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09.02.2018 11:33
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DGAP-News: SCHIRP & PARTNER Rechtsanwälte mbB: Laurèl-Anleihe A1RE5T / DE000A1RE5T8: Klage gegen gemeinsamen Vertreter

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SCHIRP & PARTNER Rechtsanwälte mbB: Laurèl-Anleihe A1RE5T / DE000A1RE5T8: Klage gegen gemeinsamen Vertreter

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DGAP-News: SCHIRP & PARTNER Rechtsanwälte mbB / Schlagwort(e):

Anleihe/Insolvenz

SCHIRP & PARTNER Rechtsanwälte mbB: Laurèl-Anleihe A1RE5T / DE000A1RE5T8:

Klage gegen gemeinsamen Vertreter

09.02.2018 / 11:33

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

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Laurèl: Nun ist es traurige Gewissheit: Die Anleihegläubiger sind die

Verlierer der Insolvenz. Sie können aber Schadenersatzansprüche gegen den

gemeinsamen Vertreter geltend machen.

von Dr. Susanne Schmidt-Morsbach

Jetzt ist es schwarz auf weiß: Die Anleihegläubiger wurde mit weniger als

einem Viertel dessen abgespeist, was andere "normale" Insolvenzgläubiger in

der Insolvenz der Laurèl erhalten haben.

Eine lange Geschichte

Doch der Reihe nach: Die Laurèl GmbH hatte am 16. November 2016 einen Antrag

auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens gestellt, nachdem ein chinesischer

strategischer Investor abgesprungen und die Gesellschaft nach eignen Angaben

überschuldet war. Mit dem gestellten Antrag auf Eigenverwaltung wollte man

freilich das Heft nicht aus der Hand geben. Schon in der damaligen

ad-hoc-Mitteilung klang durch, wo die Reise hingehen sollte: Durch dieses

"Verfahren erhalt die Laurel GmbH, geschutzt vor Vollstreckungen und

Zwangsmaßnahmen der Glaubiger, die Handlungsfahigkeit im operativen

Geschaft. Der Geschaftsfuhrer kann die begonnene finanzwirtschaftliche

Restrukturierung uneingeschrankt fortfuhren und somit die Sanierung mit

den nun moglichen rechtlichen Mitteln umsetzen."

Und dies hat man auch gemacht. "Mit allen rechtlichen Mitteln"! Der alte

Geschäftsführer Dirk Reichert ist nunmehr im Vorstand und hält 15 % der

Aktien der neu gegründeten Munich Brand Hub AG, die im Zuge des

durchgeführten Insolvenzplan-Verfahrens eine 100%-ige Beteiligung an der

Laurèl GmbH hält. Mehrheitsgesellschafter ist ein Finanzinvestor. Die

Anleihegläubiger gehen fast leer aus. Wie konnte das passieren? Andere

Gläubigergruppen im gleichen Rang erhielten eine Barquote von 11,2 %. Bei

Gleichstellung mit diesen müssten die Aktien der Anleihegläubiger mit

mindestens 14,34 Euro bewertet werden. Und welchen Preis erhalten nun die

Anleihegläubiger, die das Erwerbsangebot nicht angenommen haben? 3,55 Euro!

Dies errechnet sich wie folgt:

