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02.04.2014 17:00
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CFDs: Die Pionierzeit ist vorbei

Contracts for Difference: CFDs: Die Pionierzeit ist vorbei | Nachricht | finanzen.net
CFDs: Die Pionierzeit ist vorbei
Contracts for Difference
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Die Zahl der CFD-Anleger stagniert, die meisten von ihnen sind aber inzwischen erfahrene Trader. Das zeigt eine Studie der Steinbeis-Universität.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Contracts for Difference (CFD) haben sich als Anlageform in Deutschland etabliert. Das ergab eine Befragung des Research Center for Financial Services, das Teil der Steinbeis-Universität ist, bei den elf Mitgliedsfirmen des CFD-Verbands. Das stürmische Kundenwachstum, das 2011 mit einer Kontenzahl von 120.000 bei den Anbietern von Differenzkontrakten seinen Höhepunkt erreichte, hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Derzeit besitzen CFD-Trader knapp 100.000 Konten.

Mit den hochspekulativen CFDs setzen Anleger mit hohen Hebeln auf steigende oder fallende Kurse von Indizes, Aktien, Rohstoffen, Bonds oder Devisen. Der Hebel entsteht dadurch, dass nur ein kleiner Teil des Kapitaleinsatzes als Sicherheitsleistung hinterlegt werden muss. Riesige Gewinne, aber auch hohe Verluste sind möglich.

Trotz Skandalen halten Anleger dem Produkt offenbar die Treue. Das Handelsvolumen erreichte 2013 erstmals eine Billion Euro. Das entsprach 13 Prozent Zunahme von 2012 auf 2013. Seit 2006 verzehnfachte sich das Volumen.

Sogar verfünfzehnfacht hat sich in diesem Zeitraum die Anzahl der Transaktionen. Sie beträgt nun 40 Millionen. Seit Ende 2010 gab es immer noch eine Verdopplung. Dabei wird im Mittel ein Volumen von 28.000 Euro bewegt. 2006 waren Trader noch wagemutiger. Damals waren 40.000 Euro die Regel. "In den Pionierzeiten überschätzten viele Trader ihr Können", mutmaßt René Diehl, Vorstandschef des CFD-Verbands. "Jetzt haben sie dazugelernt und gehen geringere Risiken ein."

Das zeigt sich auch daran, dass vermehrt Absicherungsstrategien verwendet werden, um negativen Markttendenzen entgegenzuwirken. Eine Vielzahl an Orderzusätzen erlaubt es Marktteilnehmern, Risiken aktiv zu managen. Vom individuell einstellbaren Hebel über bedingte Orders bis hin zu sich ­dynamisch anpassenden Stopps - die technischen Möglichkeiten werden von den Tradern aktiv genutzt.

Auch die Fülle an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die die CFD-Anbieter offerieren, zeigt offenbar Wirkung. Das sind zum Beispiel Webinare, Onlinecoachings, Roadshows und Vorträge. "Das Gros der CFD-Anleger ist inzwischen gut informiert", sagt Sarah Brylewski, Vorstand im CFD-Verband. Das ändert aber nichts daran, dass weiterhin Daytrader das Bild bestimmen. Charakteristisch sind kurze Haltedauer und hohe Handels­aktivität.

Indizes sind besonders beliebt
Besonders beliebt als Basiswert sind laut der Studie Aktienindizes. Vier Fünftel des Handelsvolumens und 70 Prozent der Transaktionen konzentrieren sich darauf. Mit 16 Prozent Anteil folgen dahinter Devisenspekulationen. Eine untergeordnete Rolle spielen dagegen Rohstoffe, Einzeltitel und Bonds.

Innerhalb der Anlageklassen werden wiederum wenige Basiswerte von den Tradern favorisiert. 70 Prozent des Handelsvolumens bei Index-CFDs konzen­triert sich auf den DAX. Bei den Rohstoffen dominieren die Edelmetalle weit vor Energien. Bei Devisenpaaren ist Euro/US-Dollar umsatzstärkster Kontrakt. "Die Anleger kaufen verstärkt die Basiswerte, über die in den Medien viel geschrieben wird. Da besteht ein eindeutiger Zusammenhang", sagt Diehl.

Zudem lässt die Studie weitere Rückschlüsse auf das Verhalten der CFD-Kunden in Deutschland zu. Der typische CFD-Trader ist Selbstentscheider und bestens informiert. Er handelt zunehmend mobil und ist preissensitiv, ist aber kein Schnäppchenjäger. Niedrige Spreads und günstige Konditionen sind ihm zwar wichtig, genauso achtet er aber auf Zusatzfunktionen wie charttechnische Hilfsmittel, guten Service und Ausführungsqualität. "Broker-Hopping" ist daher, anders als bei Tagesgeldkonten, schwach ausgeprägt. Vielmehr haben nicht wenige CFD-Anleger mehr als ein Konto, um die Vorzüge unterschiedlicher Anbieter zu nutzen.

Neukunden zu gewinnen dürfte dagegen schwer sein. Für dieses Jahr rechnen die elf Verbandsmitglieder nur mit moderatem Kontenwachstum von zwei Prozent. Besser sieht es bei Transaktionen und Handelsvolumen aus. Hier sehen die CFD-Anbieter eine Zunahme von zwölf bis 18 Prozent voraus. Trotz des gebremsten Wachstums zieht Studienleiter Jens Kleine von der Steinbeis-Universität ein positives Fazit: "CFDs haben sich vom Nischenprodukt zum festen Bestandteil im Portfolio tradingorientierter Anleger entwickelt."

Bildquellen: Monkey Business Images / Shutterstock.com

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