten.

   Banken müssen für ihre Staatsanleihebestände kein Eigenkapital zurücklegen und keine Großkreditregel beachten. Diese für andere Kredite gültige Regel besagt, dass eine Bank nicht mehr als einen bestimmter Teil ihrer gesamten Kredite an einen einzelnen Schuldner entfallen darf. Bei Unternehmen sind das 25 Prozent.

   Allerdings wollte sich Lautenschläger nicht darauf festlegen, dass diese Obergrenze künftig auch für Staatsanleihen gelten soll. "Es ist noch zu früh, dazu eine Aussage zu treffen", sagte sie. Wenn man sich einmal auf neue Regeln geeinigt habe, dann würden diese vermutlich auch nur langsam eingeführt, sagte sie.

   Manche Banken im Euroraum halten derzeit ein Vielfaches ihrer Bilanzsumme in Anleihen des eigenen Staates. Das macht sie anfällig für eine Verschlechterung von dessen Kreditwürdigkeit. Umgekehrt können Banken mit problematischem Kreditportfolio zum Rettungsfall werden, was die Kreditwürdigkeit des Staats belasten würde. In Deutschland könnte das Vorhaben hoch verschuldete Kommunen und deren Finanzinstitute vor Probleme stellen.

   Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat vorgeschlagen, die Großkreditgrenzen für Staatsanleihen auf Basis von deren Risiko festzulegen und zudem eine risikoadäquate Eigenkapitalunterlegung einzuführen.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/jhe

   (END) Dow Jones Newswires

   January 13, 2016 03:32 ET (08:32 GMT)

   Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 32 AM EST 01-13-16

Heute im Fokus

DAX geht stark ins Wochenende -- Dow Jones weit im Plus -- Allianz verdient mehr -- EZB senkt Eigenkapitalanforderungen für Commerzbank -- Scout24: Neues Übernahmeangebot -- EDF, Zalando im Fokus

Vapiano enttäuscht mit Umsatz und Ergebnis. Warren Buffetts Depot: Apple-Aktien verkauft. TUI-Chef Joussen kauft für fast 1 Million Euro TUI-Aktien. NVIDIA-Gewinn halbiert - Anleger aber zufrieden. Regierungskrise in Spanien. Applied Materials enttäuscht Anleger mit Umsatzausblick. Möglicherweise Milliarden-Bußgeld gegen Facebook in USA.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Sind Sie in Cannabis-Aktien investiert?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Amazon906866
Allianz840400
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
BASFBASF11
Aurora Cannabis IncA12GS7
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Siemens AG723610
BMW AG519000