Von den zum Erwerb angebotenen Stück 170.000 Aktien für die Anleihegläubiger

wurden insgesamt Stück 131.447 Aktien von ehemaligen Anleihegläubigern durch

Ausübung ihres Erwerbsrechts erworben. Für die verbleibenden, nicht

bezogenen Stück 38.553 Aktien wurden Angebote zum Erwerb zu einem

Gesamtkaufpreis in Höhe von EUR 136.720,50 unterbreitet. Dies ist somit ein

Preis pro Aktien von 3,55 Euro. Im Verhältnis zu den anderen Gläubigern der

Laurèl GmbH sind dies weniger als ein Viertel! Mit anderen Worten: Während

andere Gläubigergruppen 11,2 % Insolvenzquote bekommen haben, erhielten die

Anleihegläubiger weniger als 2,8 %. Faktisch ein Totalausfall, wenn man sich

vor Augen führt, dass von damals investierten 1.000,- Euro pro Anleihe nur

noch weniger als 28 Euro zurückgezahlt werden. Das ist umso schmerzlicher,

als andere Gläubiger immerhin 112 Euro erhalten haben. Dieses Ergebnis war

leider von Anfang an absehbar und zwingend. Nicht nur die Anleihegläubiger

hatten Aktien oder eine vergleichbare Barabfindung bekommen. Der

Planinvestor, ein Fonds der Gesellschaft Robus Capital, hatte 255.000 Aktien

für 1,67 Euro erworben und das Laurèl-Management, das die Misere zu

verantworten hat, erhielt 75.000 Aktien für 1,00 Euro das Stück. Dies ist

alles im Insolvenzplan so vorgesehen. Diesem hätten die Anleihegläubiger

niemals zustimmen dürfen. Es verdienten alle daran, nur nicht die

Anleihegläubiger, die offensichtlich massiv benachteiligt wurden. Aber warum

haben diese trotzdem zugestimmt? Nun, sie haben nicht selbst dem

Insolvenzplan zugestimmt, sondern wurden hierbei von dem gemeinsamen

Vertreter vertreten. Eine Abstimmung der Anleihegläubiger fand gerade nicht

statt. Eine eigens hierfür vorgesehene Gläubigerversammlung wurde

kurzfristig abgesagt, dabei hätte diese zumindest darüber abstimmen können,

dass der gemeinsame Vertreter diesem Insolvenzplan nicht zustimmt. Dies

wollte man aber um jeden Preis verhindern. Es bleibt fraglich, ob der

gemeinsame Vertreter überhaupt über einen derartigen Insolvenzplan abstimmen

durfte oder aber bereits seine Kompetenz überschritten hat. Zumindest aber

hat er sich unseres Erachtens schadenersatzpflichtig gemacht. Das Gesetz

zielt bei dem erst am 1. März 2012 eingeführten Schutzschirmverfahren darauf

ab, dass die Gläubigergruppen eigenverantwortlich ihre Interessen

wahrnehmen. Im Falle der Anleihegläubigergruppe, der größten Gläubigergruppe

in diesem Verfahren, nahmen diese aber ihre Interessen nicht selber wahr.

Vielmehr handelte hier ausschließlich der gemeinsame Vertreter. Der

gemeinsame Vertreter kann unseres Erachtens in dem Verfahren der Laurèl GmbH

aber nicht die Interessen der Anleihegläubiger im Sinn gehabt haben, als er

dem Insolvenzplan zustimmte, der offensichtlich die Anleihegläubiger massiv

gegenüber den anderen Gläubigergruppen benachteiligte.

Was können Anleihegläubiger noch tun?

Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer. In diesem Fall weiß man

auch, wer! Die Anleihegläubiger sollten prüfen, ob sie

Schadenersatzansprüche geltend machen wollen. Der gemeinsame Vertreter hatte

noch "auf Kosten der Gesellschaft" eine

Vemögensschadenhaftpflichtversicherung in Höhe von 20 Mio. Euro

abgeschlossen. An der Solvenz des Schuldners bestehen keine Zweifel. Unseres

Erachtens ist auch der Pflichtverstoß eindeutig. Wer an einem Vorgehen gegen

den gemeinsamen Vertreter interessiert ist, kann sich gerne melden unter:

Rechtsanwältin Dr. Susanne Schmidt-Morsbach

E-Mail: Schmidt-Morsbach@ssma.de

Schirp & Partner Rechtsanwälte mbB

Leipziger Platz 9

10117 Berlin

Tel. 030 327 617 -46

Fax 030 327 617 17

https://ssma.de

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09.02.2018 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,

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